Von: mk
Bozen – Für das Pflegezentrum für die Vogelwelt und kleine Wildtiere in Bozen CRAB war die vergangene Woche eine bewegte – mit geglückten Rettungsaktionen, kleinen Patienten mit großem Überlebenswillen und einen ganz besonderen Gast, der nur für die Liebe lebt. Dr. Anna Sturaro zeigt auf, wie schmal der Grat zwischen Tragik und Happy End in der Wildtierhilfe oft sein kann.
Besonders eilig hatte es eine Amsel, die nach einer Katzenattacke eingeliefert wurde. Trotz erster Befürchtungen, dass der Vogel den Angriff nicht überlebt, zeigte sich das Tier schon bald wieder fit und konnte bereits nach wenigen Tagen Beobachtungszeit wieder in die Freiheit entlassen werden. Außerdem sind mehrere junge Amseln im Zentrum ihrer Genesung nahe und bereiten sich auf ihren ersten eigenständigen Flug in der freien Natur vor.

Unterschiedlich schaut dagegen die Situation bei den Tauben aus, die im Zentrum behandelt werden. Ein blau beringtes Exemplar wurde bereits in ein geeigneteres Umfeld umgesiedelt, während eine Taube mit rotem Ring nach intensiver Pflege mittlerweile wieder fliegen kann.

Sorgenkind bleibt ein schwer verletztes Exemplar mit multiplen Wunden, die genäht werden mussten. Der Taube werden nach wie vor täglich Medikamente verabreicht.
Unter genauer Beobachtung stehen zudem eine Kohlmeise, die unter Bewegungsstörungen an den Beinen leidet, sowie ein kleiner Spatz, der unterkühlt und apathisch aufgefunden wurde. Mit einem stützenden Verband konnte sein deformiertes Beinchen stabilisiert werden.

Hervorragend geschlagen hat sich dagegen eine Brautente. Das prachtvolle Tier war in St. Anton in Bozen gegen eine Glasscheibe geprallt. Trotz Schlüsselbeinbruchs und Schädel-Hirn-Traumas ist die Ente vollständig gesund geworden und konnte in die Freiheit entlassen werden.
Für Staunen sorgte unterdessen der Besuch eines Wiener Nachtpfauenauges. Dieser Gigant unter den europäischen Nachtfaltern wirkte anfangs völlig regungslos, erholte sich aber zusehends. „Eine faszinierende Art“, erklärt das Team im Zentrum. Als ausgewachsene Falter leben sie nur wenige Tage, wobei sie keine Nahrung zu sich nehmen und ihre gesamte Energie einzig und allein der Fortpflanzung widmen. Nach seiner Erholung wurde auch dieser seltene Gast in die Freiheit entlassen, um seine kurze, aber wichtige Mission zu erfüllen.





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