Von: apa
Nun ist der große Tag gekommen: Am morgigen Samstag steigt in der Wiener Stadthalle das Finale des 70. Eurovision Song Contest. Österreichs Vertreter Cosmó wird mit Startnummer 25 seinen “Tanzschein” präsentieren. Vor dem Auftritt sprach der 19-Jährige mit der APA über seine Reise, die Energie des Publikums und womit die Fans in der Zeit nach dem ESC rechnen können.
APA: Morgen hat das lange Warten ein Ende, wenn das Finale des diesjährigen Song Contests ansteht. Wie froh sind Sie, dass der Tag X endlich da ist?
Cosmó: 90 Prozent Freude, 10 Prozent Trauer, weil’s dann doch vorbei ist. Aber 100 Prozent Stolz! Es war wirklich monatelanges Vorbereiten, und das ganze Team hat hart gearbeitet. Alles für diesen einen Tag, diesen einen Auftritt.
“Schöner könnt’s nicht sein”
APA: Gestern haben Sie beim zweiten Halbfinale schon Stadthallen-Luft schnuppern dürfen. Wie zufrieden sind Sie mit der Performance?
Cosmó: Ich bin sehr zufrieden, eigentlich. Wir hatten einige Änderungen bei den Proben. Und ich finde, dass das finale Produkt das Beste von allen Versionen ist. Es ist so ein schönes Gefühl, eine Vision zu haben und diese dann wirklich in der Realität auf der Bühne zu sehen. Wir haben schon sehr viel positives Feedback bekommen, die Fans waren sehr begeistert. Schöner könnt’s nicht sein.
APA: Weil Sie das ansprechen: Wie stark kann in diesen finalen Probenphasen noch in die Performance eingegriffen und auch Dinge verändert werden?
Cosmó: Man kann es tatsächlich, das habe ich jetzt erfahren. (lacht) Wir haben auch Anpassungen in der Choreografie gemacht, damit es perfekt ist. Da habe ich zum Beispiel das Stativ anders positioniert oder andere Kleinigkeiten. Die Tänzerinnen und Tänzer sowieso: die sind superprofessionell, denen sagt man das einmal und die machen das.
“Ich nutze die Energie vom Publikum”
APA: Wie schwierig ist für Sie als Performer der Spagat, einerseits die besten Bilder fürs Fernsehpublikum zu bieten, andererseits auch in der Halle abzuliefern, wo man das Publikum ja auf seine Seite ziehen muss?
Cosmó: Ich nutze die Energie vom Publikum, aber probiere, mich auf die Kameras und das Fernsehen zu konzentrieren, damit die sich nicht vergessen fühlen. Gott sei Dank habe ich ja ein bisschen Erfahrung durch “Vienna Calling”, meinen Auftritt bei “The Voice Kids” und kann davon ein bisschen zehren.
APA: Der Song Contest ist in der Stadt allgegenwärtig. Wie nehmen Sie die Stimmung wahr?
Cosmó: Ich find’s so toll! Nach der Probe sind wir am Eurovillage vorbeigefahren, und es wurde noch gefeiert. Die Cafés sind voll mit lieben Menschen, die sich alle freuen über dieses Fest der Musik, man spürt das einfach. Es ist so eine Leichtigkeit in der Luft und ganz, ganz viel Vorfreude.
APA: Ist das zusätzliche Motivation für Sie?
Cosmó: Ja, auf jeden Fall, weil man auch vor allem durch die österreichischen Fans diese Liebe spürt. Das war ja so unfassbar im Semifinale, wie die Leute mitgetanzt haben. Ich habe Leute mit dem blauen Stern gesehen, es wurde gejubelt, weil ich in der Bridge natürlich “Wien” in die Menge rufe.
Zu Wettquoten: “Für mich ist es egal”
APA: Viel wird über die Wettquoten gesprochen, die Sie derzeit leider im hinteren Bereich des Feldes verorten. Ist das etwas, mit dem Sie sich beschäftigen?
Cosmó: Ich schaue tatsächlich nicht nach. Für mich ist es egal, ob’s der letzte oder der erste Platz ist. Unabhängig davon gebe ich mein Bestes, das mache ich bei jedem Auftritt so. Sei es vor drei Jahren bei unserem ersten Konzert mit der Band im Café Carina oder jetzt in der Wiener Stadthalle: Wir möchten immer das Publikum abholen, genau das ist mein Fokus.
“Es gab einige Challenges”
APA: Wie würden Sie Ihre Song-Contest-Reise zusammenfassen? Was nehmen Sie für sich mit?
Cosmó: Es gab einige Challenges. Es brauchte viel Training, dass Choreografie und Singen sitzen, dass wir ein schönes Gesamtbild haben. Jetzt schaut es super aus auf der Bühne, aber man sollte auch bedenken, dass das wirklich viel Arbeit war. Aber ich finde, wir konnten es sehr, sehr genießen. Es war eine echt schöne Reise, auch all die Menschen, die wir kennenlernen durften. Das nehmen wir mit, das werden wir nie vergessen. Und nach dem ESC schlagen wir dann das neue Kapitel auf.
APA: Ihre erste EP haben Sie gerade veröffentlicht. Was kommt als nächstes aus dem Kosmos Cosmó? Geht es musikalisch in dieser Richtung weiter?
Cosmó: Total, das ist der Plan, wenn ich schon ein bisschen weiterdenken darf. Im Sommer haben wir die große Ehre, mit Folkshilfe, Pizzera & Jaus sowie Aut of Order auf Tour zu gehen und dort Support zu spielen. Und im Oktober folgt dann unsere eigene Tour durch Deutschland und Österreich.
(Das Gespräch führte Christoph Griessner/APA)




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