Von: apa
Die zweite Semifinal-Tranche, ein Auftritt von Vorjahressieger JJ mit neuem Song und natürlich Österreichs diesjähriger ESC-Held Cosmó: Das zweite Halbfinale des 70. Song Contests am Donnerstag in der Wiener Stadthalle hat es ordentlich in sich. Die australische Sängerin Delta Goodrem zeigte sich im Vorfeld von der Bühne sehr angetan und lobte das Organisationsteam in höchsten Tönen: “Das ist so eine gut geölte Maschine.”
Die 41-Jährige ist im heurigen Tournament eines der bekanntesten Gesichter, ist sie in ihrer Heimat doch konstant für Topplätze in den Charts gebucht. Die Reise ans andere Ende der Welt hat einen großen Reiz für sie: “Es ist wunderbar hier in dieser Stadt mit ihrer großen Geschichte klassischer Musik, die ich sehr liebe. Ich bin sehr dankbar, dass ich hier sein darf”, betonte sie gegenüber der APA. “Ich will auf die Bühne gehen und mein Bestes geben. Dann hoffe ich, dass es bei den Menschen ankommt und sie für mich stimmen”, schob sie lachend nach.
Vom ESC “eingekreist”
Dass eine ESC-Teilnahme als etablierter Popstar – trotz der großen Affinität ihres Heimatlandes zum Bewerb – ein gewisses Risiko berge, wollte sie nicht unterschreiben. “Es hat einfach eine Reihe an Ereignissen gegeben, die mich hierher geführt haben. Ich wurde quasi eingekreist davon. Also habe ich diesen Weg eingeschlagen, der sich für mich richtig und gut angefühlt hat.” Es dürfte die richtige Entscheidung gewesen sein, werden ihr mit ihrem klassischen Popsong “Eclipse” doch Chancen auf einen Spitzenplatz ausgerechnet – und zwar im Finale. “Es ist ein wildes Abenteuer und ein besonderer Moment, Australien vertreten zu dürfen. Egal wie es ausgehen wird, es ist jetzt schon eine tolle Reise.”
Ebenfalls hoch gehandelt wird Søren Torpegaard Lund aus Dänemark, der besonders den Gang über den Türkisen Teppich bei der Eröffnung am Sonntag genossen hat. “Das hat sich so verrückt angefühlt. Ich war sehr aufgeregt und nervös vorher. Diese Erfahrung werde ich wohl nie wieder machen, deswegen wollte ich einfach alles aufsaugen.” Sein “Før Vi Går Hjem” kommt als cooler Electrotrack mit melancholischen Elementen daher, weiß aber wie viele Nummern heuer mit harten Bässen die Aufmerksamkeit zu bündeln.
Wettquoten für Dänen ein “Kompliment”
Mit der Bühne hat sich der junge Sänger recht schnell angefreundet. “Bei der ersten Probe habe ich mich gefragt: Was passiert da gerade? Es war, als ob ich mich selbst von außen beobachten würde. Beim zweiten Mal fühlte ich mich schon zuhause und hatte wirklich Spaß. Und genau so soll es jetzt weitergehen.” Druck mache er sich jedenfalls keinen. Dass er von den wettfreudigen ESC-Enthusiasten weit vorne gesehen wird, ehre ihn, wie er der APA sagte: “Es ist ein tolles Kompliment. Ich will einfach mein Bestes geben. Wir werden sicher eine große Show abliefern. Der Rest liegt sowieso beim Publikum.”
Besondere Töne schlägt Daniel Zizka mit “Crossroads” an, gehört der tschechische Beitrag doch zu den ruhigsten Stücken heuer. Auch er fand nur positive Worte über das Ambiente und die Betreuung in Wien. “Ich hoffe, dass ich meine Botschaft vermitteln kann”, meinte er über seinen Song. “Es geht mir nicht um eine bestimmte Platzierung. Wenn der Song gut ankommt, ist das ein toller Bonus. Aber ich bin einfach froh, hier sein zu dürfen. Das ist das größte Geschenk, das ich mir vorstellen kann.”
Frankreichs Monroe ist mit 17 Jahren die jüngste Teilnehmerin heuer. “Es ist aufregend, dass es nun wirklich los geht. Wir freuen uns sehr über diesen Moment.” Mit “Regarde” ist sie fix im Finale dabei, darf aber am Donnerstag dem weltweiten TV-Publikum ihren Song ebenfalls auf der Stadthallen-Bühne vorstellen – ein Track, der viele klassische Zutaten vergangener Beiträge aus Frankreich kombiniert mit modernen Anklängen. Der ESC sei ein ganz besonderes Event, das nicht von ungefähr mit einer Familie verglichen werde: “Alle, die Teams, die Kandidatinnen und Kandidaten, das Publikum sind dabei. Man merkt einfach, welche Einheit hier bei Eurovision existiert.”
Vorjahressieger JJ: “Die ganze Stadt lebt”
Ein fester Bestandteil dieser Einheit ist auch JJ, der im Vorjahr in Basel mit “Wasted Love” für Österreich siegreich war. Nun wieder auf der ESC-Bühne zu stehen, sei “arg”, lachte er im APA-Gespräch. “Es fühlt sich ganz anders an als letztes Jahr. Da war ich richtig nervös, jetzt muss ich nicht noch mal gewinnen, darum bin ich ein bisschen entspannter. Die ganze Stadt lebt, man fühlt den ESC überall. Es ist so schön zu sehen, dass so eine Riesenveranstaltung so viele Menschen nach Wien bringt.” Im 2. Halbfinale stellt er seinen neuen Song “Unknown” vor, der davon handle, “ins Ungewisse geschmissen zu werden und nicht zu wissen, wie man da durchkommt”. Im Herbst geht JJ dann auf große Europatour.
Seinem Nachfolger Cosmó rät er, einfach viel Spaß zu haben. “Wir haben uns letzte Woche eine große Pizza geteilt, er freut sich schon wahnsinnig. Wir werden uns auch viel sehen in der Stadthalle. Ich werde ihm die Daumen halten und versuchen, immer für ihn da zu sein. Er soll tief durchatmen und nicht zu nervös sein. Die Proben haben super ausgesehen, er wird sicher eine gute Show machen!” Auch Cosmó und sein “Tanzschein” sind im 2. Halbfinale am Start, wenngleich er natürlich einen Fixplatz für Samstag hat.




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