Zwei neue Seilbahnverbindungen

Bozen soll Paradies für Downhill-Fahrer werden

Donnerstag, 06. August 2020 | 08:36 Uhr

Bozen – Der Bozner Tourismusstadtrat Stephan Konder will die Südtiroler Landeshauptstadt zum Mekka für den Fahrrad-Downhill-Sport machen und damit den Tourismus ordentlich ankurbeln. Auch alle anderen Personen, die sich gerne mit dem Fahrrad bewegen, sollen angelockt werden. Auf einer Pressekonferenz hat Konder seine Idee präsentiert.

gmbz

Fahrrad als Motor für die künftige Stadtentwicklung

Das Fahrrad ist nicht nur ein nachhaltiges Verkehrsmittel, sondern auch eine große Chance für die touristische Entwicklung der Stadt – davon ist Bozens Wirtschafts- und Tourismusstadtrat Stephan Konder überzeugt, der auch für das Stadtmarketing verantwortlich ist. Das Fahrrad steigere die Attraktivität der Stadt und müsse durch gezielte Investitionen in Infrastruktur und Dienstleistungen ausgebaut werden. Dafür brauche es aber ein Gesamtkonzept, das über das Bild von der “fahrradfreundlichen Stadt” hinausgehe, so Konder. Die Eckpunkte dieses Gesamtkonzepts, das den Namen BikeArenaBZ trägt, wurde heute im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellt.

“Bozen, die Seilbahnstadt, hat sich in den letzten Jahren auch einen Namen als Fahrradstadt gemacht. Diesen Namen gilt es, in Zukunft noch besser zu etablieren. Zwar ist das Fahrrad mittlerweile fester Bestandteil der Alltagsmobilität, doch als Destination für den Radtourismus und den Radsport sowie als Ziel für Freizeitradfahrer ist Bozen noch zu wenig präsent”, so Konder.

Genau hier setzt das Projekt BikeArenaBZ an. Gemeinsam mit den Agenturen Kohl & Partner und Kyklos wurden in den letzten Monaten umfassende Studien zu den Potenzialen und Perspektiven der Radnutzung für Freizeit, Sport und Tourismus in Bozen gemacht und neue Entwicklungsmöglichkeiten und Markttrends ausgelotet, von denen künftig Impulse für den Tourismussektor ausgehen sollen. Diese sollen vor allem die Aufenthaltshäufigkeit und Aufenthaltsdauer positiv beeinflussen, wovon wiederum auch die Gastronomie und der Handel profitieren könnten. In den nächsten Wochen wird hierzu ein umfassendes Entwicklungskonzept mit konkreten kurz- und mittelfristigen Maßnahmen ausgearbeitet.

Bozen gehört italienweit zu den Städten mit den meisten Fahrradwegen. Die Stadt verfügt über eine BMX-Anlage und technisch anspruchsvolle Downhill-Strecken in Kohlern, die derzeit jedoch nicht als solche ausgewiesen sind. Dieses Problem müsse in der nächsten Zeit einer Lösung zugeführt werden. Statt auf eine Mischnutzung solle auf eine ausschließliche Nutzung gesetzt werden. Außerdem liegt Bozen an der Via Claudia Augusta und am Etschradweg. Diese beiden Wege gehören zu den beliebtesten Radstrecken in Südtirol, die in Zukunft noch mehr Radtouristen und Freizeitfahrer anziehen werden. Aber auch das Überetsch mit seinen Seen, das Unterland und das Burggrafenamt sind von Bozen aus gut erreichbar. Und auch wer mit dem Rad vom Brenner an den Gardasee fährt, kommt an Bozen ebenfalls nicht vorbei.

Zwei neue Seilbahnverbindungen

Um die Landeshauptstadt für Radfahrer für den Radtourismus und für Freizeitfahrer noch attraktiver zu machen, setzt Stadtrat Konder auch auf zwei neue Seilbahnverbindungen, von denen eine das Stadtzentrum (Verdiplatz) mit dem Virgl und Kohlern und die andere den südlichen Stadtrand mit dem Kaiserberg verbinden soll. Beide Orte sind optimale Ausgangspunkte für Familienausflüge mit dem Fahrrad. Auf dem Kaiserberg soll überdies ein Pumptrack, ein Übungsgelände für Radbegeisterte mit Steilkurven, Wellen, Stegen und Hängebrücken, entstehen.

“Als Lifestyle-Objekt ist das Fahrrad auch ein Magnet für neue Veranstaltungen und Radsportevents. Das Fahrrad bietet eine Fülle an Möglichkeiten”, so Stephan Konder. “Durch das Bike-Arena-Konzept erhält Bozen die Chance auf eine nachhaltige und tragfähige touristische Entwicklung, auf eine bessere Lebensqualität und auf den Ausbau der Radinfrastruktur in der Stadt und darüber hinaus.”

Erste konkrete Studienergebnisse werden voraussichtlich im September vorgestellt.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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24 Kommentare auf "Bozen soll Paradies für Downhill-Fahrer werden"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Storch24
Storch24
Universalgelehrter
1 Monat 16 Tage

Dann lehrt bitte die Fahrradfahrer, den effektiven Fahrradweg zu benützen und nicht die Straße ( die teilweise parallel verläuft) genauso wenig die Wanderwege

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Monat 16 Tage

… und die Auto- und Motorradfahrer, dass Radwege keine Abkürzungswege und Parkplätze sind!

Robby
Robby
Neuling
1 Monat 16 Tage

Klar, Seilbahnen für Skifahrer und gehfaule Wanderer, Aussichtsplattformen auf den Gipfeln und nun Strecken für Downhillfahrer. Südtirol schafft sich und die Natur ab.😡

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Monat 16 Tage

Warum?
Solange nur bestehende Strukturen genutzt werden oder Anlagen innerhalb (!!) bestehender erschlossener Gebiete geschaffen werden, finde ich es in Ordnung

Moods
Moods
Grünschnabel
1 Monat 16 Tage

Selten so einen geistreichen Kommentar gelesen… 🙄🤦‍♂️

Frank
Frank
Superredner
1 Monat 16 Tage

Ich halte das grundsätzlich für eine gute Idee.

@nuisnix Und nicht zu vergessen, daß ausgewiesene und entsprechend (auch attraktiv) hergerichtete Strecken helfen, Konfliktpotential zwischen Bikern und Fußgängern abzubauen. Wo man sich nicht gegenseitig ins Gehege kommt, kommt es auch nicht zu unschönen Begegnungen.
Die Nähe zur Stadt macht die Idee, ähnlich dem Nordkettenpark von Innsbruck, zusätzlich attraktiv.

Einzig, neue Aufstiegsanlagen und damit weitere Schneisen am Berg? Ein durchdachter Ausbau der vorhandenen Infrastruktur wäre meiner Meinung nach besser.

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
1 Monat 16 Tage

@Frank..und dann werden auch nur noch die “entsprechend hergerichteten und attraktiven Strecken” benutzt. Wer’s glaubt, wird selig 😇🤣. Klappt ja auch bei den Skifahrern ganz hervorragend, bleiben alle auf den markierten Pisten, keiner fährt abseits durchs Gelände, beschädigt Jungpflanzen im Schutzwald und scheucht das Wild umher….🙈🙈🙈

Anonymer
Anonymer
Neuling
1 Monat 16 Tage

Hehe.
Jahrzehnte verteufelt man die Mountainbiker und schaut zu, wie die Nachbarschaft (Schweiz und Österreich) ihre Liftanlagen samt Hotelerie mit MTB-Angeboten im Sommer profitabel machen.
Dann sperrt man viele der Wege im Umkreis von Bozen (siehe Kohlern und Ritten) weil diese “Verrückten” ja gemeingefährlich sind.

Frei nach dem Motto: “Jetzt aber schnell, sonst kriegen wir nichts mehr von dem Fahrradkuchen ab!”

Trotz allem, wenn in Bozen die Attraktivität für Fahrräder in absehbarer Zeit zunimmt, ist das nur zu begrüßen.

Rider
Rider
Tratscher
1 Monat 16 Tage

Endlich verstian sies 🤙

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
1 Monat 16 Tage

Rider
Freu di net zufrieh!
In Bozn wird viel geredt, aber wenig Taten folgen!
Siehe Umfahrungsstraße!

Rider
Rider
Tratscher
1 Monat 12 Tage

Mir ischs jo wurst , fohr longnimmer, oberi frei mi fir insere jugend de fohrt, de poor wos sich so no eppes untien und wissn wia flott so eppes isch, heit di jungen sitzn olle lei ban handy zuadn und lossn oi..

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Monat 16 Tage

Bitte eine Woche vor den Wahlen vorstellen und dann wieder in die Schublade versenken…

flora
flora
Neuling
1 Monat 16 Tage

dilettantisches konzept ohne hausverstand, einfach nur übel. was hat der einheimische davon….. null, gar nix!

GTH
GTH
Tratscher
1 Monat 16 Tage

wieso derfen lei auswertige do aui 🤪

yeah
yeah
Tratscher
1 Monat 16 Tage

und vor 3 johr wolltn sies no verbiaten… i glab do fahlt oft awian die weitsicht noch vorne

nightrider
nightrider
Superredner
1 Monat 16 Tage

Passend zu den anstehenden Wahlen gibt es wieder die tollsten Ankündigungen.

Didi
Didi
Grünschnabel
1 Monat 16 Tage

Jawoll endlich was Sinnvolles, dass sich auch selbst abbezahlen würde🙂… etwas spät aber Ok. Dies würde Arbeitsplätze schaffen wir müssten nicht mehr nach Livignio oder Serfaus, endlich würde mal in die richtige Sache investiert werden, anstattt Fussball und Tennis 🤢was nu Geld kostet und keienes bringt

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
1 Monat 16 Tage

Neben der Spur

Fantozzi
Fantozzi
Tratscher
1 Monat 16 Tage

ok net letz – ober nor tiat es a x de gonzen parkhaiser in bozen zentrum OLLE schliasen nr schaugmr weiter ober boll christkindlmarkt isch olle busse in bozen sued bz nord aufholten – ausserdem die nuie freiheitsstr. wermr segen wia long es brauch bis a schwarer unfoll sem sein werd – i verstea 1 net ols leit an der macht wos net fi den bereich kemmen – des war wia wenn a gaertner sochen iber krankenhaus entscheidet.

One
One
Superredner
1 Monat 16 Tage

„Bozen“ und „Paradies“ in einem Satz zu erwähnen, ist zutiefst verwirrend und paradox.

Ralph
Ralph
Universalgelehrter
1 Monat 16 Tage

Die Orthopäden reiben sich die Hände

Einheimischer
Einheimischer
Tratscher
1 Monat 16 Tage

Gute Idee…

Einheimischer
Einheimischer
Tratscher
1 Monat 16 Tage

#One
Paradies für Verbrecher auf jeden Fall..

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
1 Monat 15 Tage

Noch mehr Tourismus führt nur zu einem schnelleren Ende dessen.

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