Migration ins einheitliche Datencenter in Bozen schreitet voran

Data Center Südtirol: Höchste Sicherheit für öffentliche Daten

Dienstag, 21. Juli 2026 | 11:35 Uhr

Von: mk

Bozen – Die Daten der öffentlichen Verwaltung gehören zu den sensibelsten Gütern des Landes. Damit sie künftig noch sicherer, effizienter und vor allem zentral verwaltet werden können, läuft die Migration großer Datenmengen in das einheitliche Data Center Südtirol in Bozen. Bereits übertragen wurden mehrere Petabytes an Informationen, unter anderem aus den Bereichen Gesundheit, Schulen und Gemeinden.

Die Südtiroler Informatik AG (SIAG) bewältigt derzeit im Auftrag der Agentur für ein digitales Südtirol (ADAS) eine Mammutaufgabe: Die bisher dezentral gespeicherten Daten öffentlicher Einrichtungen werden schrittweise in einer gemeinsamen Infrastruktur zusammengeführt.

Migration der Daten aus Bereichen Gesundheit, Schule, Gemeinden großteils abgeschlossen

“Sämtliche Daten der öffentlichen Einrichtungen in Südtirol werden  in das neue Data Center Südtirol migriert. Damit bündeln wir die Investitionen in eine gemeinsame Infrastruktur und erhöhen die Sicherheit bei der Aufbewahrung der ‘Kronjuwelen’ der Südtiroler Landesverwaltung”, sagt Josef T. Hofer, Direktor der ADAS und der Abteilung Informatik. Die Landesregierung hatte sich bereits 2022 für diesen Schritt entschieden.

SIAG-Generaldirektor Stefan Gasslitter verweist auf den Qualitätssprung im Vergleich zur früheren, dezentralen Struktur: “Während damals noch einzelne Server in Abteilungen oder Schulen standen, bündeln wir nun alles an einem Ort. Dort können wir ein deutlich höheres Niveau an Sicherheit und professionellem Umgang gewährleisten.”

Überwachung jetzt 24 Stunden am Tag

Seit heuer wird das Data Center in Bozen rund um die Uhr überwacht. Es erfüllt die strengen Vorgaben der Agentur für nationale Cybersicherheit (ACN) und ist als AI2-Data Center für kritische Daten eingestuft. Damit können – mit Ausnahme strategischer Daten der nationalen Sicherheit – die Informationen der öffentlichen Verwaltungen Südtirols zentral aufbewahrt werden. Ein zweites Data Center in Bruneck garantiert ein Backup.

“Die Sicherheit endet nicht bei einem Standort”, erklärt Christian Steurer, der Leiter des Kompetenzzentrums für Cybersicherheit. “Die beiden Data Center sind räumlich voneinander getrennt und werden auf die Millisekunde synchronisiert. So bleibt der Zugriff auf die Daten auch im Fall von Naturereignissen oder anderen Ausfällen gewährleistet.”

Abschluss ist 2028 geplant

Finanziert wird die Datenmigration unter anderem über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), aus dem rund 22,5 Millionen Euro in das Projekt fließen. Hinzu kommen Mittel aus dem staatlichen Wiederaufbau- und Resilienzfonds PNRR für die Cloud-Migration. Bis Ende 2028 soll die Migration abgeschlossen sein; dann sollen auch große Teile der Daten aus Kataster und Grundbuch, Bezirksgemeinschaften, Universität und Bevölkerungsschutz im gemeinsamen System gesichert sein.

Bezirk: Bozen

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