Wolf und Bär bereiten Sorgen

Bauernbund formuliert Ziele für 2018

Samstag, 10. Februar 2018 | 17:26 Uhr

Bozen – Mehr Respekt vor bäuerlichem Eigentum, eine Absenkung des Schutzstatus für das Großraubwild sowie Änderungen am Höfegesetz und bei der Landesraumordnung, waren die zentralen Forderungen auf der Klausurtagung des Südtiroler Bauernbundes. Mit der Gesellschaft will der SBB mehr in Kontakt treten.

Einige neue und viele bekannte Themen kamen heute auf der Klausurtagung des Südtiroler Bauernbundes zur Sprache. Gleich zu Beginn mahnte Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler vor den knapp 200 Funktionären mehr Respekt vor bäuerlichem Eigentum an. „Wenn Projekte geplant sind, die bäuerliche Gründe betreffen, müssen die Grundeigentümer miteinbezogen werden. Es kann nicht sein, dass sie von Infrastrukturprojekten aus den Medien erfahren.“ Das gelte für die Verlegung der Autobahn in Leifers, den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Bozen und Meran oder den Bau der Zulaufstrecken zum BBT.

Ein Dauerthema auf den Bauernbund-Klausurtagungen ist die Freizeitnutzung auf bäuerlichem Grund. „Wir sind nicht gegen die Freizeitnutzung, sondern wollen nur klare Spielregeln, wie es sie heute mit den Mountainbike-Vereinbarungen schon gibt.“ Dennoch laufe nicht alles wie gewünscht. „Wir hören von Problemen, weil sich Nutzer nicht an die Vereinbarungen halten. Auch tauchen im Internet immer wieder Vorschläge für Mountainbiketouren auf oder es werden entsprechende Radführer gedruckt, ohne jemals mit den Grundeigentümern gesprochen zu haben. Dass das auf Kritik stößt, ist verständlich“, sagte Tiefenthaler. Eine große Herausforderung werden die E-Bikes. „Hier wird es schnell klare Regeln brauchen.“

Sehr genau wird der SBB auch die weitere Entwicklung rund um den Flughafen beobachten. „Ich erinnere hier nochmals an den Bürgerentscheid, der sich klar gegen den Ausbau des Flughafens und die öffentliche Finanzierung ausgesprochen hat“, erklärte Tiefenthaler.

Wolf und Bär bereiten Sorgen

Ein bei den Funktionären aus dem Berggebiet sehr gefühltes Thema ist das Großraubwild. Mehrere Ortsobmänner haben auch heute wieder gefordert, den Schutzstatus des Wolfes zu senken. Ähnlich wie in anderen europäischen Staaten müsse es Eingriffsmöglichkeiten geben, ansonsten werde ein Ende der Almwirtschaft und der Weidehaltung befürchtet. „Befürworter des Wolfes argumentieren immer wieder mit der Artenvielfalt. Dass aber der Wolf selbst die Artenvielfalt auf den Almen bedroht, wenn Almen nicht mehr bewirtschaftet werden, wird häufig vergessen“, argumentierte Landesrat Arnold Schuler.

Ausführlich ging Tiefenthaler auf die SBB-Basiswahl und die anstehenden Wahlen ein. Die vier Meistgewählten der Basiswahl – Maria Hochgruber Kuenzer, Sepp Noggler, Franz Locher und Joachim Reinalter – werden vom Südtiroler Bauernbund in Hinblick auf die Landtagswahlen unterstützt. „Es gibt aber noch weitere bäuerliche Kandidaten, darunter auch Landesrat Arnold Schuler oder den Landtagsabgeordneten Oswald Schiefer, die ebenfalls die Interessen der Landwirtschaft vertreten“, sagte Tiefenthaler.

In drei Wochen wird das Parlament neu gewählt. Tiefenthaler rief dazu auf, fleißig zur Wahl zu gehen. „Es ist wichtig, dass Südtirol gut in Rom vertreten ist und dass die Landwirtschaft auch in den nächsten Jahren verlässliche Ansprechpartner hat.“ Bei Wahlen aktiv zu werden, sei ein statutarischer Auftrag des SBB, erinnerte Tiefenthaler.

Wichtige Gesetze stehen an

Einige wichtige Gesetzesvorhaben wurden auf der SBB-Klausurtagung ebenfalls diskutiert. „Beim Landesraumordnungsgesetz hat der SBB einige Verbesserungen erreicht, auch wenn wir noch nicht zufrieden sind“, sagte Tiefenthaler.

Demnächst werden im Gesetzgebungsausschuss des Landtages auch die Änderungen am Höfegesetz behandelt. Auf der Klausurtagung wurde kritisiert, dass die Präsidenten der Höfekommissionen nicht in die Überarbeitung eingebunden waren. Landesrat Arnold Schuler sicherte zu, sich mit den Präsidenten zu treffen. „Ziel ist, dass Jungbauern nach wie vor einen Hof schließen können, gleichzeitig soll aber die Spekulation unterbunden werden“, erinnerte Tiefenthaler.

Viel erhofft sich Tiefenthaler vom Gesetz zur Sozialen Landwirtschaft, das in den nächsten Monaten vom Landtag behandelt werden soll. „Das Gesetz, das unter anderem die tiergestützte Therapie am Bauernhof oder die Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigung ermöglicht, stellt ein neues, attraktives Angebot für die Gesellschaft dar.“

Gemeinsame Agrarpolitik

Spannend dürften die Verhandlungen über die neue EU-Agrarpolitik werden. Die SBB-Funktionäre hoffen, dass die besonderen Anliegen der Landwirtschaft im Berggebiet wieder entsprechend berücksichtigt werden. Zudem sollten Junglandwirte besser unterstützt werden. „Die größte Herausforderung wird aber sein, das EU-Agrarbudget zu halten“, so Tiefenthaler.

Ein weiteres Anliegen des SBB ist, noch stärker mit der Gesellschaft zu kommunizieren. „Wir müssen allen die Landwirtschaft näherbringen und erklären, wie Bäuerinnen und Bauern arbeiten und was sie tagtäglich leisten“, fasste Tiefenthaler zusammen. Dazu dienen auch Veranstaltungen wie der Bauernhof-Sonntag, der heuer am 27. Mai stattfindet und neun Höfe dann ihre Tore öffnen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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44 Kommentare auf "Bauernbund formuliert Ziele für 2018"


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Fantozzi
Fantozzi
Tratscher
12 Tage 16 h

Olm fordern…seid decht a x still….isch enk zu wiani mit audi und bmw zu fohrn?

Willi
Willi
Tratscher
12 Tage 16 h

mindeszens 2 fendt hosch vergessen!

honsi
honsi
Grünschnabel
12 Tage 16 h

Mein Gott jeder kann sich heutzutage einen Audi oder Bmw leisten, er muss nicht immer neu sein. Und Bauern sind keine Arbeitnehmer. Welcher Unternehmer fährt einen Punto? Meistens trifft man solche Autos nur bei bäurlichen Unternehmern an.

m. 323.
m. 323.
Superredner
12 Tage 14 h

@-blöde Sprüche ist das alles was du kannst.. oder bist du ein armer Neider…

Norbi
Norbi
Tratscher
12 Tage 14 h

Ohne Bauern würden wir leider auch nicht mehr was zum essen haben. Sogar der reichste Mensch würde abkratzen. Die Bauern die Milchtiere halten ist im durchschnitt schon länger im Stall als mancher von uns am Tag im Büro. Also meckert nicht auf die Bauern -rum denn nur mit Pillen lebt man nicht lang.

Socke
Socke
Grünschnabel
12 Tage 10 h

Ja hättest was gscheids gelernt…😋

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
12 Tage 4 h

@Norbi ich möchte hiermit behauptendas ganze Jahr von keinem Südtiroler Bauer zu leben.(was zu kaufen)Obst und Gemüse kommt alles von woanders!!!😊

enkedu
enkedu
Kinig
12 Tage 3 h

…niveauloser geats nimmer.

natan
natan
Superredner
12 Tage 2 h

@Norbi würde diese arbeit so unentbährlich sein, wie du sie schilderst würden sie ohne beiträge überleben….da stimmt was nicht

peterle
peterle
Superredner
12 Tage 1 h

@Norbi
Ich esse schon seit Jahren keinen Apfel mehr egal welcher Anbauweise. Alkohol seit Jahren tabu für mich. Milch und Käse sind auch nicht meine Sache. Was bleibt übrig?

Dagobert
Dagobert
Superredner
12 Tage 4 Min

@Sag mal: schon mal was vom Bauernmarkt gehört?

lupo990
lupo990
Superredner
11 Tage 21 h

@honsi@,,,mitn UNTERSCHIED,,,dass sich der Unternehmer es Auto selber kaft,,,,,OHNE Beiträge,,,,,

franzsimmer
franzsimmer
Grünschnabel
11 Tage 19 h

@peterle 
bravo, tua du fest Gummibärelen futtern, viel gsinder.

franzsimmer
franzsimmer
Grünschnabel
11 Tage 18 h

@Sag mal 
das ist natürlich vieeel besser. Spanisches Gemüse aus Folienlandschaft, neuseeländische Äpfel eineinhalbmal um den Globus gekarrt, und alles garantiert nur einmal pro Tag gespritzt. Das fördert so richtig die Umwelt. 

franzsimmer
franzsimmer
Grünschnabel
11 Tage 16 h

– Schutz des Viehs vor Raubtieren. 
– Mehr Dialog mit der Gesellschaft. 
– Schutz des Eigentums. 

Sind das wirklich so brutale Forderungen?
Da kannst die nur mehr wundern. 

Oracle
Oracle
Neuling
11 Tage 14 h

…. ohne Beiträge aber dafür mit 140 % bzw. 120 % superammortamento ….

Oracle
Oracle
Neuling
11 Tage 14 h

… sind meine benachbarten Herren, der eine Sad-Busfahrer und der andere Staplerfahrer, womöglich reich, nur weil sie Bmw und VW Tourag fahren? 

OrB
OrB
Superredner
12 Tage 15 h

Wolf und Bär bereiten mir weniger Sorgen wie die ganzen Pestizide die unsere armen Bauern spritzen. Nicht zu vergessen die ganze Gülle mit der man düngt.

enkedu
enkedu
Kinig
12 Tage 3 h

Bisch Beamter? Wos mochst du? Moansch bei dir findet man nichts zu nörgeln?

OrB
OrB
Superredner
12 Tage 1 h

@enkedu
Kein Beamter, muss mir mein Geld ehrlich verdienen!
Des hot nix mit nörgeln zu tun, mich beunruhigt des lei mehr.
Jo bei mir gibt es auch genug zu…..

enkedu
enkedu
Kinig
11 Tage 14 h

@OrB Wenigstens bisch ehrlich. des gibs jo bei olle…. 😎

Oracle
Oracle
Neuling
11 Tage 14 h

… es geht in der Welt sicher auch ohne Chemie: ohne Aspirin, ohne Antibiotika, ohne Narkosemittel, ohne Desinfektionsmittel. Es sterben halt ein paar Leute mehr…. Pestizide sind eben auch nur chemische Mittel zur Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen bei Pflanzen. Geht auch ohne, dafür geringere Ernten, höhere Preise und nicht zum Essen für alle… auch eine Sichtweise …

WM
WM
Universalgelehrter
12 Tage 15 h

Bergbauern gehören schon gefördert aber die obstbauend und landbauern nicht die sollten steuern zahlen wie jeder andere auch

brunner
brunner
Superredner
12 Tage 13 h

Wichtig ist die Macht zu erhalten und einen Haufen Privilegien einzuheimsen!! Nichts gegen Bergbauern….aber bei reichen Tal-Apfelbauern müsste man alle Privilegien streichen…..Arbeitnehmer bekommen auch keine Zuschüsse!!

Oracle
Oracle
Neuling
11 Tage 14 h

….Arbeitnehmer bekommen auch keine Zuschüsse????  wohl den Lohnstreifen nie genau gelesen: Steuerabsetzbeträge für Arbeitnehmer, dazu für Ehepartner und Kinder, dazu noch für Zusatzrente, für Sanierungsarbeiten, für medizinische Leistungen, Medikamente, usw. …. bekommt Bauer meines Wissens nicht ….. 

wellen
wellen
Superredner
12 Tage 12 h

Und das Glyphosat? Und die Gülle? Und die Höfevermehrung von” Jungbauern”? Und der steuerfreie Urlaub auf dem ” Bauernhof”? Und iaz welln sie a no Sozialunternehmer werdn?

bern
bern
Superredner
12 Tage 3 h

@wellen
Urlaub auf dem Bauernhof ist NICHT steuerfrei. Im Gegenteil, die zahlen in Relation mehr Steuern als ein Hotel.
Dem Bauern werden 25% Gewinn unterstellt und darauf zahlt er ganz normal Steuern. Kennst du auch nur ein Hotel in Südtirol, das 25% Gewinn ausweist?
Nein, die weisen vielleicht 5% aus und zahlten dementsprechend wenig. Also hör auf zu LÜGEN!!!!!

krakatau
krakatau
Superredner
11 Tage 23 h

@bern  dafür melden sie nur einen Teil und dann stimmt die Gegenüberstellung mit Hotels vielleicht

bern
bern
Superredner
11 Tage 19 h

@krakatau
nicht melden kann sich keiner mehr leisten, es gibt Kontrollen!
Kennst du trotzdem einen, dann zeig ihn an!

Oberjoggler
Oberjoggler
Neuling
12 Tage 14 h

@fantozzi verstehe nicht ganz, wie das gemeint ist “olm fordern…” Und was das mit BMW und Audi fahren zu tun haben soll? P.s. bevor ich in der Landwirtschaft tätig war, also in der Zeit, wo ich als Arbeitnehmer mein Geld verdient habe, habe ich BMW gefahren, nun fahre ich Peugeot… Finde aber nichts Schlimmes dabei??

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
12 Tage 3 h

als nicht “geerbter”Bauer ist das was anderes.

enkedu
enkedu
Kinig
12 Tage 3 h

Ach, gib settane koan Acht. Mecht wissen was dei essen. Sein lieber von Großkonzernen abhängig…

Aurelius
Aurelius
Tratscher
12 Tage 14 h

Alle Förderungen abschaffen

Fochmonn
Fochmonn
Grünschnabel
12 Tage 13 h

Wolf und Bär stören die Bauern nicht, wenn sie genug Geld bekommen!!

Willi
Willi
Tratscher
12 Tage 16 h

mi wundert, wer in die grabn olm die laarn gift behälter einiwirft, worscheinlich dor wolf, der bär und a poor gehässige radlfohrer weil sie ihmene gieterweg nutzen
vileicht kennt es mir do weiterhelfen,
a forderung kannet a sein de behälter im recyclinghof umwelgerecht zu entsorgen

Ando der Macher
Ando der Macher
Grünschnabel
12 Tage 12 h

Wolf und Bär sind die Probleme ? unsere Bauern brauchen überhaupt nichts zu produzieren weil nurÄpfel und Milch Produkte aus Soja von Argentinien braucht kein Mensch

bern
bern
Superredner
12 Tage 2 h

@Ando
du kennst anscheindend den Sojaverbrauch in Südtirol???
Dann lass mal hören!
Ich sehe nur, wieviel eigenes Futter in die Städel gebraucht wird!

Ando der Macher
Ando der Macher
Grünschnabel
12 Tage 58 Min

@bern leider sieht man heute schon auf jeder Alm Beikircher & Co

bern
bern
Superredner
11 Tage 19 h

@Ando der Macher
aha…..und du siehst in die LKWs vom Beikircher rein? Siehst du da Soja? Oder vielleicht doch Mineralsalze, die jede Kuh braucht. Oder Getreide aus der Poebene?
Kannst ja gern mal beim Beikircher anheuern.

Marta
Marta
Universalgelehrter
12 Tage 17 h

gegen Pilzeräuber ideal !!!

Guri
Guri
Grünschnabel
12 Tage 43 Min

finde es eine Schweinerei ! Obst , und Großbauern geht’s Recht gut , sind jammerer ihnen geht’s zu gut , wen die Handwerker diese Lobby hätten !.

krakatau
krakatau
Superredner
11 Tage 23 h

Das Hauptziel wird wohl wieder sein noch mehr Subventionen zu kassieren und die “Landwirtschaft” als Hobby zu betrachten mit Privatzoo und Reitstall

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
12 Tage 4 h

wenn ich sagte:Kinder bleiben mir vom Hund weg,hies es:na ist Er etwa ein Böser.Getan hatt m.nie was.Aber ich lies Ihn nie aus dem Augen.Hab kein einzigstes mal gesagt :der tut nix.Warum können die Leute das nicht respektieren dass nicht jeder gestreichelt werden will.Wo leben Wir denn ,dass noch immer nicht verstanden Wird dass das Tier auch S.Launen und vor allem Gefühle hatt.In anderen Ländern wie zum Beispiel Deutschland hört man mal von Kampfhundübergriffen aber die Kinder Sind dort im Allgemeinen besser erzogen was es an Verhalten Tieren gegenüber betrifft.

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
11 Tage 23 h

mein Komentar gehört natürlich zu einem anderen Bericht .

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