Von: idr
Bozen – Wer kennt das nicht: Wenn einen morgens der Weckton aus dem Schlaf reißt, ist man das erste Mal schlecht gelaunt und würde am liebsten weiterschlafen. Ein mehr als suboptimaler Start in den Tag – auch aus wissenschaftlicher Sicht: Der Puls schießt in die Höhe und Stresshormone fluten den Körper übermäßig. Besonders in der dunklen Jahreszeit, wo viele lange vor dem Hellwerden aufstehen müssen, kann das zur Herausforderung werden. Hier können diese Alltagshelfer Abhilfe schaffen.
Der natürliche Rhythmus des Aufwachens
Die Wirkung von Tageslichtweckern beruht auf grundlegenden körperlichen, hormonell gesteuerten Reaktionen. Der Schlaf wird maßgeblich vom Schlafhormon Melatonin gesteuert, das abends ausgeschüttet wird und nachts den Schlaf regelt. Sobald Licht auf die geschlossenen Augenlider fällt, signalisiert das dem Gehirn, dass es langsam die Melatoninproduktion reduziert und stattdessen das Stresshormon Cortisol ausschüttet.
Der Mensch ist an diesen Prozess seit jeher gewöhnt: Geht die Sonne auf, beginnt für ihn der Tag. Wenn dieser Prozess unnatürlich aus dem Rhythmus gebracht wird, beispielsweise durch laute, schrille Wecktöne, reagiert der Körper unter Umständen nicht wie gewünscht. Die Folge: Man wird nicht richtig wach, man ist schlecht gelaunt oder unkonzentriert und man ist zu früh wieder müde. Der ganze Tag leidet unter einem suboptimalen Tag.
Tageslichtwecker tricksen den Körper aus
Genau hier setzen Tageslichtwecker an: Sie simulieren einen Sonnenaufgang über einen Zeitraum von bis zu 60 Minuten. Das Licht steigt dabei von einem schwachen, rötlichen Sonnenaufgangston bis zu einem hellen, strahlenden Gelb. Bis der eigentliche Weckton ertönt – meist sanfte Naturgeräusche oder Radio – ist man idealerweise bereits in einer leichten Schlafphase und wacht entspannt auf.
Klinische Studien bestätigen, dass sich der Körper tatsächlich von dem Kunstlicht der Wecker überlisten lässt und die Geräte eine positive Wirkung auf das Schlaf- und Aufwachverhalten haben können. Moderne Tageslichtwecker können zudem den Sonnenuntergang simulieren, was wiederum beim Runterkommen und Einschlafen helfen kann.
Alternativ: Vorhangmotoren – mit einem Haken
Eine weitere beliebte Methode ist es, einen Vorhang bei Nacht geschlossen zu halten und eine Stunde vor dem Aufwachen zu öffnen – besser noch: durch einen Motor öffnen zu lassen. Diese lassen sich oft hervorragend in bereits bestehende Systeme integrieren. Der Haken an dieser Methode ist jedoch, dass sie nur einen Effekt hat, wenn man nach Anbruch des Tageslichts aufsteht und zumindest indirektes Tageslicht in das Zimmer scheint.
Ob Tageslichtwecker oder Vorhangmotor: Beide Helfer sind kein Wundermittel, können aber im Vergleich zu herkömmlichem Weckton deutliche Vorteile bieten. Von einer Tasse Kaffee zu früh am Morgen wird dagegen abgeraten. Auch wenn die Idee verlockend klingt, bringt man seinen Wachrhythmus dadurch nur noch mehr durcheinander, da der Abfall bei Nachlassen der Wirkung des Koffeins noch heftiger ist. Ein zu später Kaffee, um diesen Effekt auszugleichen, kann dagegen das Einschlafen erschweren und die Schlafqualität mindern.




Aktuell sind 6 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen