Handelskammer warnt

„Ausweitung des sektoralen Fahrverbots geht auf Kosten der Südtiroler Betriebe“

Donnerstag, 21. Februar 2019 | 10:48 Uhr

Bozen – Nordtirol plant Änderungen des Nachtfahrverbots, des sektoralen Fahrverbots und der Euroklassenfahrverbote für Lkw. Vor allem die strikteren Maßnahmen beim sektoralen Fahrverbot würden sich besonders negativ auf Südtirols Wirtschaft und seine Unternehmen auswirken. Dies gefährde mittelfristig Arbeitsplätze, ist die Handelskammer in Bozen überzeugt.

„Das Land Tirol hat drei Verordnungen vorbereitet, die sich auf die Euroklassenfahrverbote, das Nachtfahrverbot und das sektorale Fahrverbot beziehen. Den darin enthaltenen Maßnahmen, vor allem der geplanten Verschärfung des sektoralen Fahrverbots, steht die Handelskammer Bozen äußerst kritisch gegenüber“, informiert Handelskammerpräsident Michl Ebner.

Bisher waren vom sektoralen Fahrverbot Transporte von bestimmten Abfällen, Steinen, Erden und Aushub, Rundholz und Kork, bestimmten Kraftfahrzeugen, Nichteisen- und Eisenerze, bestimmten Arten von Stahl, Marmor und Travertin und keramische Fliesen betroffen.

Ab 1. Oktober 2019 würden laut der geplanten Verordnung der Tiroler Landesregierung auch die Güterkategorien Papier und Pappe, flüssige Mineralölerzeugnisse, Zement, Kalk und gebrannter Gips, Rohre und Hohlprofile sowie Getreide unter das sektorale Fahrverbot auf der A12 Inntal-Autobahn fallen.

Auch die Anwendung des sektoralen Fahrverbots auf Lkw der Klasse Euro 6 würde eine erhebliche Einschränkung darstellen, da nicht einmal mit neuangeschafften Lkw besagte Waren über die Inntal-Autobahn transportiert werden dürften.

„Die zusätzlichen Güterkategorien, die vom sektoralen Fahrverbot betroffen wären, würden besonders die Südtiroler Wirtschaft hart treffen. Ab 1. Oktober 2019 dürften LKW über 7,5 t zum Beispiel kein Getreide sowie Rohre und Hohlprofile mehr über die Inntal-Autobahn transportieren. Damit müssten diese Güter auf die Schiene verlagert werden, was jedoch aufgrund der ineffizienten Bahnstrecke nur schwer umsetzbar ist. Erst mit der Eröffnung des BBTs und dem Bau der Zulaufstrecken würden diese Maßnahmen Sinn machen“, erklärt Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen.

Außerdem wären Firmen mit Ziel- und Quellverkehr in Nordtirol von diesen Einschränkungen ausgenommen. Durch diese Maßnahmen wären Südtiroler Betriebe, die in einer der neuen Verordnung betreffenden Güterkategorien tätig sind, gegenüber Unternehmen mit Sitz in Nordtirol in ihrer Wettbewerbsfähigkeit stark benachteiligt. Diese könnten bestimmte Aufträge nicht mehr annehmen beziehungsweise ausführen.

Für Informationen steht der Generalsekretär der Handelskammer Alfred Aberer zur Verfügung, Tel. 0471 945 612, alfred.aberer@handelskammer.bz.it.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "„Ausweitung des sektoralen Fahrverbots geht auf Kosten der Südtiroler Betriebe“"


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ExSuedtiroler
ExSuedtiroler
Tratscher
1 Monat 5 Tage

Endlich werden auch die überfälligen restlichen Kategorieren dem Fahrverbot unterworfen. Für die Kategorien Papier und Pappe, flüssige Mineralölerzeugnisse, Zement,
Kalk und gebrannter Gips, Rohre und Hohlprofile sowie Getreide sehe ich keine Ausrede die dies verhindern sollte.
Wenn es mit dem Getreide so ein Problem ist, da sollte man lieber statt eines Zeitungsartikels sich direkt mit der Landesregierung in Verbindung treten und eine Übergangsregelung bis der BBT in Betrieb erzielen. Die sektoralen Fahrverbote auf der A12 sollten ja schliesslich die LKWs auf die Schiene zwingen, damit sich die Kosten auch rechnen.

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Ziel und Quellverkehr in Nordtirol ist ausgenommen, warum zwingt der Platter diese Lkw nicht auch auf die Schiene?
Der tanzt doch allen lachend auf der Nase rum.

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