AVS ruft Sportler zur Rücksicht auf

Wenn der Uhu am Kletterfelsen brütet

Dienstag, 17. Februar 2026 | 09:23 Uhr

Von: luk

Bruneck – In 25-30 Horsten in Südtirol sitzen aktuell Wanderfalken auf ihrer Brut, auch Uhus haben von Mitte Februar bis Ende April Brutzeit – in Südtirol sind es laut Schätzungen etwa 35. Beide Arten sind Felsbrüter. Für ein gutes Nebeneinander sensibilisieren der AVS und das Landesamt für Natur auf Schildern, die in den Klettergärten Burgkofel/St. Lorenzen und Aufhofen/Bruneck aufgestellt wurden.

Der Alpenverein (AVS) setzt sich für einen naturverträglichen Bergsport ein. Mit der Kampagne „Freiheit mit Rücksicht“ sensibilisiert das Referat für Natur und Umwelt im AVS die Bevölkerung für die Bedürfnisse der Wildtiere. Die Kampagne nimmt ihren Ursprung in der Lenkung und Information der Skitourengeher und Schneeschuhwanderer. Der AVS widmet sich unter dem Dach dieser Kampagne auch der Sensibilisierung der Sportkletterer für ein naturbewusstes Verhalten in Klettergärten. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Natur wird daher für den Fortbestand speziell der Felsbrüter Uhu und Wanderfalke sensibilisiert.

Luigi Marchesi/Alpenverein Südtirol

Auf Informationstafeln können Kletterer Interessantes über die Felsbrüter erfahren. Zugleich wird auf  diesen Schildern an die Kletterer appelliert, insbesondere vom 10. Februar bis 30. April in den beiden Klettergärten vom Klettern abzusehen, zudem in bestimmten Bereichen keine neuen Routen einzurichten. „Uhu und Wanderfalke sind streng geschützt und reagieren empfindlich auf Störungen während der Brutzeit bis hin zur Aufgabe der Brut. Aufgrund ihrer niedrigen Fortpflanzungsrate gefährdet jede missglückte Brut ihren Fortbestand“, sagt Klaus Bliem, Leiter des AVS-Referats für Natur und Umwelt. „In Südtirol nisten nach Schätzungen nur 35 Uhu-Paare und 20-30 Wanderfalken-Paare. Der Zeitraum vom 10. Februar bis 30. April gilt als besonders kritisch für den Bruterfolg beider Arten“, sagt Giulia Ligazzolo vom Landesamt für Natur.

Im Klettergarten Burgkofel/St. Lorenzen wurde eine Ruhezone ausgewiesen. Im Umfeld des Klettergartens kommen Uhu und Wanderfalke vor, ein Uhu-Paar hat sogar einen Brutversuch unternommen.  Ähnlich ist die Situation im Klettergarten Aufhofen/Bruneck: Auch dort wurde eine Ruhezone eingerichtet, in welcher keine neuen Routen entstehen sollen. Zudem wird auch hier zum Verzicht aufs Klettern zwischen 10. Februar und 30. April appelliert, um eine Uhu-Brut zu ermöglichen. Im Gegensatz zum Burgkofel kommt in der Wand zwar kein Wanderfalke vor, der felsbrütende Kolkrabe reagiert jedoch ebenfalls empfindlich auf Störungen.

„Unsere Berge und Landschaften sind Lebensraum für seltene Tierarten und zugleich Orte der sportlichen Begegnung. Ein respektvoller Umgang mit der Natur zeigt sich gerade darin, dass wir ihr in sensiblen Phasen Raum lassen. So wird ein gutes Miteinander von Mensch, Sport und Tierwelt möglich,“ betont Landesrat für Sport, Natur-, Umwelt- und Klimaschutz Peter Brunner.

„Du bist in guter Gesellschaft. Lass auch den Tieren Raum und verhalte dich respektvoll,“ lautet die Botschaft der Informationstafel. Ein konfliktfreies Nebeneinander ist möglich, wenn das Klettern auf jene Bereiche des Felsens beschränkt wird, die von den Vögeln nicht genutzt werden. Mit der Abgrenzung von Ruhezonen wird sichergestellt, dass Platz für Mensch und Tiere bleibt.

Kletterer ermöglichen mit diesem kleinen Verzicht eine erfolgreiche Brut. Sollten sie beim Klettern dennoch einen Uhu oder Wanderfalken beobachten, ist ein Rückzug aus der Felswand erbeten, um Störungen zu vermeiden. Jungvögeln sollten sie sich weder nähern noch sie berühren, denn diese werden auch außerhalb des Nests weiterhin von den Eltern gefüttert.

Bezirk: Pustertal

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