Es geht um emissionsarmen Brennerkorridor

BrennerLEC-Workshop: Ergebnisse in der Handelskammer Bozen diskutiert

Montag, 18. Februar 2019 | 10:15 Uhr

Bozen – Kürzlich fand in der Handelskammer Bozen ein Workshop zum Projekt BrennerLEC statt. Vertreter und Vertreterinnen der Wirtschaftsverbände nutzten die Möglichkeit mit Carlo Costa, dem technischen Direktor der A22, über die ersten Ergebnisse des Projekts zu diskutieren und einen genaueren Einblick zu bekommen.

BrennerLEC steht für die Abkürzung “Low Emissions Corridor” bzw. emissionsarmer Brennerkorridor. Dabei zielt BrennerLEC darauf ab, den Transitverkehr der Brennerachse in besseren Einklang mit der Gesundheit der Bevölkerung und den besonderen Eigenschaften des Gebietes zum Schutze der alpinen Umwelt zu bringen. Im vergangenen Jahr wurden die ersten Ergebnisse des Projekts veröffentlicht, die nun in der Handelskammer Bozen bei einem Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaftsverbände diskutiert wurden.

„Es ist wichtig, dass über das Projekt BrennerLEC zusammen diskutiert wird. Nur im Dialog miteinander kann ein besseres Verständnis bei allen Beteiligten geschaffen werden“, so Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen. Bei der Veranstaltung präsentierte Carlo Costa, der technische Direktor der A22, das Projekt BrennerLEC und andere aktuelle Innovationsprojekte auf der A22. In Zukunft sollen auf der A22 neue Technologien erprobt und neue Maßnahmen zur Steuerung der Verkehrsflüsse getestet werden. Darüber hinaus will man mit wichtigen europäischen Entscheidungsträgern in Kontakt treten. Gianluca Antonacci von CISMA, ein auf Studien und Lösungen im Bereich Umweltprobleme spezialisiertes Unternehmen und Lorenzo Giovannini von der Universität Trient präsentierten technische Erkenntnisse über die experimentellen Maßnahmen und über die ersten Ergebnisse des BrennerLEC-Projekts.

Anschließend diskutierten die anwesenden Wirtschaftsvertreterinnen und -vertreter von Südtiroler Wirtschaftsring, Bauernbund, Unternehmerverband, Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister, Hoteliers- und Gastwirteverband und dem Handels- und Dienstleistungsverband mit den Experten über die Details des BrennerLEC-Projekts.

Josef Negri, Direktor Unternehmerverband Südtirol, erklärte im Rahmen der Diskussion: „Digitalisierung und industrielle Innovation führen auch in der Mobilität zu neuen Lösungsansätzen: technologischer Fortschritt und moderne Infrastrukturen ermöglichen es, den Verkehr effizient zu steuern und gleichzeitig Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Entwicklung zu garantieren.“

Elmar Morandell, Obmann der Warentransporteure im lvh, meinte: „Die Reduzierung beziehungsweise Vermeidung von Staus sowie niedrige Lärm- und Luftverschmutzungswerte können nur gemeinsam angepeilt werden. Nur wenn die Wirtschaft, die Politik und die Wissenschaft miteinander Strategien und Maßnahmen ausarbeiten, ist ein harmonisches Miteinander zwischen dem Personen- und Schwerverkehr möglich. Insofern sind Veranstaltungen wie der ‚Workshop BrennerLEC‘ sehr wichtig. Wir stehen zunehmend vor der Herausforderung ein kontrolliertes Verkehrsaufkommen nachhaltig zu gestalten und zu steuern, damit die Infrastruktur A22 nicht über-, sondern ausgelastet ist.“

Sandro Pellegrini, Vizepräsident des Handels- und Dienstleistungsverbands Südtiro, betonte: „Bezüglich der Brennerachse sind wir nicht mit einer allgemeinen Verringerung der Geschwindigkeitsbegrenzung einverstanden, aber dafür mit einer Verbesserung des Verkehrsflusses. Falls diese nur mit der Geschwindigkeitsverringerung in begrenzten Zeitabschnitten möglich sein sollte, wäre es ein Opfer über das man diskutieren kann. Auch wenn man bedenken muss, dass die Statistiken, die eine Beziehung zwischen Geschwindigkeit und Luftverschmutzung hätten zeigen sollen, nicht überzeugend waren, da sie zu stark von den klimatischen Bedingungen abhängig sind, aber auch da die Korrelation Geschwindigkeit und Luftverschmutzung nur bei einem kleinen Teil der Fahrzeuge auf der A22 gegeben ist.“

Weitere Informationen erteilt die Handelskammer Bozen, Ansprechpartner Alfred Aberer, Tel. 0471 945 615, E-Mail: alfred.aberer@handelskammer.bz.it.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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