Fischnaler-Wappenkartei erstmals online zugänglich

Familienwappen schnell und einfach finden

Mittwoch, 06. Februar 2019 | 07:01 Uhr

Innsbruck/Bozen – Die Frage nach einem eigenen Familienwappen ist trotz schwer durchschaubarer gesetzlicher Regelungen aktuell. Wappenkunde stößt, vor allem im Zusammenhang mit Familienforschung, auf reges Interesse – eine Herausforderung für verschiedene Archive und museale Sammlungen. Im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum hat die Auseinandersetzung mit der Wappenkunde eine lange Geschichte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts legte Konrad Fischnaler, damals Kustos des Ferdinandeum in Innsbruck, eine Wappenkartei an. Diese sollte als Informationsquelle für alle dienen, die sich mit Familienwappen in Tirol beschäftigen. Die rund 30.000 nach phonetischen Kriterien eingeordneten Zettel, die teilweise mit kolorierten Wappenskizzen illustriert sind, werden bis heute in der Bibliothek des Landesmuseum Ferdinandeum aufbewahrt und häufig von Interessierten konsultiert.

„Es ist wesentlich von Bedeutung, dass Museen ihre Bestände digitalisieren und der Öffentlichkeit und Forschung zugänglich machen. Daher war es uns wichtig, diese Wappenkartei online zur Verfügung zu stellen“ erklärt der Direktor der Tiroler Landesmuseen, PD Dr. Wolfgang Meighörner. Projektleiter Raphael Einetter führt weiter aus, dass „ein bestandschonender Zugang zur Sammlung wichtig war. Ebenso standen wir vor der Herausforderung, die nach Wortklang sortierten Karten einer computerunterstützen Suche zugänglich zu machen.“ Hierfür wurde eine phonetische Suche implementiert und alle Karteikarten händisch in einen durchsuchbaren Text umgewandelt. Die entsprechende Aufarbeitung erfolgte zwischen 2015 und 2018.

Verbesserte Lesbarkeit – verbesserte Auffindbarkeit

Die verbesserte Funktionsweise der Plattform offenbart sich schnell durch einfache Suchanfragen. So werden in der Trefferliste neben Namen mit der exakten Wortentsprechung (z.B. Maier) auch gleichklingende Namen (z.B. Meyer oder Mair) sowie in Wortbestandteilen übereinstimmende Ergebnisse (z.B. Engelmaier oder Maierhofer) angezeigt. Zusätzlich ist es nun erstmals möglich, in der Kartei mit Volltextsuche zu recherchieren. Die integrierte Lesehilfe, die mit einem zuschaltbaren Abkürzungsverzeichnis versehen wurde, übersetzt die teilweise schwer lesbaren handschriftlichen Bemerkungen in leicht lesbare Maschinenschrift.

Ein Blick über den Tellerrand

Die in der Kartei angeführten Quellen verweisen nicht nur auf Bestände des Ferdinandeum, sondern auch auf weitere Archive im In- und Ausland. Diese Verweise wurden geprüft, wenn möglich aktualisiert und mit hilfreichen Online-Ressourcen verknüpft. Die früher notwendigen Recherchereisen nach Wien oder Südtirol, um an die Originalabbildung bzw. zu weiteren Informationen zu gelangen, sind daher oftmals nicht mehr zwingend notwendig.

Das eigene Wappen finden

„Die Kartei richtet sich zwar an Forschende zur Heraldik bzw. Genealogie der wappenführenden Familien im Alt-Tiroler Raum, es ist aber sicherlich für viele Tiroler interessant, den eigenen Familiennamen in der Kartei zu suchen“ zeigt sich Direktor Meighörner überzeugt.

Die Plattform beantwortet auf der Hilfe-Seite häufig gestellte Fragen zur Wappenkunde und erklärt Fachbegriffe und Abkürzungen. Im Sinne des Crowdsourcing soll die Veröffentlichung der Wappenkartei die Öffentlichkeit dazu animieren, mit ihrem Wissen zur Verbesserung der Datensätze beizutragen. Eine digitale Kopie einer Karteikarte kann außerdem mittels integrierter Bestellfunktion kostenpflichtig angefordert werden. Die in dieser Form aufgearbeitete Wappenkartei und die dadurch in der Bibliothek generierte Expertise bilden einen deutlichen Mehrwert für alle Interessierten und stehen somit exemplarisch für den zeitgemäßen Umgang der Tiroler Landesmuseen mit analogen Beständen.

Die Datenbank lässt sich unter der Adresse wappen.tiroler-landesmuseen.at abrufen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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11 Kommentare auf "Familienwappen schnell und einfach finden"


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Mure
Mure
Grünschnabel
9 Tage 19 h

Die Altoatesini werden das sicher nicht benutzen wäre ja noch schöner einen auf italien zu machen aber dann das Tiroler Kulturgut anzuzapfen?

Staenkerer
9 Tage 16 h

seltn so an beacheuerten kommentarglesn!
seit johrzehnte werdn de informationen vom insbrucker londesachiv bezochn, wems nit interesiert brauchts jo nit tien!

Staenkerer
9 Tage 17 h

do i am seltenen sudtiroler noch ome hon bin i long schun in besitz des familienwappens plus wappebrief, …. wappen verleihung 1674 … 😥 i moan laut woppn und brief, des worn raubritter 😅😄😊😂

Anton
Anton
Grünschnabel
9 Tage 12 h

@Staenkerer . Edelmänner sicher koane :):):)

Staenkerer
9 Tage 10 h

@Anton 😄😃😀🤣 maaaa … der nome kimmf, laut woppnbrief, vom pseiertol … also … eher nit 🤗

cami
cami
Neuling
9 Tage 7 h

@Staenkerer
tua nit ins pseirer beleidigen 😉

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
9 Tage 15 h

Mein Familienwappen…(in meiner Fantasie 😜)

Staenkerer
9 Tage 10 h

hey! 😫 du hosch an toal von mein woppn geklaut!!! ober sem schleicht er a bisl verschlogn über zinnen …

Stupsipupsi
Stupsipupsi
Neuling
9 Tage 3 h

@Staenkerer mir hobns kapiert du bisch due coolste mit dein woppen

Bella Bionda
Bella Bionda
Tratscher
8 Tage 11 h

@ 6079_smith…

Löwenbräu? Das Bierwappen😂 wie nett. Waren Sie mal Hopfenbauer in Bayern😝

nuisnix
nuisnix
Tratscher
9 Tage 13 h

Mein Woppn isch es Profilbild.
Sel gib viel mehr her, als sel von Staenkerer 😀

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