Mehrwegbecher im ESC-Design

ESC setzt auf Bio, Recycleplastik und Bewusstseinsbildung

Mittwoch, 29. April 2026 | 11:30 Uhr

Von: apa

Mit Mehrwegflaschen, -bechern und Bewusstseinsbildung wollen der ORF und die Stadt Wien ihr Ziel erreichen: Der Eurovision Song Contest soll Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit sein. Nachdem der letzte “Wiener” ESC bereits neue Maßstäbe rund um das Thema Umwelt gesetzt hat, will man dieses Jahr “noch eins draufsetzen”, so Michael Krön, Executive Producer des ESC. Angestrebt wird eine zweifache Zertifizierung mit den Umweltzeichen “Green Event” und “Green Producing”.

Ursula Bittner, Sprecherin von Greenpeace Österreich, gibt diesbezüglich der APA eine Einschätzung des Großevents: “Dass der ORF und die Stadt Wien den Eurovision Song Contest konsequent als Green Event ausrichten, ist ein gutes Signal. Regionale Ketten und ökologische Mobilität sind heute das absolute Minimum, keine Extras mehr. Wir begrüßen die ehrliche Kommunikation der Veranstalter, denn Transparenz über das Machbare ist wichtiger als haltlose Greenwashing-Versprechen.”

Bei allem Optimismus gelte aber auch, so die Greenpeace-Sprecherin: “Ein Event dieser Dimension bleibt eine Herausforderung. Statt auf CO2-Kompensationen zu setzen, braucht es bei großen Veranstaltungen noch mutigere Wege, wie etwa fixe Budgets für reale Naturschutzprojekte vor Ort. Greenpeace fordert von der European Broadcast Union, dass hohe ökologische Kriterien endgültig fixer Bestandteil der Vorgaben zur Austragung des Eurovision Song Contests sein müssen. Der ESC in Wien kann hier zum Vorbild werden.”

12 Punkte für Edelstahlflaschen

Um für die Hydration der ESC-Fans und Künstlerinnen und Künstler zu sorgen, kommen bunte Flaschen aus Edelstahl der Firma Waterdrop zum Einsatz. Als Official Bottle Supplier des ESC stellt das Wiener Unternehmen die Reduktion von Einwegplastik während des Events in den Fokus. Es werden Tausende Einwegflaschen durch die wiederverwendbaren Flaschen ersetzt. “Mit unserer Mission für bewusste Hydration möchten wir diesen ESC-Moment nutzen, um nachhaltige Impulse zu setzen”, so Henry Murray, Co-Founder von Waterdrop, in einer Presseaussendung. Im Fanhouse, dem Treffpunkt des Eventtrosses im Wien Museum, werde es auch die Möglichkeit geben, die Flaschen bei einer Gravur-Station zu personalisieren.

“Austrian-Closed-Loop”

Um die Hydration aller Beteiligten wirklich sicherzustellen, wird es auch Mehrwegbecher im ESC-Design an allen Veranstaltungsorten geben. Offizieller Event Supplier ist hier Altstoff Recycling Austria (ARA) und der Partner OMV, Borouge International und Greiner Packaging. Man setzt dabei auf ein “Austrian-Closed-Loop”-System. Die 100.000 Mehrwegbecher werden ausschließlich aus Material aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne hergestellt. Alle Produktionsschritte finden in Österreich statt. Das Material für die Becher wird in der Hightech-Sortieranlage TriPlast in Oberösterreich sortiert und anschließend mit einem Upcycle-Verfahren zu Kunststoffflakes aufbereitet. Es wird auch die Bewusstseinsbildung der Besucherinnen und Besucher gefördert: Ein aufgedruckter QR-Code führt zu DigiDot, einem digitalen Recycling-Guide. Es wird in 25 Sprachen eine einfache Orientierung geboten, die Sammelstellen in der Umgebung anzeigt und auf korrekte Abfalltrennung aufmerksam macht.

Catering der heimischen Landwirtschaft

Für Hydration ist gesorgt, und auch rund um das kulinarische Angebot wird auf Nachhaltigkeit geachtet. Das Event wird von der heimischen Landwirtschaft versorgt. Das Netzwerk der österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern, Bio Austria, ist hierfür Zertifizierungspartner und begleitet das Event gemeinsam mit der unabhängigen Biokontrollstelle Austria Bio Garantie. Der Bioanteil der Lebensmittel in den Verpflegungsbereichen der Stadthalle wird von Bio Austria ermittelt und darauf geachtet, dass österreichische Bioprodukte eine Rolle in der Versorgung des ESC spielen. “Die Bio-Quote und die Verwendung von regionalen Produkten sind Teil eines umfassenden Nachhaltigkeitskonzepts, das wir für den ESC 2026 konsequent umsetzen”, so Anita Malli, Leiterin Umwelt und Nachhaltigkeit im ORF.

“The Sound of Europe. The Taste of Austria.”

Dies wird auch von politischer Seite unterstützt. Norbert Totschnig (ÖVP), Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, lädt vor dem offiziellen Start in die ESC-Woche zu einem Praxisforum “Green Events: Impulse für Wirtschaft, Tourismus und Landwirtschaft” und anschließenden Abendempfang unter dem Motto: “The Sound of Europe. The Taste of Austria.” Das Ziel des Forums sei der Austausch von Veranstalterinnen und Veranstaltern, Produzentinnen und Produzenten sowie Konsumentinnen und Konsumenten. Es sollen Impulse für Tourismus und Veranstaltungswirtschaft gesetzt werden, Einblicke in den Zertifizierungsprozess des Song Contests und die heimische Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion stärken. Der darauffolgende Abendempfang “The Sound of Europe. The Taste of Austria.” wird eröffnet von Totschnig sowie der ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher. Dabei werden auch einige ESC-Künstlerinnen und -Künstler auf Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Tourismus und Veranstaltungswirtschaft treffen und kommen in den Genuss regionaler und saisonaler Spezialitäten eines nachhaltigen Green-Event-Caterings.

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