Unternehmen und Gewerkschaften warnen

Arbeit in Bozen, Wohnung in Trient: Darum ist dieser Trend fatal

Montag, 05. Dezember 2022 | 12:11 Uhr

Bozen – Menschen, die in Bozen arbeiten, leben nicht immer in der Stadt, sondern oft auch in deren Umfeld. Das ist an für sich nichts Neues. Was zunimmt, ist allerdings die Anzahl der Pendler aus dem Trentino. Immer mehr Menschen leben in Trient und haben ihren Job in Bozen. Das führt zu ungeahnten Konsequenzen für den Arbeitsmarkt.

Firmen haben immer öfter Schwierigkeiten Personal an Ort und Stelle zu finden. „Private Wachdienste, aber auch Unternehmen in anderen Sektoren haben viele Mitarbeiter aus Mittel- und Süditalien. Die Firmen stellen ihnen Unterkünfte im Trentino zur Verfügung, weil diese dort weniger kosten“, erklärt Mauro Baldessari, Sekretär der Gewerkschaft UIL, laut einem Bericht der italienischen Tageszeitung Alto Adige.

Andere Firmen organisieren täglich Shuttlebusse, um Mitarbeiter aus Trient abzuholen und nach Bozen oder ins Unterland zu bringen. Die Situation könnte für Betriebe im produzierendem Gewerbe, aber auch im Dienstleistungssektor zum Problem werden, denn: Wer hier in Südtirol nur arbeitet, seinen Lebensschwerpunkt aber woanders hat, wird seine Arbeit wechseln, sobald sich die erstbeste Gelegenheit ergibt.

Mitarbeiter von Firmen, die Filialen im Friaul, im Veneto oder in der Lombardei haben, bitten außerdem immer öfter um Versetzung. Grund ist vielfach derselbe: Der Lohn bleibt gleich, doch die Lebenshaltungskosten sind außerhalb von Südtirol deutlich niedriger.

Während sich Angestellte für den Kauf einer 60-Quadratmeter-Wohnung in der Peripherie in Bozen fast ein Leben lang verschulden, besteht in anderen Regionen die Chance, das Darlehen in einigen Jahrzehnten zurückzuzahlen und sich nebenbei auch ein noch ein paar Urlaube zu gönnen.

Unternehmer und Gewerkschaften appellieren an das Land und die Gemeinde, sich mehr für leistbares Wohnen einzusetzen. Den Unternehmern zufolge wird auch die Wohnbaureform von Landesrätin Waltraud Deeg, die erst kürzlich vom Landtag verabschiedet worden ist, nicht viel Änderung bringen. Das Gesetz trage der gestiegenen Inflation und den höheren Zinsen auf Darlehen nicht Rechnung. In Bozen verlangen die Unternehmer von der Gemeinde, vorhandenen Baugrund besser zu nutzen und weiteren zur Verfügung zu stellen.

Baugrund sei insgesamt in Südtirol zu teuer. Die Unternehmer fordern, dass alle Anwohner Anrecht auf den geförderten Wohnbau bei der Errichtung eines Eigenheims haben. Dasselbe sollte für Mietwohnungen gelten, die mindestens 20 Jahre lang zum Landesmietzins an Anwohner vermietet werden.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare
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SilviaG
SilviaG
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

Sorry, aber den Zug zum leistbaren Wohnen haben bereits unsere Alten abfahren lassen, die alles aufgebaut haben. Die Heimat damals wurde verschleudert, da das Geld so schön geglänzt hat und heute geht es munter weiter während die Preise nach oben schießen. Hier wirds nicht mehr billiger

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 2 Tage

Du hast doch genug! Sagtest du hier! Spielst jetzt die edle Sameriterin für Arme? Nobel sag ich , nobel!

Faktenchecker
2 Monate 2 Tage

Silvi ist gefrustet. Nichts geerbt??

Tommmi
Tommmi
Grünschnabel
2 Monate 2 Tage

Ja viele der alten haben früher auch gebuggelt um sich etwas leisten zu können und gespart , auf vieles verzichtet, Militär gemacht , kein oder Kaum Urlaub , so billig war wohnen früher auch nicht und auch das bauen, die Zinsen waren viel viel höher.

Kinig
2 Monate 2 Tage

@Faktenchecker…Alles ! Aber so bringt es halt 👍…..

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 2 Tage

Die Wohnbaureform war ein Witz der seinesgleichen sucht! Das einzige was das entschuldigt, ist der Umstand, dass in anderen Ländern genauso gehandelt wurde! Also überall Politiker am Werk die fernab jeder Realität handeln! Warum wohl?
Die Wohnungsnot wird künstlich am Leben erhalten, so siehts aus und die Gründe dafür, liegen auf der Hand!

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 2 Tage

Nachtrag, kenne persönlich Investoren die sich darüber tot lachen znd weiter investieren!

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 2 Tage

Ne, sie lachen sich reich! So rum ..!

oetzi_123
oetzi_123
Grünschnabel
2 Monate 2 Tage

Wie so gihn es früher alles ohne dem Gemeckere😜

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 2 Tage

@oetzi_123 Ganz eunfach, es gab genug Wohnraum!

Goennenihrwichtigtuer
2 Monate 2 Tage

N.G. Bleibt nichts verborgen. Der schlaue Fuchs Durchblick die Matrix…

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 2 Tage

@Goennenihrwichtigtuer Was genau war dein Beitrag zum Artikel? Wo steht dieser? Argumente für oder gegen? Wenn keiner da ist, was willst du damit sagen? Das es dir rein um etwas persönliches geht? Erzähl es deiner Mutter!

Rosenrot
Rosenrot
Superredner
2 Monate 2 Tage

In Deutschland ist das Pendeln gang und gäbe, eine Stunde zum Arbeitsplatz und wieder zurück (auch mehr) ist dort normal. Warum hat man in Südtirol ein Problem damit? Man muss sich davon verabschieden, dass sich der Arbeitsplatz um die Ecke befindet, etwas mehr Flexibilität wäre schon angebracht. Langsam wird’s lächerlich.

ivi4
ivi4
Neuling
2 Monate 2 Tage

Genau dieses Pendeln führt doch in Deutschland zu verschiedenen Problemen. Zum Beispiel Hohe Belastung des Verkehrs weil fast 70 % mit den Auto pendeln. Diese Zahl wird in Südtirol ähnlich sein. Viele Pendler “verlieren” doch fast 2 Stunden ihres Tages ans Pendeln. Es wird daher schwierig noch Zeit für Familie oder Freizeit zu haben, wenn man 10 oder mehr Stunden der Zeit für Arbeit und Pendeln aufgibt. Also nur weil es in Deutschland so gemacht wird muss das nicht heißen, dass es sinnvoll ist.

ghostbiker
ghostbiker
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

probier du amol Schichtarbeit,fängt meistens um 5e un sem mogsch agaling um holb 4e aufstian iatz tatz nocho schun agaling so hirnlose Kommentare…

Kinig
2 Monate 2 Tage

@Rosenrot….Man kann die Zeiten fürs Pendeln sicher nicht 1:1 vergleichen, aber die Agentur für Arbeit in 🇩🇪 hält es für zumutbar, dass Arbeitssuchende, welche ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld I erhalten wollen, sogar eine Pendelzeit von 1,5 Stunden täglich und EINFACHE Entfernung in Kauf nehmen müssen….

bern
bern
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

Ich finde es gut, dass Wohnen in Südtirol teuer ist, wir haben schon genug verbaut. Billigarbeitsplätze können gerne nach Süden abwandern, dort gibt es auch die Billigarbeitskräfte.

Leonor
Leonor
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

bern

Solche hirnlose Kommentare kann ich mir wirklich sparen. Du willst doch gerne dass die Superhirne ins Ausland flüchten, und nur mehr die Ausländer die nicht mal eine Ausbildung gemacht haben die arbeiten verrichten? Also ehrlich ich schüttle den Kopf!

bern
bern
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

@Leonor
die Superhirne können sich die Wohnungen in Südtirol ohne Probleme leisten. Schau dir mal die Wohnungspreise in der Schweiz an…..dort versammeln sich die Superhirne, Gute Jobs sollen nach Südtirol, Billigjobs können gerne nach Süditalien.

Pasta Madre
Pasta Madre
Tratscher
2 Monate 2 Tage

@bern
Soso, dann sag mir mal wo die Reinigungskräfte wohnen sollen, die Büros der Superhirnedie und der Krankenhäuser reinigen,
Die Handwerksangestellten, die Fabriksarbeiter, die Pflegekräfte, die Strassenarbeiter, die Müllmänner usw haben die kein Anrecht auf leistbares Wohnen????

Leonor
Leonor
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

bern

Wohnen und arbeiten In der Schweiz und in Südtirol sind nicht zu vergleichen! In der Schweiz sind die Reallöhne für die akademische Bürger viel höher als hier in Südtirol. Deswegen flüchten viele Ärzte und co nach Ausland wie in Österreich, Deutschland, Schweiz.

Leonor
Leonor
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

bern

Bei uns kaufen sie nur die Wohnungen nur dann, wenn sie von jemandem das Geld oder sonstige Zuwendungen geerbt haben. Vom eigenen gesparten Geld reicht das heutzutage niemals aus. Glaube mir.

Bozen77
Bozen77
Grünschnabel
2 Monate 2 Tage

Geförderter Wohnbau führt leider genau ins Gegenteil: Baufirmen bzw. Verkäufer von Baugrund und Immobilien erhöhen nämlich den Preis um genau den Landesbetrag von 30k-50k Euro. Wenn das Land morgen den Beitrag um 100k Euro erhöht, werden auch die Immobilien um das teurer.

Ortner
Ortner
Grünschnabel
2 Monate 2 Tage

Sie haben absolut recht. Subventionen gehen nach Preisanpassungen als Rente an den immobilen Faktor. Der immobile Faktor ist das “Land”, nicht die “Arbeit”.

nit verstondn
2 Monate 2 Tage

Wenn Unternehmen warnen, warum bauen sie nicht leistbare Wohnungen für ihre Mitarbeier?

ghostbiker
ghostbiker
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

ich deß iatz auch noch Aufgabe von Unternehmen?

Hero
Hero
Grünschnabel
2 Monate 2 Tage
– Wohnbauförderung abschaffen – Steuern, die auch weh tun, auf Dritt- und Viertwohnungen, die nicht langfristig vermietet werden – Den ganzen Spekulanten aus dem Ausland einen Riegel vorschieben Es wäre einfach, wenn es denn gewollt wäre, aber zu viele von oben verdienen an diesem System mit. Uns stehen düstere Zeiten bevor, wenn das Problem nicht bald behoben wird. Allen voran im Gesundheitssektor, Gastronomie, Handwerk und alle weiteren Dienstleistungen. Wie immer werden es die klein- und mittelständischen Unternehmen sein, die draufzahlen. Wer nichts erbt verlässt das Land. Wer nicht von hier ist, sowieso. Nur dann frage ich mich, wer soll hier… Weiterlesen »
bern
bern
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

@Hero
wir haben zuviel Tourismus mit vielen Billigjobs. Und zuwenig Zukunftstechnologie für Ingenieure und Naturwissenschaftler.
Folglich wandern die guten Köpfe ins nördliche Ausland und die Billigarbeitskräfte ziehen zu uns.

krokodilstraene
Tratscher
2 Monate 2 Tage

Arbeit in Bozen, Wohnung in Trient:
die besetzen dann die Sitzplätze im Zug – eine reine Frechheit ist das!

leolee
leolee
Tratscher
2 Monate 2 Tage

dazu kann ich nur sagen Banditen schützen Banditen!!!

schwarzes Schaf
schwarzes Schaf
Superredner
2 Monate 2 Tage

Schaft diese ganzen Förderungen ab die werden sowieso nur im preis mit eingerechnet und der was keine förderung bekommt der hat es noch schwerer

Holzile
Holzile
Grünschnabel
2 Monate 2 Tage

Solong mo Sidtiroul in Italien isch wert sich eh nix ändon…
Des Problem isch net neu, itz ischs la brutal vobroatn. 

algunder
algunder
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

des wos menn do bi ins zohlt isch niamor normal !
kuan wunder wenn die leit sich ondorwertig um schaugn!

ghostbiker
ghostbiker
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

haupsoch die Politiker sahnen mega ab…der Rest ist egal nur immer brav Kreuz mochn ba die Wahlen

Entequatch
Entequatch
Tratscher
2 Monate 2 Tage

Südtirol konzentriert sich ein dach übee dem kopf den migranten, obdachlose, missbrauchte frauen zu gen, trient hat andere ziele.

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

platz in unsern kluanen landl isch rar… und des wos rar isch, isch holt tuier… isch in ondere Orte der welt genauso, mir hoben holt viel unbebaubare Fläche aufgrund der Berge, mir leben nunmal nit im Flachland der poebene wo der negste nachbar oft minuten entfernt wohnt…. des sein 2 komplett unterschiedliche Ausgangspunkte

Gino
Gino
Neuling
2 Monate 2 Tage

@N.G. Unglaublich deine Kommentare.. fast schon allwissend.. hast du nichts besseres zu tun?!

L.G
L.G
Grünschnabel
2 Monate 2 Tage

Doh er steht 8 Stunden am Fliessband in einer Fabrik :-))

Wohlzeit
Wohlzeit
Tratscher
2 Monate 2 Tage

Pendeln von Bruneck nach Bozen ist ok, aber von Trient nach Neumarkt nicht? Langsam wird die Diskussion absurd. Viele Wohngegenden in Südtirol werden aufgrund des knappen  Wohnraumes nie mehr leistbar werden, weil es genug Menschen von auswärts gibt, für denen Südtirol ein Paradies ist.

Rosenrot
Rosenrot
Superredner
2 Monate 2 Tage

Rudolfo: Dein Kommentar lässt erahnen, dass Du über die Pendlersituation in Deutschland keine Ahnung hast. Nur ein Beispiel zu nennen: wer im Norden von München lebt und im Süden der Stadt arbeitet, benötigt in etwa eine Stunde Fahrtzeit, um an seinen Arbeitsplatz zu gelangen, ebenso wieder zurück. Dort gibt es eben nicht immer den Arbeitsplatz in der Nähe des Wohnortes, um zu Fuß oder mit dem Fahrrad dorhin zu gelangen. Der Südtiroler ist zu unflexibel…auch wenn es keiner hören will.

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