Murphy ist seit Jahrzehnten gut im Geschäft

Doku über Eddie Murphy würdigt “Hollywoods schwarzen König”

Dienstag, 06. Januar 2026 | 14:31 Uhr

Von: APA/dpa

Sein Lachen ist in die Filmgeschichte eingegangen, er ist der König der Verwandlung und ein Kassenmagnet: Schauspieler Eddie Murphy war in den 1980er und 1990er Jahren einer der größten Kinohelden und in Hollywood Vorreiter für afroamerikanische Künstler. Die Dokumentation “Eddie Murphy, Hollywoods schwarzer König” – in der Nacht von Freitag auf Samstag um 0.55 Uhr auf Arte – zeigt den nun 64-Jährigen als jemanden, der die Gesellschaft verändert hat.

Bei den beiden ersten großen Rollen saß er im Knast

Murphy nutzt seine Popularität, um in Filmen und in der Öffentlichkeit immer wieder Amerikas Rassismus anzuprangern. Einer der eindringlichsten Momente: die Oscar-Verleihung 1988, bei der er die Auszeichnung für den besten Film verkündete. Mutig sagt er dem fast durchweg weißen Publikum ins Gesicht, er habe eigentlich nicht zusagen wollen. “Ich mach’s nicht, weil Hollywood Schwarze nicht anerkannt hat”, habe er seinem Manager zuerst gesagt. So wenige Afroamerikaner hätten den Oscar bekommen, dass der nächste statistisch erst 2004 dran sei. Bis dahin sei sein Auftritt gewiss vergessen. Das Publikum lacht lauthals – doch die Kritik auf Hollywoods größter Bühne sitzt.

Schon mit 23 Jahren ist Eddie Murphy laut Talkshow-Ansage “der bestbezahlte Hollywood-Star seit Marilyn Monroe”. In seinen ersten beiden Filmen “Nur 48 Stunden” und die “Die Glücksritter” werden seine Figuren aus dem Gefängnis auf freien Fuß gesetzt – hochsymbolisch für den Befreiungskampf, bei dem sich rassistische Filmwelt und rassistische echte Welt immer wieder vermischen. In “Nur 48 Stunden” vermöbelt Kleingangster Reggie Hammond gekonnt tumbe Cowboys in einer Country-Kneipe – geschützt durch den Bluff, er sei Polizist: “Ich bin Euer schlimmster Alptraum!” Kino-Legende Marlon Brando sieht den Film und ist vom Auftritt so beeindruckt, dass er Murphy zum Essen einlädt.

Afroamerikanische Identität immer im Blick

Murphys afroamerikanische Identität bildet den Dreh- und Angelpunkt seiner Arbeit. Er trägt dazu bei, das Bild des “schwarzen Mannes” im westlichen Kino nachhaltig zu verändern – weg von Stereotypen, hin zu komplexen, starken Figuren. Sogar den windigsten Kleinganoven verleiht er stets smarten Witz.

Die Karriere zur schwarzen Ikone hat als Stand-up-Comedian im US-Fernsehen begonnen. Mit Kinohits wie “Beverly Hills Cop” wird Murphy Mitte der 1980er endgültig zum Superstar: schillernd, selbstbewusst und stilprägend, selbst in den albernsten Kostümierungen ein Künstler mit riesiger Ausstrahlung. Später steigt er zu einem der mächtigsten afroamerikanischen Produzenten der Filmindustrie auf. Der französische Regisseur Antoine Coursat hat mit “Eddie Murphy, Hollywoods schwarzer König”, ein stimmiges Porträt geschaffen.

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