Stipendien und Mentoring-Programme für Südtiroler Filmfachkräfte

„Die Branche professioneller machen“

Donnerstag, 01. Dezember 2016 | 13:35 Uhr

Bozen – Vom Produktionsleiter bis zum Maskenbildner: Der Filmstandort Südtirol braucht ausgebildete Filmfachkräfte, um Filmproduktionen anzuziehen und die Arbeit der Produktionsfirmen vor Ort zu erleichtern. Deshalb arbeitet IDM Südtirol kontinuierlich daran, das Know-how der lokalen Filmschaffenden zu erhöhen. Das geschieht etwa durch Fachkurse, gezielte Mentoring-Progamme oder auch durch Stipendien, wie sie IDM vor kurzem für interessierte Filmfachleute ausgeschrieben hat: Vier Südtiroler haben das Rennen gemacht und dürfen nun Studienaufenthalte an renommierten Filmschulen in Deutschland und Großbritannien genießen.

Klappe zu, Film ab, die Schauspieler geben ihr Bestes. Doch auch hinter den Kulissen und der Kamera steht viel Arbeit an, für die eine Produktionsfirma vor Ort Zugriff auf ausgebildete Spezialisten haben muss. Je mehr ausgebildete Filmfachkräfte ein Filmstandort bieten kann, umso attraktiver wird er für Produktionsfirmen. „Für uns ist es sehr wichtig, dass in Südtirol Filmdienstleistungen auf höchstem Niveau angeboten werden. Deshalb bemühen wir uns neben unserer Tätigkeit als Filmförderung auch sehr dazu beizutragen, dass die Branche immer professioneller wird und so auch wichtigere Aufgaben am Set an Südtiroler vergeben werden können. Zu unserer Strategie gehört, dass wir kontinuierlich Initiativen lancieren, die junge Leute zum Einstieg in die Branche motivieren oder lokalen Filmfachkräften zu mehr Kompetenz verhelfen – vor allem in jenen Sektoren, wo noch qualifiziertes Personal fehlt“, erklärt Christiana Wertz, die Leiterin des Bereichs Filmförderung von IDM, das Engagement von IDM in Sachen Aus- und Weiterbildung.

Eine dieser Initiativen ist die Vergabe von Stipendien für Ausbildungsplätze an bekannten und renommierten Aus- und Weiterbildungsinstitutionen in ganz Europa, wie z.B. am Institut für Schauspiel, Film- und Fernsehberufe (iSFF) in Berlin. Ein Stipendium für den Lehrgang „Produktionsleiter“ an diesem Institut hat sich Daniel Defranceschi zusichern können, der bereits als Location Scout und Manager sowie als Aufnahmeleitung tätig war, zuletzt etwa bei „König Laurin“. Einen Kurs für „Script-Continuity” am selben Institut darf Gerlinde Treibenreif besuchen. Zum „geprüften Requisiteur“ ausgebildet wird Samuel Hafele an der Event-Akademie der EurAka Baden Baden. Der Kunstmaler war unter anderem für die Baubühne am Set von „Die Pfefferkörner und der Fluch des schwarzen Königs“ zuständig. Ein viertes Stipendium für den Kurs „Creative & Character Make-up“ am Gorton Studio in Falmouth/Großbritannien ging an Asmae Allaoui, die bereits Filmerfahrung als Maskenbildnerin hat, z.B. als Maskenbild-Assistenz bei „Maikäfer, flieg!“.

Ein weiterer Baustein ist die Möglichkeit für lokale Filmschaffende, sich in Mentoring-Programme der IDM einzuklinken. Auch hier können sich wie bei den Stipendien interessierte Filmfachkräfte bewerben; derzeit wird ein Mentoring in den Bereichen Szenenbild, Maskenbild, Kostümbild und Kurzfilm angeboten sowie ein Programm für Produzentinnen. Dabei werden jeweils erfahrene Branchen-Profis mit jungen, lokalen Talenten zum vertieften Gedankenaustausch zusammengebracht. Gemeinsam wird festgelegt, welche Maßnahmen das Jungtalent in seinem beruflichen Werdegang weiterbringen. Ähnliche Ziele verfolgt auch das IDM-Sript-Lab RACCONTI / Local Talent für Südtiroler Autoren, bei  dem lokale, aufstrebende Talente die Chance bekommen, unter professioneller Anleitung eine Filmidee bis zur ersten Drehbuchfassung weiterzuentwickeln und sich mit interessanten Partnern zu vernetzen.

Alle Ausbildungsinitiativen der IDM finden sich auf der Plattform www.movie-it.info/de, in der auch die wichtigsten und interessantesten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten angegeben sind, die von externen Partnern angeboten werden.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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