"Kniefall vor der Wirtschaft"

ASGB-Gesundheitsdienst: “Wo bleibt der Dank?”

Dienstag, 25. August 2020 | 13:04 Uhr

Bozen – Der Bozner Bezirkssekretär der Fachgewerkschaft Gesundheitsdienst im Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB), Walter Oberkalmsteiner, kritisiert mit Nachdruck die Lobeshymnen des Südtiroler Sanitätsbetriebes im Hinblick auf die Bereitstellung von rund 90 Betten seitens diverser Privatkliniken während der Covid-19 Krise.

Es sei klar, so Oberkalmsteiner, dass das öffentliche Gesundheitssystem kurz vor dem Kollaps stand, der Sanitätsbetrieb zum Handeln gezwungen war und die Kooperation mit den Privatkliniken essentiell für die klinische Behandlung vieler Covid-19-Erkrankter war. Aber man dürfe in diesem Kontext eines nicht vergessen, nämlich den Umstand, dass die Privatkliniken die eigentlichen Nutznießer dieser Zusammenarbeit waren: „Der Tagessatz pro Patient und belegtes Bett, sowie pro vertragsgebundenes unbelegtes Bett war äußerst rentabel für die Kliniken, die aufgrund der Sicherheitsprotokolle in ihrem normalen Tagesgeschäft diesen Umsatz niemals erreicht hätten. Deshalb mutet mich dieser überschwängliche Dank seitens des Südtiroler Sanitätsbetriebes an die beteiligten Privatkliniken seltsam und nicht nachvollziehbar an. Vor allem vor dem Hintergrund, dass jene, die wahrhaftig einen offiziellen Dank seitens der Verantwortlichen im Südtiroler Sanitätsbetrieb verdient hätten, nämlich Krankenpfleger, Ärzte, Altenpfleger usw. bis dato nicht eine angemessene öffentlichkeitswirksame Wertschätzung bekommen haben.“

Es sei einfach ärgerlich, so Oberkalmsteiner, dass Wirtschaftstreibende, die von einer Zusammenarbeit ökonomisch profitiert haben, mit offiziellen Lobeshymnen überhäuft würden, während jenen, die den Karren aus dem Dreck gezogen haben, diese Anerkennung nicht gewährt wird. Die wirklichen Helden des epidemiologischen Notstandes Covid-19 würden bis heute auf die Auszahlung der versprochenen Prämie warten und der Anspruch einiger auf die Prämie sogar bezweifelt. Und diese Kniefälle vor der Wirtschaft seien symptomatisch für das System Südtirol, heißt es abschließend.

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

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1 Kommentar auf "ASGB-Gesundheitsdienst: “Wo bleibt der Dank?”"


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andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Wen wollt ihr belohnen ich kenne krankenhauspersonal von ambulanzen die Langeweile hatten das gießkannenprinzip funktioniert nicht

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