Haltestelle in Sinich

Bahnhof Sinich: Potential von 150.000 Fahrgästen

Mittwoch, 30. September 2020 | 11:08 Uhr

Meran – Beim geplanten zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Bozen-Meran soll eine Haltestelle in Sinich eingerichtet werden. „Die Haltestelle würde nicht nur das ganze Stadtviertel besser anbinden und damit aufwerten, sondern wäre auch für Betriebe, Pendler und Touristen interessant“, so Bürgermeister Paul Rösch. Dies zeigt eine Studie des Fahrgastpotentials, die der Meraner Stadtrat nun dem Land und den Nachbargemeinden übermittelt hat.

Weil der Ausbau der Strecke Bozen-Meran in die Zuständigkeit des Landes fällt, muss dieses vom Projekt „Bahnhof Sinich“ überzeugt werden. „Wir haben deshalb einen Verkehrsplaner beauftragt, das Fahrgastpotential zu analysieren, und die Ergebnisse sind beeindruckend“, so Rösch. „Schöpft man das Potential voll aus, gehen die Verkehrsplaner von nicht weniger als 150.000 Einsteigern jährlich aus, also etwa gleich vielen wie am Bahnhof Untermais.“ Die Studie bestätigt zum einen, was auf der Hand liegt: Eine Haltestelle würde die Stadt nachhaltig entlasten und den Bewohnern von Sinich den Umstieg auf die Eisenbahn wesentlich erleichtern. Eine Aufwertung bringt die direkte Anbindung an die Eisenbahn auch dem Gewerbegebiet in Sinich. „Das ist umso wichtiger, wenn man bedenkt, dass auf dem Ex-Solland-Gelände eine ganze Reihe neuer Betriebe angesiedelt wird, die so über eine optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr verfügen würden“, so der Bürgermeister.

Dasselbe gelte für die Betriebe im Gewerbegebiet von Lana. „Schon das zeigt, dass der Nutzen des Bahnhofs Sinich weit über das Viertel hinausreicht“, erklärt Rösch. Auch für Bewohner, Pendler und Touristen in Obermais, Lana, Tscherms, Schenna, Hafling und Vöran wäre der Bahnhof als Relais zum Zug interessant. „Hunderte Autofahrten täglich würden überflüssig, was nicht nur die MeBo entlasten würde, sondern auch die Stadt Bozen, die bequem mit dem Zug erreichbar wäre“, so der Bürgermeister.

Rösch verweist zudem auf das Ergebnis der Fahrgaststudie in Sachen Tourismus. „Bisher sind Magneten wie das Touriseum und die Gärten von Schloss Trauttmansdorff oder Meran 2000 vom Umland nur schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen“, erklärt der Bürgermeister, „mit einer Haltestelle in Sinich würde sich das grundlegend ändern“. So könnten Shuttlebusse von Sinich nach Trauttmansdorff und weiter zur Talstation der
Seilbahn nach Meran 2000 fahren.

Die Meraner Fahrgaststudie ist nun den Nachbargemeinden und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider übermittelt worden. „Unsere Nachbarn sind bereits sehr interessiert, wir hoffen nun sehr, dass auch das Land das Potential einer solchen Einrichtung erkennt“, so Rösch, „schließlich leistet die Eisenbahn jetzt schon einen großen Beitrag zur Verminderung des Autoverkehrs und dieser Beitrag muss künftig Schritt für Schritt gesteigert werden“.

Von: luk

Bezirk: Burggrafenamt

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