Südtirol ist bei Beschäftigung Flaggschiff Italiens

Arbeitsmarkt boomt weiter: Positiver Trend hält an

Donnerstag, 22. November 2018 | 16:41 Uhr

Bozen – Die Landesabteilung Arbeit hat heute mit dem Arbeitsmarktbericht für das zweite Halbjahr wieder sehr positive Arbeitsmarktzahlen aus Südtirol präsentiert. “In den letzten drei Jahren”, sagt Arbeitslandesrätin Martha Stocker, “ist die Beschäftigungsquote auf Landesebene um zehn Prozent gestiegen, wovon 3,5 Prozent oder 7210 mehr Beschäftigte in den letzten sechs Monaten zu verzeichnen waren.” Zu Beginn dieser Legislaturperiode, so die Landesrätin, hätten einige schwere Krisen wie der Stellenabbau bei Hoppe und Würth den Arbeitmarkt getrübt, heute, am Ende der Legislaturperiode, könne man mit einem Arbeitsmarkt zufrieden sein, der seit einigen Halbjahren eine ausgesprochen positive Entwicklung nehme, auch dank einer Reihe von Unterstützungs- und Fördermaßnahmen auf Landesebene.

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Ausländer tragen fast zur Hälfte zur Beschäftigungszunahme bei: In den letzten sechs Monaten (Mai-Oktober 2018) stieg die Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um außergewöhnliche 3,5 Prozent. Das Wachstum betrifft fast alle Sektoren und Teilsektoren, Arbeitnehmergruppen und Gebiete Südtirols, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Die positive Entwicklung wurde vor allem im Gastgewerbe (+6,1 Prozent), aber auch im Sozialwesen (+3,5 Prozent), Handel (+2,9 Prozent), den übrigen privaten Dienstleistungen ohne Handel (+3,1 Prozent), dem verarbeitenden Gewerbe (+3,0 Prozent) und in der Landwirtschaft (+7,2 Prozent) beobachtet. Dabei  ist festzustellen, dass ausländische Arbeitskräfte fast zur Hälfte des Wachstums beitrugen, nämlich: + 8,4 Prozent, das sind 2563 Beschäftigte mehr. Wenn die Tatsache berücksichtigt wird, dass ungefähr 800 Arbeitnehmer – fast alle mit Wohnsitz in Südtirol und zu zwei Dritteln unbeschäftigt – im selben Zeitraum die italienische Staatsbürgerschaft erlangt haben, dann ergibt sich eine von den Einbürgerungen bereinigte Veränderung von plus 3146 (+10,4 Prozent). Rechnet man den zusätzlichen Bedarf des Arbeitsmarktes mit, so mussten von außerhalb Südtirols zusätzlich zu den 2560 auch noch 1850 Arbeitskräfte von anderen italienischen Provinzen “geholt” werden. Das sind 4410 der insgesamt 7210 neuen Arbeitsstellen.

Auf den Arbeitsmarkt schlage sich auch der demographische Wandel nieder: “Bereits im dritten Jahr in Folge überschreitet die Zunahme der über 50-Jährigen die viertausend Einheiten”, macht Landesrätin Stocker deutlich und betont, wie sehr man auch künftig auf Arbeitskräfte aus dem Ausland setzten müsse.

Stefan Luther, geschäftsführender Direktor der Landesabteilung Arbeit, wies auf einige Wermutstropfen in der in vielen Punkten so glänzenden Statistik hin. So ging er auf das große Gefälle im Stiefelstaat ein, in dem es, wie in keinem anderen Europäischen Land, so große Unterschiede zwischen hohen und niedrigen Beschäftigungszahlen gebe. Dabei stehe Südtirol in Italien wie ein Flaggschiff an vorderster Front und könne sich bei einer Beschäftigungsquote von über 75 Prozent gut mit anderen Ländern aus Nord- und Mitteleuropa messen. Weitere, von Abteilungsdirektor Luther veranschaulichte Grafiken zeigen ein deutliches Wachstum der Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe in Südtirol seit 2016, das Wachstum der Beschäftigten und der geleisteten Arbeitsstunden in der Bauwirtschaft durch den Brennerbasistunnel und die Entwicklung der Beschäftigten imGastgewerbe mit den damit verbundenen Touristenzahlen in der Sommersaison.

Eine weitere erfreuliche Tendenz ist die abnehmende Zahl von Langzeitarbeitslosen: “Die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen, die von Mai bis Oktober 2018 in den Listen der Arbeitsvermittlungszentren eingetragen waren, lag bei 11.821 Personen, 1012 (+9,4 Prozent) mehr im Vergleich zum Vorjahr. Nur 4805 von ihnen sind wirklich auf Arbeitssuche und können sofort vermittelt werden (“Job-ready”), fast genauso viele wie zwölf Monate zuvor (-25; -0,5 Prozent). Die Zahl der Langzeiteingetragenen betrug durchschnittlich 910. Im Vergleich zum Vorjahr sind das -278 (-23,4 Prozent) weniger.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "Arbeitsmarkt boomt weiter: Positiver Trend hält an"


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sarnarle
sarnarle
Tratscher
26 Tage 20 h

Und wieviele davon müssen eine Familie ernähren Schulden abstottern und das alles mit 1500€/Monat. Die Löhne stehen in Südtirol in keinen Verhältnis zu den Lebenskosten und den Lebensstandard den wir gezwungen werden zu halten.

Ewa
Ewa
Superredner
26 Tage 7 h

@sarnale
den Lebensstandard bestimmt man selbst.
Oder muss jede Familie mit weniger Geld Handy, Laptop, 2 Autos, mindestens 1x im Jahr Urlaub und noch vieles mehr haben?

Die Arbeitslage bei uns ist SUPER. Jeder findet Arbeit und kann sich großteils auch aussuchen, was er machen möchte.
Also nicht immer jammern und alles schlechtreden.
Es geht uns NICHT schlecht.

Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
26 Tage 22 h

In 6 Monaten kann die Situation wieder ganz anders ausschauen! Stocker’s Höhenflüge sind fehl am Platz und nach den Wahlen auch gar nicht mehr notwendig. 

Gudrun
Gudrun
Grünschnabel
26 Tage 19 h

und die meisten Arbeitsstellen sind befristet !!!—-und moderne Sklaverei hat Hochkonjuktur !!!!!

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
26 Tage 18 h

Frak Stocker die Wahlen sind vorbei, man muss nichts mehr beschöningen.

Ewa
Ewa
Superredner
26 Tage 7 h

@So ist das.
Sie bringt Fakten und Zahlen auf den Tisch und beschönigt nichts.
Was seid ihr bloß alle so negative Menschen?🤔

bern
bern
Superredner
26 Tage 18 h

Südtirol ist nicht Italien.
Was hiermit wieder mal bewiesen wird.

wouxune
wouxune
Tratscher
26 Tage 8 h

Und holt wiedo die Bestigstn!!😂😂😂😂

Paul
Paul
Universalgelehrter
25 Tage 1 h

Dank Dumpinglöhne und Lobbypolitik

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