Von: APA/AFP
Der mittelalterliche Teppich von Bayeux ist nach seinem Transport aus Frankreich in London angekommen, wo er ab September in einer Ausstellung im British Museum gezeigt werden soll. Der Wandteppich aus dem elften Jahrhundert wurde am frühen Freitagmorgen in London von einem Lastwagen entladen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP im British Museum beobachteten. “Das ist ein einzigartiger Moment”, sagte Museumsdirektor Nicholas Cullinan.
Der Teppich war am Donnerstag im nordfranzösischen Bayeux in einen Hightech-Behälter verfrachtet worden und wurde dann nach London transportiert. Der Behälter ist Angaben von beteiligten Experten zufolge so konstruiert, dass er Vibrationen abschirmt und Luftfeuchtigkeit und Temperatur konstant hält. Er wurde unter Polizeischutz in einem klimatisierten Lastwagen durch den Kanaltunnel nach Großbritannien gefahren. Die Leihgabe gilt als diplomatische Geste zur Bekräftigung der französisch-britischen Freundschaft.
Transport “sehr gut verlaufen”
Die Direktorin für Kulturerbe und Architektur im französischen Kulturministerium, Delphine Christophe, die im Konvoi hinter dem Lkw mit dem Teppich unterwegs war, versicherte, dass der Transport “sehr gut verlaufen” sei. “Wir sind vollkommen zuversichtlich, dass der Teppich unter den bestmöglichen konservatorischen Bedingungen gereist ist”, erklärte sie nach der Ankunft im British Museum.
Der 68 Meter lange bestickte Teppich gehört zum Unesco-Welterbe und erzählt die Geschichte von William dem Eroberer, der den Ärmelkanal überquerte und den englischen König Harold II. in der Schlacht von Hastings im Jahr 1066 besiegte. Das Meisterwerk hat 30 Risse und fast 10.000 Löcher, weshalb einige Experten vor dem Transport gewarnt hatten. Auch in einer Studie aus dem Jahr 2021 war von “Risiken” die Rede gewesen.
Mehrere Testfahrten mit Nachbildungen
Trotz der Bedenken hatte der französische Präsident Emmanuel Macron die Leihgabe vor rund einem Jahr angekündigt. Seither wurden mehrere Testfahrten unternommen, unter anderem mit einer originalgroßen Nachbildung des Teppichs.
Das britische Finanzministerium hatte im Vorfeld zudem zugesagt, für den Fall eines schweren Schadens Versicherungsschutz in Höhe von geschätzten 800 Millionen Pfund (über 900 Millionen Euro) zu gewähren. Die enorme Versicherungssumme “unterstreicht nur, wie ernst es uns damit ist, sicherzustellen, dass das Werk in gutem Zustand zurückkehrt”, hatte der britische Diplomat Peter Ricketts Anfang der Woche der Nachrichtenagentur AFP gesagt, der auf britischer Seite für den Transport zuständig ist.
Im British Museum ist der Teppich in einer eigens angefertigten flachen Vitrine vom 10. September an zu sehen. Bei einem Karten-Vorverkauf Anfang des Monats setzte das Museum in kürzester Zeit 100.000 Eintrittskarten ab. Die Ausstellung läuft bis Juli 2027.




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