Hirnforscher Hufnagl zu Gast in Gargazon

„Unser Gehirn braucht zwischendurch immer wieder Ruhe und Muse!“

Mittwoch, 06. September 2017 | 11:32 Uhr

Gargazon – „Immer mehr, immer schneller und alles gleichzeitig, das bedeutet nicht hirngerecht zu arbeiten!“ Mit dieser Aussage ließ der renommierte Hirnforscher Bernd Hufnagl bei der Sommerveranstaltung des Raiffeisen InvestmentClubs das Publikum aufhorchen. In seinem Vortrag „Besser fix als fertig: Hirngerecht arbeiten in der Welt des Multitasking“ gab er Einblicke, wie unser Gehirn „tickt“ und plädierte für mehr Geduld und Achtsamkeit in unserem hektischen Arbeitsalltag.

Multitasking soll eigentlich die Effizienz und Produktivität steigern, tatsächlich führt die gleichzeitige Arbeit an mehreren Aufgaben zu einem Konzentrations- und Leistungsverlust. Abgelenkt durch E-Mails, Telefonate oder andere Störfaktoren, schaffen wir es laut Hufnagl gerade noch mal elf Minuten, uns konzentriert einer Sache zu widmen.

Biologisches Erbe wirkt auch heute

Wir sind von unserer Biologie auf Ablenkung programmiert. Viele Prozesse und spezialisierte Areale in unserem Gehirn, die sich im Laufe unserer Evolutionsgeschichte entwickelt und bewährt haben, wie das Gedächtnis, das Belohnungssystem, der Fluchtreflex u.a.m. wirken auch heute noch in uns, unterstrich der Hirnforscher. So führt der Neugiertrieb beispielsweise dazu, dass wir permanent die zwanghafte Sorge haben, etwas zu versäumen,  bekannt als „Fear of missing out“-Phänomen (abgekürzt FOMO), das besonders mit dem Konsum von modernen Technologien und sozialen Netzwerken einhergeht.  In unserer modernen, digitalen und beschleunigten (Arbeits)welt tappen wir oft in diese biologischen Fallen, was sich negativ auswirken kann.

Negative Folgen

Der permanente Wechsel zwischen Tätigkeiten führt dazu, dass das Gehirn rasant zwischen den Aufgaben hin und herwechselt – das bedeutet Effizienzverlust. Wir können infolge Wichtiges nicht mehr von Unwichtigem unterscheiden. Aufmerksamkeitsstörungen, Stresssymptome und psychische Erkrankungen nehmen zu, während die Belastbarkeit und die Fähigkeit, Zuzuhören und Empathie zu empfinden, abnehmen.

Spielregeln helfen

Hufnagl empfiehlt Spielregeln und Tipps, um wechselseitige Ablenkung zu minimieren und den Arbeitsalltag besser zu bewältigen: Spielregeln im Umgang mit E-Mails, beispielsweise das Eliminieren von Störfaktoren wie Pop-ups, oder der kontrollierte Gebrauch des Smartphones. Hilfreich sei es, Nicht-Ziele zu definieren, also ganz unkonventionell und bewusst einmal festzulegen, was man nicht tun will.  Wichtig sei es auch, sich immer wieder kurze Auszeiten und Tagträume zu gönnen. Denn unser Gehirn braucht zwischendurch Ruhepausen, wo es „nicht funktionieren“ und keine To-do-Listen abhaken muss.

Die Sommerveranstaltung des Raiffeisen InvestmentClubs in der Raffeiner Orchideenwelt in Gargazon war sehr gut besucht.

Die Herbstveranstaltungen finden am 7. November im Brixner Unternehmen Frener & Reifer und am 08. November im Bozner H2 Wasserstoffzentrum zum Thema „Nachhaltig anlegen“ statt.

Von: mk

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare

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6 Kommentare auf "„Unser Gehirn braucht zwischendurch immer wieder Ruhe und Muse!“"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Oma
Oma
Grünschnabel
17 Tage 13 h

macht er auch in bozen halt…?

Evi
Evi
Tratscher
17 Tage 10 h

und in Meran?

Tabernakel
14 Tage 8 h

@Evi
Er kommt mit seiner Muse.

schleifer
schleifer
Grünschnabel
17 Tage 12 h

Deswegen pro marijuana

Dublin
Dublin
Universalgelehrter
17 Tage 12 h

…wer rastet, rostet… 😅

Sag mal
Sag mal
Superredner
17 Tage 9 h

hatt Er” zufälli”g ein paar Bücher von Ihm dabei?

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