Reaktion der Handelskammer

Architektonische Barrieren: “Gebäude gehört nicht der Handelskammer”

Donnerstag, 07. Dezember 2017 | 11:54 Uhr
Update

Bruneck – Dr. Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen, reagiert in einer Aussendung auf die Stellungnahme von Cornelia Brugger, wonach es beim Gebäude der Handelskammer in Bruneck architektonische Barrieren gebe.

“Es liegt im Interesse der Handelskammer Bozen, dass alle Unternehmer/innen unsere Dienste in Anspruch nehmen können. Das Gebäude, in dem sich das Büro und der Saal für die Mediationstreffen befinden, gehören nicht der Handelskammer und deshalb können wir auch keine Umbaumaßnahmen vornehmen, damit unsere Büros barrierefrei erreichbar sind. Die Räumlichkeiten werden uns vom lvh.apa Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister zur Verfügung gestellt. Wir sind sehr dankbar dafür, denn nur so konnten wir die Außenstellen weiterhin erhalten, trotz der Einsparungen, welche die Handelskammer aufgrund der Reduzierung der Jahresgebühr durch die Regierung Renzi vornehmen musste”, so Aberer.

“Zusätzlich möchten wir darauf hinweisen, dass die Handelskammer Bozen und ihre Mitarbeiter/innen vor Ort jede mögliche Hilfe anbieten, damit Menschen mit Beeinträchtigung der Zugang zu den Diensten möglich ist. Es werden verschiedene Online-Dienste angeboten und gerne wenn notwendig telefonische Hilfe dazu. Möchte bzw. muss der Kunde persönlich in der Außenstelle erscheinen, so wird ihm ein Termin, auch außerhalb der Schalteröffnungszeiten, angeboten, wo dann im Parterre (z.B. Vorhof oder in der Bar) das Treffen stattfindet. Falls notwendig bzw. erwünscht kommen die Mitarbeiter/innen der Handelskammer auch zum Firmen- oder Wohnsitz der Kunden mit Beeinträchtigung”, schließt der Generalsekretär der Handelskammer Bozen.

BISHER

“Ich bedaure es sehr, dass der Bürgermeister von Bruneck, eine Stadt der die sozialen Themen immer ein Anliegen gewesen sind, sich nicht dafür einsetzt, dass die Handelskammer Bruneck barrierefrei wird. Wer die Antwort des Bürgermeisters Griessmair auf meine Anfrage in der letzten Gemeinderatsitzung liest, kann sich dieses Eindrucks nicht erwehren”, so Cornelia Brugger.

“In meiner Anfrage hab ich auf einen Vorfall hingewiesen, der sich kürzlich in der Handelskammer zugetragen hat. Ein Brunecker Unternehmer, der im Rollstuhl sitzt, wollte die neubezogenen Büros der Handelskammer aufsuchen, um Geschäftliches abzuwickeln. Leider war ihm der Zugang in den ersten Stock verwehrt, da es keinen Aufzug gibt. Die Mitarbeiter des Büros haben angeboten, ihn hochzutragen oder einen Termin in der im Erdgeschoss liegenden Bar zu vereinbaren. Lösungen, die meiner Meinung nach weder respektvoll sind noch einem professionellen Dienstleistungsbetrieb entsprechen. Auch wenn sich die Handelskammer nicht mehr im Gemeindegebiet Bruneck befindet, war es mir trotzdem ein Anliegen eine Anfrage, ob der Bürgermeister sich für die Barrierefreiheit in der Handelskammer einsetzen kann, in den Gemeinderat zu bringen, weil von der Nutzung derselben auch viele Brunecker Bürger und Bürgerinnen betroffen sind. Aber die Antwort von Griessmair fiel trocken aus: “Für die Beseitigung der architektonischen Barrieren ist der jeweilige Eigentümer oder mit Nutzungsrechten Betraute zuständig”, so Brugger.

“Das ist sicher richtig, aber es ist auch richtig dass es zu den Aufgaben des ersten Bürgers der Stadt gehört, sich um die Probleme seiner Schäfchen zu kümmern und sich um Lösungen zu bemühen, auch wenn sie nicht in seine direkte Kompetenz fallen. Ich hoffe der Bürgermeister ändert seine Meinung und interveniert zugunsten der Mitbürger mit Behinderung”, schließt Brugger.

Von: luk

Bezirk: Bozen, Pustertal

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