Netzpython in Indonesien gefangen

Sie nennen sie nur die “Baronin” – größte Wildschlange der Welt

Samstag, 14. März 2026 | 07:45 Uhr

Von: mk

Sulawesi – Das Guinness World Records hat einen Netzpython aus Indonesien offiziell als die längste nachweislich vermessene Wildschlange der Welt anerkannt, die die Einheimischen ehrfurchtsvoll die “Baronin” nennen. Das Reptil aus Südsulawesi bringt es auf 7,21 Meter, während das Gewicht bei knapp 97 Kilogramm liegt.

Wildtierfotograf Radu Frentiu, der auf Bali schon viele eindrucksvolle Schlangen erlebt hat, gilt als Entdecker von “Ibu Baron”, wie die Menschen vor Ort den schuppigen Riesen in ihrer Sprache betiteln. Als er auf die Schlange stieß, verschlug es ihm die Sprache. “Ich hatte noch nie eine Schlange dieser Größe gesehen”, erklärt Frentiu laut einem Bericht vom Standard.

Er selbst erfuhr von der Schlange durch den Wildtierführer und Schlangenexperten Diaz Nugraha aus Borneo. Gemeinsam reisten sie nach Sulawesi, um sich persönlich von der Existenz des Tieres zu und um es dokumentieren.

In der Welt der Riesenschlangen ranken sich viele Gerüchte um spektakuläre Größen, die andere stets zu übertreffen scheinen. Bei näherer Überprüfung stellt sich jedoch heraus: Die meisten Behauptungen stützen sich auf Berichte aus zweiter Hand oder auf Tiere, die kurz nach ihrer Entdeckung getötet wurden. Doch in diesem Fall wurde der Fotograf nicht enttäuscht.

Da Ibu Baron während der Messung nicht sediert war, könnte die Schlange tatsächlich noch etwas länger sein, zumal sich die Muskulatur des Reptils unter Narkose vollständig entspannt. Frentius zufolge ist es gut möglich, dass sich die Länge des Reptils um weitere zehn bis fünfzehn Prozent steigern könnte.

Neben Anakondas in Südamerika zählen Netzpythons zu den längsten Schlangenarten der Welt, erreichen aber in der Regel “nur” eine Spanne zwischen drei und sechs Metern. Die Baronin liegt deutlich darüber. Übertroffen wird sie nur von der längsten von Guinness World Records offiziell anerkannten Schlange in Gefangenschaft: Der Netzpython Medusa, der in einem Gehege in Kansas City im US-Bundesstaat Missouri lebt, ist 7,67 Meter lang.

Um zu verhindern, dass die „Baronin“ von Menschen getötet wird, erwarb der lokale Naturschützer Budi Purwanto das Reptil und errichtete auf seinem Grundstück einen Unterstand. Dort lebt sie seither zusammen mit anderen geretteten Schlangen. Weil natürliche Beutetiere wie Hirscheber in der Region selten sind und sich der Lebensraum immer weiter einschränkt, befürchtet Purwanto, dass der Netzpython von menschlichen Siedlungen angezogen wird.

Die Würgeschlange ist zwar ungiftig, doch extrem stark und könnte Vieh oder in seltenen Fällen vielleicht sogar Menschen mit ihrer Körperkraft erlegen. Die Angst der Bevölkerung in einem Dorf käme für das Kriechtier vermutlich einem Todesurteil gleich. Eine weitere Gefahr stellen die Jagd auf das Fleisch und der illegale Wildtierhandel dar.

Die nun erfolgte offizielle Anerkennung durch Guinness World Records soll dem Tier zu mehr Sichtbarkeit und dadurch zu mehr Schutz verhelfen.

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