Grünere Schulen in Meran

Schulhöfe entsiegelt und neue ökologische Korridore geschaffen

Freitag, 17. April 2026 | 09:17 Uhr

Von: luk

Meran – Die Dienststelle für Grünflächen und Umwelt der Stadtgemeinde Meran hat kürzlich zwei konkrete Projekte zur Aufwertung des städtischen Grüns und der Biodiversität unterstützt, die in Zusammenarbeit mit Schulen, dem Meraner Verein AmUm Ambiente Umwelt MeranO EO und dem Ökoinstitut durchgeführt wurden.

Die erste Maßnahme betraf den Schulhof der Grundschule Deflorian, der dank eines Entsiegelungsprojekts ein neues Gesicht erhielt. Es wurden fünf Beete angelegt, eines für jede Klassenstufe. Darin wurden zahlreiche Pflanzen, Sträucher und Blumen gesetzt, wodurch der Raum nicht nur ansprechender, sondern auch besser nutzbar und aus didaktischer Sicht funktionaler geworden ist.

Die Maßnahme geht auf einen Vorschlag zurück, den der Meraner Verein AmUm Ambiente Umwelt MeranO EO bereits seit einigen Jahren verfolgt, in Zusammenarbeit mit der Lehrerin Carmela Angotti, Umweltbeauftragte der Schule. „Unser Verein beschäftigt sich schon seit Längerem mit Entsiegelung“, erinnert die Präsidentin Carla Molinari. „Im Jahr 2024 haben wir einen Informationsabend organisiert, bei dem deutlich wurde, dass solche Maßnahmen oft das Ergebnis von ‚Initiativen von unten‘ sind, also von Bürgerinnen und Bürgern angestoßen und in Zusammenarbeit mit der öffentlichen Verwaltung umgesetzt werden.“

Genau das ist auch in Meran geschehen. Die Gemeinde hat den Vorschlag des Vereins aufgegriffen und nach einem Abstimmungsprozess zur Erarbeitung einer gemeinsamen Lösung wurden am 13. März rund 30 Quadratmeter Asphalt vom Schulhof entfernt.

Die Vorteile entsiegelter Flächen sind vielfältig: eine bessere Versickerung von Regenwasser, eine erhöhte Biodiversität, die Bindung von CO₂ sowie wichtige Ökosystemleistungen wie die Regulierung des Mikroklimas und die Abschwächung des städtischen Hitzeinseleffekts.

„Mit diesem Projekt möchten wir den Kindern qualitativ hochwertigere Räume bieten“, betont Lehrerin Angotti. „Hier können Aktivitäten im Freien stattfinden, Hochbeete angelegt, Pflanzen direkt gepflegt und Beobachtungen durchgeführt werden – alles wichtige didaktische Erfahrungen für unsere Schülerinnen und Schüler.“

Im Rahmen des Eingriffs am 14. April überreichte Stadträtin Antonella Costanzo der Direktorin Valentina Mignolli eine Biodiversitätsplakette, um den ökologischen Wert der Umgestaltung zu unterstreichen.

Ein besonderer Dank gilt dem Architekten Wolfram Haymo Pardatscher Pardatscher, der das Projekt engagiert unterstützt hat, der Gemeinde Meran sowie insbesondere dem Bauhof und der Dienstelle für Grünfanlagen und Umwelt mit Anni Schwarz.

Der Verein hofft, dass diese Initiative nur ein erster Schritt ist und weitere ähnliche Maßnahmen folgen, die auf der aktiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger basieren. „Der Klimawandel betrifft uns alle“, so die Umweltaktivistinnen und -aktivisten abschließend, „doch jede und jeder kann im Kleinen dazu beitragen, die Umwelt der eigenen Gemeinschaft zu verbessern.“

Im Rahmen des zweiten Projekts haben die sechs Klassen der Waldorfschule Morgenstern unter der Leitung der Lehrerin Veronika Pircher drei Beete entlang der 30.-April-Straße mit einer Blumenwiese bepflanzt und so einen echten ökologischen Korridor geschaffen, der bestäubende Insekten und die städtische Artenvielfalt fördert. Die Initiative wurde in Zusammenarbeit mit Elisabeth Locher vom Ökoinstitut durchgeführt. Auch der Waldorfschule wurde die Biodiversitätsplakette überreicht.

„Diese Projekte sind ein konkretes Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Schulen und Vereinen echte Vorteile für die Umwelt und die Gemeinschaft schaffen kann. Schulgelände zu entsiegeln und neue Grünflächen zu schaffen bedeutet, in die Zukunft zu investieren: Wir reduzieren den Asphalt, verbessern das städtische Mikroklima und bieten den Kleinsten die Möglichkeit, durch direkte Erfahrung zu lernen. Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten. Wir beabsichtigen, diese Art von Maßnahmen fortzusetzen: Der Wandel beginnt auch hier“, betont die Umwelreferentin Antonella Costanzo.

Bezirk: Burggrafenamt

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