Organisationsmodell „DAMA“ – als Antwort

Ein Mensch mit Behinderung leidet doppelt

Freitag, 26. Oktober 2018 | 12:38 Uhr

Bozen – Beim heutigen Kongress im Zentralkrankenhaus Bozen zum Thema „Gesundheitliche Bedürfnisse von Erwachsenen mit schwerer kognitiver Beeinträchtigung: Möglichkeiten der Intervention“, wurde das Projekt DAMA (Disabled Advanced Medical Assistance) vorgestellt. Der Kongress wurde vom Krankenhaus Bozen in Zusammenarbeit mit dem „Arbeitskreis Eltern Behinderter“ (AEB) organisiert.

Wie erwartet, hatte sich der Kongresssaal in kürzester Zeit gefüllt, das Interesse für diese Thematik war dementsprechend groß und dafür bedankte sich der Ärztliche Direktor des Krankenhauses Bozen, Dr. Flavio Girardi, bei seinen Eröffnungsworten: „Dieses Thema liegt mir besonders am Herzen und wir sind sehr stolz, dass das Projekt „DAMA“ auch im Krankenhaus Bozen angeboten wird. Wir sind zwar noch nicht ganz am Ziel angekommen, aber die ersten wichtigen Schritte sind bereits getan“, so Girardi. Auch die Landesrätin für Gesundheit, Dr.in Martha Stocker, drückte ihre Freude über die erfolgreiche Zusammenarbeit und den vollen Einsatz aller Beteiligten, aus. „Es handelt sich um besondere Menschen mit besonderen Bedürfnissen und es ist unsere Aufgabe auf sie einzugehen“, betonte Marianne Siller, Pflegedirektorin des Südtiroler Sanitätsbetriebes. „Ein patientenspezifischer Betreuungsplan, sowie ein individueller Behandlungsablauf im Krankenhaus wird für diese Patientengruppe mit Hilfe des Organisationsmodells DAMA ermöglicht“, zitierte Dr. Filippo Ghelma, Gründer und Verantwortlicher des Projekts „DAMA“ von der Klinik San Paolo in Mailand. Das Modell ist dort bereits seit mehreren Jahren etabliert und wird erfolgreich angewendet. „Ich bin überwältigt, heute so viele Menschen zu sehen, die sich für diese Thematik interessieren und ich bin für diese wunderbare Zusammenarbeit sehr dankbar. Ohne das Zusammenwirken aller, wäre es nicht möglich gewesen“, mit diesen Worten führte die Präsidentin vom Arbeitskreis Eltern Behinderter (AEB), Angelika Stampfl, die Vortragenden ein.

Denn zahlreich war die Liste der hochgradigen Referenten auf internationaler und nationaler Ebene, die über die unterschiedlichen Thematiken, angefangen von der Schmerzbehandlung bis hin zur diagnostischen Abklärung in Sedierung und zahnärztliche Behandlungen und Verhaltensproblemen bei Personen mit einer kognitiven Beeinträchtigung, gesprochen haben. Prof. Jörg Stockmann vom Zentrum für Behindertenmedizin aus Bielefeld, Deutschland, betonte auch noch die Notwendigkeit von „DAMA“ in allen Krankenhäusern und berichtete über seine Erfahrungen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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