Architekten raten zu Alufolie

Feuchte Wand? Dieser Trick hilft

Freitag, 20. Februar 2026 | 08:01 Uhr

Von: red

So erkennt ihr Kondensation: Feuchte Stellen an der Wand sorgen schnell für Unsicherheit. Handelt es sich nur um Kondensation durch Kochen oder Duschen – oder steckt ein bauliches Problem dahinter? Bevor ihr Fliesen entfernt oder Putz abschlagt, empfehlen Architekten einen einfachen Test mit Alufolie.

Warum Alufolie Feuchte sichtbar macht

Die Methode basiert auf einem simplen physikalischen Prinzip. Wird ein Stück Alufolie luftdicht auf die Wand geklebt, entsteht eine versiegelte Fläche. So lässt sich beobachten, ob sich zwischen Wand und Folie Feuchtigkeit sammelt.

Zeigen sich dort Wassertropfen, spricht das meist für oberflächennahe Feuchtigkeit oder Kondensation. Bleibt alles trocken, könnte die Ursache tiefer im Mauerwerk liegen.

Wandfeuchte testen: Anleitung

Damit das Ergebnis aussagekräftig ist, solltet ihr sorgfältig vorgehen:

  • Fläche reinigen: Staub und Fett mit einem trockenen Tuch oder etwas Alkohol entfernen.
  • Alufolie zuschneiden: Ein Stück von etwa 30–50 cm reicht aus.
  • Luftdicht fixieren: Folie glatt anbringen und die Ränder gut mit Klebeband abdichten.
  • Abwarten: 24 bis 72 Stunden nicht entfernen.
  • Ergebnis prüfen: Bilden sich Tropfen zwischen Wand und Folie, liegt meist Kondensation vor.

Dieser Test liefert eine erste Einschätzung, ohne dass ihr die Wand öffnen müsst.

Wo der Test sinnvoll ist

Besonders geeignet ist die Methode in:

  • Küchen mit viel Kochdampf
  • Badezimmern mit hoher Luftfeuchte
  • Nordseitigen Außenwänden

Hier entsteht häufig Kondensation, die leicht mit aufsteigender Feuchtigkeit verwechselt wird.

Vergleich: Methoden zur Diagnose

Nicht immer reicht ein einzelner Test aus. Je nach Situation kommen weitere Methoden infrage:

  • Hygrometer: Misst die Luftfeuchtigkeit im Raum und hilft bei der Kontrolle über längere Zeit.
  • Sicht- und Tastprüfung: Schnell, aber subjektiv.
  • Professionelles Messgerät: Liefert exakte Werte im Mauerwerk und schafft endgültige Klarheit.

Der Alufolien-Test eignet sich vor allem als kostengünstiger erster Schritt.

Grenzen des Alufolien-Tests

Die Methode zeigt nur, ob Feuchtigkeit an der Oberfläche entsteht. Bei Verdacht auf kapillare Feuchtigkeit, undichte Leitungen oder eindringendes Regenwasser solltet ihr eine professionelle Messung durchführen lassen.

Achtet außerdem darauf, kein stark haftendes Klebeband zu verwenden, um die Wandfarbe nicht zu beschädigen! Eine ablösbare Variante schützt empfindliche Oberflächen.

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