Wohnen

Eigenheim rückt für Sparer auf „1,0 Prozent“ näher

Freitag, 08. Februar 2019 | 10:36 Uhr

Bozen – Südtirols Arbeitnehmerschaft hat mit dem bezahlbaren Wohnen nach wie vor große Not. Zu hohe Immobilienpreise und der schwierige Zugang zum Kredit sind die Stolpersteine. „Ein Lichtblick für die Gruppe der Bausparer ist ab jetzt das Darlehen mit vergünstigtem Zinssatz, welches das Land Südtirol Arbeitnehmern anbietet, die schon mindestens acht Jahre lang und mindestens 15.000 Euro an Zusatzrente angespart haben, würdigt AFI-Präsidentin Christine Pichler die jüngste Wohnbaumaß-nahme der Südtiroler Landesregierung.

Das AFI | Arbeitsförderungsinstitut kennt es aus seiner vierteljährlichen, repräsentativen Umfrage unter Südtiroler Arbeitnehmern, dem AFI-Barometer: Für den Erwerb des Eigenheims hat rund jeder dritte Arbeitnehmer Schwierigkeiten, ein Darlehen zu erhalten (2016: 40 Prozent; 2017: 31 Prozent; 2018: 33 Prozent). Und wer einen Kredit bekommt, stöhnt immer noch unter den Zinskonditionen, die rund jedem fünften Arbeitnehmer zu hoch sind (2016: 18 Prozent; 2017: 23 Prozent; 2018: 26 Prozent).

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Erleichterung für Bau- und Zusatzrentensparer

Arbeitnehmer, die seit mindestens acht Jahren in einen Zusatzrentenfonds einzahlen, können vom Land ein Bauspardarlehen zu einem festen Zinssatz für maximal 20 Jahre Laufzeit bekommen. Seit der Einführung des Bausparens in Südtirol 2015 wurden rund 1.300 Bausparanträge gestellt und mit öffentlichen Mitteln vorfinanziert. Mit 1. März 2019 senkt die Landesregierung den Bauspardarlehens-Zinssatz von 1,5 auf 1,0 Prozent. Das Zusatzrentensparen werde so auch zu einem Sparen für das eigene Heim, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher dazu. Interessant und durchaus willkommen sei diese Begünstigung für den Mittelstand, also jene Arbeitnehmer, die die Möglichkeit haben, etwas auf die hohe Kante zu legen, beurteilt AFI-Direktor Stefan Perini diese Maßnahme der Südtiroler Landesregierung. Nicht greifbar sei das Bausparen und dessen günstige Konditionen hingegen für die ca. 23.000 „Working Poor“-Haushalte in Südtirol: „diese werden nach wie vor auf eine geförderte Mietwohnung oder auf eine Sozialwohnung angewiesen sein“, so Perini.

Bezahlbares Wohnen ist ein gesellschaftlicher Auftrag

Die Umfrageergebnisse im AFI-Barometer zum Wohnen zeigen nach wie vor, dass die zu hohen Immobilienpreise der Hauptrund sind, warum Arbeitnehmer einen weiten Weg zum Eigenheim haben (2016: 90 Prozent; 2017: 90 Prozent; 2018: 88 Prozent). Für die Bausparer unter ihnen ist der Traum vom Eigenheim nun etwas näher gerückt. Dennoch besteht der gesellschaftliche Auftrag weiterhin, das Wohnen für Arbeitnehmer bezahlbar zu machen, und zwar auf mehreren Wegen“, sagt AFI-Direktor Stefan Perini.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "Eigenheim rückt für Sparer auf „1,0 Prozent“ näher"


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kleinerMann
kleinerMann
Superredner
14 Tage 23 h

Dass jeder auf Teufel komm raus eine Eigentumswohnung haben muss, gibt es aber auch nur in Südtirol ! Mich würde wundern wieviele Familien sich für ein Eigenheim heillos überschuldet haben u. wer dann der Nutznießer davon ist ? Auch eine solche Statistik wäre mal interessant . . . und dann gibt es noch jene, die sich für die nächsten 20 Jahre eine Zweitarbeit suchen müssen um die mtl. Kreditrate zurückzahlen zu können, und sollte das Auto den Geist aufgeben ,bzw. eines der Kinder gesundheitliche Probleme haben, dann stehen auch diese Fam. am Abgrund. . . .

Sag mal
Sag mal
Kinig
14 Tage 20 h

Das könnte einmal daran liegen dass die Mieten derartig hoch Sind .Ausserdem gibt Es Welche Die über Leichen gehn um immer mehr mehr mehr zu besitzen.Der Neid ist derartig ausgeprägt dass schon allein deshalb Der Eine Dies haben muss weils der Nachbar hatt u.s.w.schrecklich Diese Wohlstandgesellschaft.

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