ÖAMTC rät zu genauem Check

Kauf gebrauchter E-Bikes: Akku-Zustand und illegales Tuning als Risiko

Montag, 13. Mai 2019 | 07:50 Uhr

Der E-Bike-Markt boomt. Mittlerweile gibt es auch in diesem Segment Secondhand-Angebote. “Wer nun am Gebrauchtmarkt nach günstigen E-Bikes sucht, sollte aufpassen, dass er nicht die Katze im Sack kauft”, gibt ÖAMTC-Techniker Dominik Darnhofer zu bedenken. Haupt-Risikofaktor ist der Akku-Zustand, der von Laien nur schwierig zu bewerten ist. Ein regelmäßig durchgeführtes Service deutet zwar meist auf ein gut gepflegtes Fahrrad hin, allerdings wirken sich Alter, Ladezyklen und Lagerung auf den Akku-Zustand und damit auf Kapazität und Reichweite aus. “Manche Fachhändler bieten eine Akku-Diagnose an. Oft wird bei einem Service ein Diagnosebericht erstellt. Ist keiner vorhanden, sollte man eine mögliche Ersparnis beim Gebrauchtkauf den Kosten für den Kauf eines Akkus gegenüberstellen”, rät Darnhofer prinzipiell zu einem Vergleich zwischen Neu- und Gebrauchtkauf.

Ein weiteres Problem speziell bei E-Bikes könnte illegales Tuning sein. “E-Bikes können von Profis mit einem Chip getunt werden. Die Benützung eines getunten E-Bikes ist gefährlich, weil Akku, Motor und Bremsen nicht für die höhere Belastung vorgesehen sind”, warnt der ÖAMTC-Techniker. Außerdem gelten Garantie und Gewährleistung nicht mehr. Und: Es ist verboten. Ob ein E-Bike getunt ist, können Fachwerkstätten, Hersteller und die Polizei nachweisen.

Wer mit einem E-Bike erwischt wird, das nicht mehr unter den Fahrradbegriff fällt, sondern als Kraftfahrzeug gilt, muss mit einer Verwaltungsstrafe rechnen, weil ein zulassungspflichtiges Kraftfahrzeug ohne Versicherung und Zulassung betrieben wurde. Dazu kommt möglicherweise der Vorwurf, dass man keine ausreichende Lenkberechtigung besitzt.

Gesamtzustand checken, Probefahrt machen, rechtmäßigen Besitz prüfen

Vor dem Kauf eines gebrauchten E-Bikes ist es auf jeden Fall ratsam, den Gesamtzustand zu prüfen. Bei Akku und Display sollte man checken, ob die Kontakte in Ordnung sind. “Wenn man Akku und, wenn möglich, Display herausnimmt und danach wieder montiert, sollten sie ordentlich verriegeln”, so Darnhofer. Außerdem kontrollieren sollte man Rahmen und Gabel, Schaltung und Antrieb, Bremsen, Reifen sowie die Beleuchtung. “Die Beleuchtung ist bei den meisten E-Bikes integriert, ein Tausch bzw. eine Reparatur kämen also teuer”, erklärt der Experte des Mobilitätsclubs. Eine Probefahrt ist dringend angeraten, auch die Rahmengröße sollte passen.

Nicht zuletzt gehört vor einem Privatkauf auch geklärt, dass der Verkäufer der Besitzer ist. Sonst läuft man Gefahr, ein gestohlenes E-Bike zu kaufen. Daher sollte man einen Kaufvertrag verlangen oder über eine Rahmen- oder Gerätenummer kontrollieren, ob der Verkauf rechtmäßig ist.

Von: luk

Kommentare

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7 Kommentare auf "Kauf gebrauchter E-Bikes: Akku-Zustand und illegales Tuning als Risiko"


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oli.
oli.
Kinig
12 Tage 15 h

Das wird nicht nur beim Fahrrad so sein mit dem gebrauchten Akku , man kauft die Katze im Sack .
Bei den gebrauchten Elektroautos ist es das gleiche , wenn kurz nach dem kauf der Akku schlapp macht .
Da ist das teuerste Ersatzteil im Auto , da kann man nur einen neuen kaufen , aber wer soll das alles bezahlen ?.

Sommerschnee
Sommerschnee
Grünschnabel
12 Tage 18 h

E-bike oder Pedelec? 🤔

kleinerMann
kleinerMann
Superredner
12 Tage 12 h

Das liegt dann an dir ? Was hättest du gerne ? Ein E-bike oder ein Pedelec . . Stadt- oder Landei ?

Andreas1234567
Andreas1234567
Grünschnabel
12 Tage 12 h
Hallo zum Nachmittag, wer gebraucht oder neu kauft und das Gefährt zwischen Dorf und Berg mit Höhenunterschieden um 1000 Hm nutzen möchte sollte unbedingt die Bremsbeläge gegen Hochleistungsmaterial austauschen. Selbst bei Neufahrzeugen sind die standardmässig verbauten Materialien für solche längeren Steilabfahrten ungeeignet, der Bremsweg verlängert sich unfassbar und es heisst öfter pausieren um das Material abkühlen zu lassen. Viele haben Shimanobremsanlagen verbaut, hier empfiehlt sich der Tausch vom Standardsatz auf einen Bremssatz mit Kühlrippen und höherer Abriebfestigkeit, die heissen dann Ice-Tec oder ähnlich. Kostenpunkt um die 35 bis 40 Euro für komplett vorne/hinten. Standardbausätze liegen um 15 Euro und taugen… Weiterlesen »
kleinerMann
kleinerMann
Superredner
11 Tage 16 h

Haben die guten E-Mtbk´s nicht alle 4 Kolben Bremsanlagen verbaut ? Das müsste dann für das steile Gelände schon reichen ?

Andreas1234567
Andreas1234567
Grünschnabel
11 Tage 8 h

Hallo @ kleinerMann,
du hast recht, die Bremsanlage guter MTB schmeisst dich über den Lenker..
Die Bremsklötze sind der Schwachpunkt.
Das üblicherweise Verbaute ist nicht für Dauerbremsbetrieb bergab geeignet.
Optisch lässt es sich einfach unterscheiden, die Hochleistungsstopper haben massive Kühlrippen, führen die Wärme ab.
Sonst endet eine Abfahrt über 1000 Höhenmeter schnell in nachlassender Bremsleistung bis zum Versagen..
Bei der gern verbauten Shimano-Bremsanlage hilft ein Umbau von dem üblichen BO1S auf die J04C.In der Dauerbremsleistung liegen Galaxien zwischen den Stoppern

Gruss nach Südtirol

kleinerMann
kleinerMann
Superredner
9 Tage 16 h

@Andreas1234567. . . danke für die ausführliche Info´s . . dann muss ich mal schauen, welche Bremsklötze ich verbaut habe!

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