Auf „falscher“ Escortseite wurden Fotos von getöteten Prostituierten veröffentlicht

Frankreich: Schockierende Kampagne gegen die Prostitution

Montag, 03. Oktober 2016 | 08:24 Uhr

Paris – In Frankreich sorgt eine schockierende Kampagne, die die Öffentlichkeit über das traurige Schicksal vieler Prostituierter wach rütteln soll, für großes Aufsehen.

Tausende Männer sind von einer „falschen“ Seite, auf der Sex gegen Bezahlung angeboten wurde, angezogen worden, um dann festzustellen, dass jedes Einzelne der Mädchen auf gewaltsame Weise ums Leben gekommen war. Das Ziel von Mouvement du Nid, http://www.mouvementdunid.org/  einer Vereinigung, die gegen die Prostitution kämpft und die die Kampagne ins Leben gerufen hat, ist es, den Freiern zu zeigen, dass sie nur der „Rotlichtindustrie“ helfen, wenn sie eine Frau „kaufen”, und dabei Mittäter von jenen werden, die die Frauen ausnützen und umbringen.

Zu diesem Zweck schuf Mouvement du Nid die Seite girlsofparadise.sex und bestückte sie mit lauter Fotos von anziehenden Frauen. Die Frauen hießen Ines, Monica, Sonia, Luz Maria und boten auf der Seite ihre Dienste an. Als aber der „erwartungsvolle“ Kunde das Bild anklickte, um mit der Prostituierten zu chatten und einen Termin zu vereinbaren, erlebte er eine böse Überraschung. Auf der anderen Seite der Leitung antwortete keine der Liebesdamen mehr, weil sie alle bereits tot waren.

„Du suchst Ines? Nein, sie ist nicht hier. Sie ist letzte Nacht von einem Freier umgebracht worden“, ist die einzige Antwort, die der Kunde erhält. Wer aber erotische Fotos von Ines sehen wollte, bekam nur ihr von Schlägen gezeichnetes Gesicht und ihren Körper voller blauer Flecken zu sehen. Darunter platzierte Mouvement du Nid die Erklärung, dass Ines mit einem Faustring umgebracht worden war.

 

Ines, Monica und die anderen Namen entsprangen nicht der Fantasie. Sie wurden Opfer von wirklich stattgefundenen, schrecklichen Morden. Die „falsche“ Sexseite wurde geschaffen, um die Kunden zu überzeugen, dass die Prostituierten Frauen sind, die oft Opfer von männlicher Gewalt werden. Drei Freiwillige des Mouvement du Nid hatten sich dazu bereit erklärt, für die Kampagne in die Rolle dieser Frauen zu schlüpfen, um den Freiern zu zeigen, dass sie sich mit ihrem Laster für den Tod dieser Frauen mitverantwortlich machen.

In nur einer Woche haben die Aktivistinnen der Organisation auf 600 Telefonate und ungefähr 4000 Kurzmitteilungen geantwortet. „Im Hintergrund hörte man manchmal Kinderstimmen. Einige Männer versuchten eine Prostituierte zu kontaktieren, als sie gerade auf ihre Kinder aufpassten. Andere hingegen haben sofort aufgehängt, als die Ehefrau, die im Nebenzimmer war, in den Raum eintrat. Als wir ihnen erklärten, dass sie eine Prostituierte zu kontaktieren versuchten, die in Wirklichkeit bereits tot war, haben sich einige entschuldigt. Sie fühlten sich aber keinesfalls als Teil eines gewalttätigen und mitunter tödlichen Systems. Von ihnen kam überhaupt keine Reue“, so eine Freiwillige des Mouvement du Nid.

Seit dem 6. April droht in Frankreich den Kunden von Prostituierten eine Geldstrafe von 1.500 Euro. Sollte es sich um einen Wiederholungstäter handeln, erhöht sich das Bußgeld auf 3.750 Euro.

Von: ka

Kommentare
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gauni2002
Grünschnabel
12 Tage 16 h

Prostitution ist eine Dienstleistung, genauso wie Friseur oder Kosmetikstudio. Ich verstehe diese Aufregung nicht, denn das älteste Gewerbe der Welt ist nach wie vor auch eine Einrichtung, damit sexuelle übermotivierte Menschen nicht auf den Pfad des unrechtmäßigen Begattens mit Gewalt, der Vergewaltigung, kommen. Zwar kein Allheilmittel, aber viele Männer, die auch Gewalt anwenden würden, wenn sie Überdruck haben, greifen doch dann lieber in die Brieftasche.

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