Von: apa
Das Song-Contest-Fieber macht auch vor der heimischen Spitzenpolitik nicht halt. Wer am 16. Mai Karten für die Wiener Stadthalle ergattert hat, hat gute Chancen, dort auf die ein oder andere Politgröße zu treffen. So werden etwa Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS), Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) oder Ex-Grünen Chef Werner Kogler beim Finale vor Ort sein. Und so manch Politiker wird sich bei einer der zahlreichen Watchpartys unter die Leute mischen.
Die ÖVP ist beim Finale durch Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner vertreten, dazwischen plante sie, vom Energieministerrat in Zypern aus via Livestream den ESC zu verfolgen, wie sie auf APA-Rundruf hin wissen ließ. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) wird das Finale über den Bildschirm verfolgen – gab aber nicht bekannt, über welchen. Bundespräsident Alexander Van der Bellen zeigte sich “begeistert, dass der Song Contest in Österreich stattfindet”. Er war bereits bei der Bühneneröffnung Ende April zugegen und empfing zuvor die “ESC-Allstars” in der Hofburg.
Karner im Einsatz
Sozialministerin Korinna Schumann wird den Abend bei einer gemeinsamen Watchparty der SPÖ-Frauen und der Soho (LGBTIQ+-Teilorganisation der SPÖ) verbringen. Deren Chef, Mario Lindner, ist zuvor bei der Prideparade, die dieses Jahr erstmals auch in Wels stattfindet. Auch die NEOS veranstalten eine eigene Watchparty, zu der u.a. Europaabgeordneter Helmut Brandstätter kommen wird.
Arbeiten muss hingegen der Innenminister: Gerhard Karner (ÖVP) wird während des Finales in der Einsatzzentrale sein, schließlich ist mit dem Song Contest wohl auch ein riesiger Polizeieinsatz verbunden. Auch Staatsschutzstaatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) ließ wissen: “Ich werde im Laufe der gesamten Woche die Veranstaltung aus sicherheitspolitischer Perspektive aufmerksam verfolgen und auch das Einsatzkommando vor Ort besuchen. Das große Finale werde ich wahrscheinlich von zu Hause aus anschauen – wie viele in unserem Land. Dabei bin ich in engem Kontakt mit den Sicherheitsbehörden.”
Couchpotatoes findet man innerhalb der Bundesregierung so einige: Verkehrsminister Peter Hanke, Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (beide SPÖ), und Auslandskulturstaatssekretär Josef Schellhorn (NEOS) werden den Song Contest von zu Hause aus schauen.
Gespaltene Meinung bei Opposition
Umtriebiger sind da die Grünen. Klubobfrau Leonore Gewessler und ihre Stellvertreterin Sigrid Maurer mischen sich beim Finale unter die Menschen bei Public Viewings in Wien, u.a. bei jenem der Bezirksvorstehung in der Wiener Josefstadt. Stellvertreterin Alma Zadić plant, das Finale gemeinsam mit ihrer Familie im privaten Rahmen zu verfolgen. “Der Große darf auch ausnahmsweise länger aufbleiben”, sagt die Mutter zweier Kinder dazu.
Keine ESC-Fans sind bekanntlich die Freiheitlichen. Von Parteichef Herbert Kickl hieß es gegenüber der APA: “Ich bin kein Fan des ESC und schaue ihn mir auch nicht an. Da geht seit Langem schon viel weniger um die Musik, als um ein schräges gesellschaftspolitisches Spektakel.” Generalsekretär Michael Schnedlitz meinte: “Die Abkürzung ‘ESC’ für dieses Event ist passend, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.”




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