Cloud-Sparte gibt Rückenwind

Amazon wächst überraschend stark

Freitag, 06. Februar 2026 | 07:25 Uhr

Von: APA/Reuters

Das anhaltende Wachstum der Cloud-Sparte hat Amazon erneut Rückenwind gegeben. Gleichzeitig kündigte der Online-Händler am Donnerstag eine Ausweitung seiner Investitionen an. Er wolle im laufenden Jahr etwa 200 Milliarden Dollar (169,52 Mrd. Euro) in den Bau neuer Rechenzentren sowie die Entwicklung von KI-Chips und Kommunikationssatelliten stecken, sagte Konzernchef Andy Jassy. Analysten hatten mit Ausgaben von knapp 145 Milliarden Dollar gerechnet.

Amazon Web Services (AWS) ist der weltgrößte Cloud-Anbieter. Die Tochter des Online-Händlers trägt zwar nur etwa 15 bis 20 Prozent zum Konzernumsatz, aber 60 Prozent zum Betriebsgewinn bei. Für den Einsatz in den eigenen Rechenzentren entwickelt AWS eigene Spezialprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI). Im vierten Quartal haben Rechner mit insgesamt einer halben Million Trainium2-Chips den Betrieb aufgenommen. Diese werden vor allem vom KI-Entwickler und OpenAI-Rivalen Anthropic genutzt. An diesem ist Amazon beteiligt. Daneben baut der Online-Händler mit Leo ein Netzwerk für Internet-Verbindungen über Satellit auf, das Starlink Konkurrenz machen soll.

Die Google-Mutter Alphabet, der Softwarekonzern Microsoft und der Facebook-Betreiber Meta hatten in den vergangenen Wochen ebenfalls jeweils eine deutliche Ausweitung ihrer Investitionen in KI-Infrastruktur angekündigt. Anleger reagierten jedoch nur dann positiv, wenn die Unternehmen kräftige Steigerungen bei Umsatz oder Gewinn vorweisen konnten. Amazon-Aktien fielen am Donnerstag im nachbörslichen Handel an der Wall Street zeitweise um elf Prozent.

Cloud-Sparte wächst deutlich langsamer als Konkurrenz

Die Geschäftszahlen des US-Konzerns fielen gemischt aus: Die Erlöse stiegen im abgelaufenen Quartal zwar überraschend deutlich um 14 Prozent auf 213,4 Milliarden Dollar, und der operative Gewinn entsprach mit 25 Milliarden Dollar (21,15 Mrd. Euro) den Markterwartungen. Der Ausblick für das laufende Vierteljahr enttäuschte dagegen. Das Unternehmen peilt ein Betriebsergebnis von 16,5 bis 21,5 Milliarden Dollar an.

Die Cloud-Sparte AWS verzeichnete mit 24 Prozent das stärkste Wachstum seit 13 Quartalen, betonte Konzernchef Jassy. Die Cloud-Sparten von Alphabet und Microsoft hatten jedoch 48 beziehungsweise 39 Prozent zugelegt. “Wir hatten auf ein fortgesetztes starkes Gewinnwachstum gesetzt, aber das ist hier einfach nicht der Fall”, kritisierte Portfoliomanager Dave Wagner vom Vermögensverwalter Aptus. “Dem Markt missfällt, dass für derartige Wachstumsraten erhebliche Summen investiert werden.”

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