Epstein-Emails als Gmail-Klon

Epstein-Files: Entwickler machen persönliches Postfach öffentlich

Mittwoch, 04. Februar 2026 | 07:05 Uhr

Von: idr

Es ist eines der größten Sexualverbrechen aller Zeiten: Jeffrey Epstein orchestrierte einen internationalen Menschenhandels- und Vergewaltigungsring, dessen Ausmaß erst jetzt sichtbar wird. Zwei Software-Entwickler haben einen Zugang zu den sogenannten „Epstein-Files“ geschaffen, der einen erschreckenden Einblick in die brutalen Machenschaften des Milliardärs und zahlreicher prominenter Komplizen gibt.

Luke Igel und Riley Walz entwickelten in nur fünf Stunden „Jmail“ – einen Gmail-Klon, der Epsteins digitales Leben rekonstruiert. Auf jmail.world können Nutzer durch seine E-Mails scrollen, als würden sie in sein persönliches Postfach blicken. Die Plattform bietet weiterhin das Tool JPhoto für alle Fotos in den Files, JDrive für seine Dokumenten-Cloud, JFlights mit den Flugdaten des berüchtigten „Lolita Express“ inklusive aller Passagiere und Jamazon, Epsteins abscheuliche Einkaufshistorie.

Drei Millionen Seiten und tausende Videos

Die Notwendigkeit für dieses Tool entstand aus dem Chaos: Das US-Justizministerium veröffentlichte vor wenigen Tagen über 3,5 Millionen Seiten Dokumente, darunter mehr als 2000 Videos und 180.000 Bilder. Nachdem Präsident Trump am 19. November 2025 den Epstein Files Transparency Act unterzeichnet hatte, veröffentlichten die beiden Entwickler bereits den ersten Bruchteil der Dokumente. Die schiere Masse der PDF-Dateien machte eine Analyse nahezu unmöglich.

Mithilfe von Googles KI-Modell Gemini extrahierten Igel und Walz 20.000 Seiten E-Mails und machten sie durchsuchbar. Nutzer können gezielt nach Schlagworten und Namen suchen oder per Zufallsgenerator durch die Korrespondenz springen. Wer alle freigegebenen Dokumente einsehen möchte, der wird auf der Seite des US-Amerikanischen Justizministerium in der Rubrik “Epstein-Library” fündig.

„Der Hund, der nicht gebellt hat, ist Trump.“

Eine E-Mail an Ghislaine Maxwell aus 2011 lässt aufhorchen: „Ich will, dass du erkennst, dass der Hund, der nicht gebellt hat, Trump ist.“ Trump hatte laut eigener Aussage zu diesem Zeitpunkt die Freundschaft zu Epstein längst beendet. Dennoch geht aus den Akten hervor, dass er mindestens einmal zum Mittagessen auf dessen Insel zu Besuch war. Insgesamt wird Trump rund 8.000-mal in den Epstein-Files erwähnt.

Auch Korrespondenz mit Politstratege Steve Bannon und Ex-Finanzminister Larry Summers findet sich in den Akten. In Kürze werden auch Ex-US-Präsident Bill Clinton und dessen Frau, Ex-US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, vor Gericht über Epstein aussagen. Neben Royals wie dem vormaligen Prince Andrew und Norwegens Mette-Marit werfen vor allem Bilder von Persönlichkeiten wie Mick Jagger und Stephen Hawking Fragen auf.

Trotz der massiven Freigabe bleibt Kritik: Große Mengen der Akten werden weiterhin zurückgehalten, obwohl die Trump-Administration eine vollständige Freigabe versprochen hatte. Tools wie „Jmail“ geben interessierten Bürgern währenddessen die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von der Realität zu machen – abseits davon, was medial abgebildet wird. Welche Konsequenzen die Veröffentlichung des Datensatzes hat und ob weitere Teile folgen, bleibt abzuwarten.

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