Einkommen

AFI: Lokale IRPEF-Zuschläge als Werkzeug der sozialen Gerechtigkeit

Freitag, 11. Januar 2019 | 17:41 Uhr

Bozen – Der regionale und der kommunale IRPEF-Zuschlag sind wichtige Einnahmequellen für die Lokalkörperschaften und wichtig für eine sozial gerechtere Einkommensverteilung. Zehn der 116 Gemeinden in Südtirol erheben einen den IRPEF-Zuschlag. Das zeigt die Stu-die des AFI | Arbeitsförderungsinstituts zu den Südtiroler Steuererklärungen des Jahres 2017. „Auch wenn mit diesen Zuschlägen verhältnismäßig kleine Summen eingehoben wer-den, sollten sie so gestaltet sein, dass die Schere zwischen Arm und Reich nicht noch wei-ter auseinander geht“, mahnt AFI-Präsidentin Christine Pichler.

80.447 Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in Südtirol mussten im Steuerjahr 2016 den regionalen IRPEF-Zuschlag entrichten. 300 Euro waren sie durchschnittlich dem Land Südtirol schuldig. Dank der Ausdehnung der „No-Tax-Area“, die 2016 eingeführt worden war, ersparte sich jeder zahlungspflichtige Steuerzahler im Schnitt 67 Euro. Dabei wurden 24,1 Mio. Euro in die Landes-kassen geschwemmt, das waren 7,2 Mio. Euro weniger als im Jahr 2015.

Der IRPEF-Zuschlag der Gemeinden wird in Südtirol nur von zehn Gemeinden verlangt. Die Steuer betrifft aber 117.422 Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, fast 37.000 mehr als der Lan-deszuschlag. Von den zehn Gemeinden, die in Südtirol den IRPEF-Zuschlag vorsehen, wenden acht Gemeinden einen einheitlichen Steuersatz an, zwei Gemeinden staffeln den Hebesatz nach Einkommen. Darüber hinaus gewähren sechs Gemeinden eine Steuerbefreiung für Geringverdie-ner. Für diese zehn Gemeinden fielen zusammen 7,2 Mio. Euro ab. Die Bürger haben damit durchschnittlich mit 61 Euro pro Kopf zu den Steuereinnahmen ihrer Gemeinde beigetragen.

Die IRPEF-Zuschläge sind nicht nur Einnahmequellen für Lokalkörperschaften, sie sind auch wich-tig für eine sozial gerechtere Einkommensverteilung. Sie betreffen weite Schichten der Bevölke-rung und erreichen für die Steuerzahler nicht unwesentliche Summen. „Unsere Studie zeigt, dass auch die Lokalsteuern ein Werkzeug zur Herbeiführung des sozialen Ausgleichs sein können“, so AFI-Forschungsmitarbeiter Friedl Brancalion zur Bedeutung dieser beiden lokalen Steueraufschlä-ge. Gerade bei der Progressivität gäbe es bei den IRPEF-Zuschlägen noch Verbesserungspoten-zial, heißt es aus dem AFI.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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3 Kommentare auf "AFI: Lokale IRPEF-Zuschläge als Werkzeug der sozialen Gerechtigkeit"


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traktor
traktor
Universalgelehrter
12 Tage 11 h

wow.
ich habe mit dem dezembergehalt (3kinder) 2000€ irpef bezahlt,sodass vom gehalt nix übrig blieb…
voll gerecht dieses system wo familien legal bestohlen werden!!

Josef
Josef
Neuling
9 Tage 23 h

“Werkzeug der sozialen Gerechtigkeit”  ???
In Sand in Taufers wurde der Gemeindenzuschlag mit 1.1.2018 eingeführt und zwar als “Steuer für Fehler der Gemeindeverwaltung”. Weil zu viel geprotzt, falsch geplant, falsch finanziert und falsch gebaut wurde. 
Deshalb zahlen die Bürger jetzt für 20 Jahre lang für jährlich über eine halbe Million Euro  den Gemeindenzuschlag und zwar ohne Befreiung für Rentner, Kleinverdiener usw….
UND DAS NENNT MAN STEUER ALS WERKZEUG DER SOZIALEN GERECHTIGKEIT ? ? ?

thomas
thomas
Universalgelehrter
12 Tage 1 h

der Ansatz stimmt. Vermögen muss besser verteilt werden

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