Richtiges Verhältnis zwischen Natur, Kulturlandschaft, Heimatgefühl und Familie

Familie aus Tschöfs erhält Jungbauernpreis zur Förderung der Südtiroler Identität

Montag, 11. November 2019 | 18:23 Uhr

Bozen/Tschöfs – Die deutsche Volksgruppe in ihrer Tradition und Identität stärken – dieses Ziel verfolgt die „Stiftung Frick – Heimat Südtirol“. In Partnerschaft mit der Südtiroler Bauernjugend wurde einer jungen bäuerlichen Familie auf der Agrialp der „Jungbauernpreis zur Förderung der Südtiroler Identität“ verliehen. Er ging an die Familie Stefan Blasbichler und Sabine Gogl vom Tennewieshof in Tschöfs bei Sterzing.

Im Rahmen der Landwirtschaftsschau Agrialp übergaben Stiftungspräsident Werner Frick und Bauernjugend-Landesobmann Wilhelm Haller sowie Bauernjugend-Landesleiterin Angelika Springeth den mit 5.000 Euro dotierten Preis. Standes- und traditionsbewusst in Tracht waren die Preisträger Stefan Blasbichler und Sabine Gogl mit ihren vier Kindern erschienen. Werner Frick unterstrich zu aller erst die Bedeutung der Kinder: „Die Kinder sind die Zukunft. Es ist wichtig, dass sie in der Gesellschaft Willkommen sind.“ In seiner Ansprache erzählte der Stiftungspräsident Werner Frick über den Gedanken seines Vaters, diese Stiftung zu gründen und wie er diesen Auftrag weiterführt: „Mit dieser Stiftung wollte mein Vater versuchen, die Südtiroler Identität zu wahren. Heute geht es für mich um das Bemühen unserer Kultur und unserer Sprache und auch anderen Kulturen Respekt zu zollen. Damit verbunden, die Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft und das richtige Verhältnis zwischen Natur, Kulturlandschaft, Heimatgefühl und Familie zu schaffen“. Der Bezirk Eisacktal der Südtiroler Bauernjugend hat die Familie Stefan Blasbichler und Sabine Gogl als Preisträger ausgewählt.

Leidenschaft für Landwirtschaft und Kultur

Der Tennewieshof liegt direkt unter der Autobahnbrücke bei Gossensaß auf 1.100 Metern Meereshöhe. Im selbsterbauten Wohnhaus leben Stefan Blasbichler, seine Frau Sabine Gogl, die vier gemeinsamen Kinder und Sabines Vater Heinrich Gogl. Auf dem Hof leben Tante und Onkel. Die Kinder heißen Simon – 15 Jahre, Anna – elf Jahre, Eva – fünf Jahre und Sofie – ein Jahr.

2017 kauften Stefan und Sabine den Tennewieshof und verpflichteten sich für Onkel und Tante bis an ihr Lebensende zu sorgen. Sie waren ihr Leben lang Bauern auf diesem Hof und stehen Stefan und Sabine immer mit Rat und Tat zur Seite. Der geschlossene Hof ist ein Milchviehbetrieb mit 6 ha Wirtschaftsfläche und zwölf Hektar Forstwirtschaftsfläche. Zum Zeitpunkt des Kaufes waren der Stall- und das Wirtschaftsgebäude in sehr schlechtem Zustand. Den Stall und die Tennenböden haben die Beiden bereits voriges Jahr erneuert. Der alte Anbindestall ist mittlerweile zu einem Laufstall umfunktioniert worden. Seit kurzem besitzt die Familie auch Hühner der seltenen Rassen „Sulbentaler“ und „Altsteiner“.

Stefan ist Jäger und Heger im Jagdrevier von Sterzing und sorgt dafür, dass die Familie ab und zu gesundes Fleisch auf dem Teller hat. Ein kleines Hobby der Familie ist das Verarbeiten von Rehkrickeln und Hirschgeweihen zu Knöpfen, Messern und Schlüsselanhängern. Stefan ist zudem Wasserwart bei der Wasserinteressentschaft in Steckholz.

Ausbildung und Erziehung im Mittelpunkt

Die Ausbildung und Erziehung der Kinder sind Stefan und Sabine sehr wichtig, daher besuchen alle bis auf die jüngste Tochter die Musikschule. Simon spielt seit sieben Jahren Violine und seit einem Jahr E-Gitarre. Anna spielt seit drei Jahren Gitarre und Eva besucht seit zwei Jahren die frühmusikalische Musikerziehung. Auch die christliche Erziehung liegt den Eltern am Herzen. Regelmäßig besuchen alle Kinder die Kirche und Anna wirkt auch bei den Ministranten mit. Sabines Vater Heinrich ist Lektor und Fahnenträger bei Prozessionen. Sabine kümmert sich um die Ausbildung der Ministranten und organisiert für diese Proben und Ausflüge. Zudem organisiert sie auch Familiengottesdienste. In ihrer Freizeit singt sie seit zehn Jahren im Kirchenchor von Gossensaß gemeinsam mit ihrem Vater der bereits seit 50 Jahren Mitglied ist.

Viele fleißige Hände helfen mit

Für die Kinder ist es selbstverständlich am Hof mitzuwirken, die Landwirtschaft zu pflegen und sich um die Tiere zu kümmern. Simon hilft im Stall beim Melken und Anna und Eva kümmern sich um die Hühner.

Das gemeinsame Ziel von Sabine und Stefan ist es, den alten Tennewieshof wieder auf Vordermann zu bringen und Wiesen, Felder und den Wald in Ordnung zu halten, damit sie der nächsten Generation ein schönes Gut weitervererben können.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Wipptal

Kommentare

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1 Kommentar auf "Familie aus Tschöfs erhält Jungbauernpreis zur Förderung der Südtiroler Identität"


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Andreas1234567
Andreas1234567
Tratscher
26 Tage 10 h

Hallo nach Südtirol,

die Stiftung geht auf diese Lebensgeschichte zurück um den Artikel zu vervollständigen.

https://schuetzen.com/2013/05/02/der-ssb-trauert-um-ehrenkranztraeger-dr-bruno-frick/

Meine Sympathie hat Stiftung und Preis, kinderreiche Bergbauernfamilien haben Förderung allemal verdient, kenne viele und habe sie ausnahmslos gern.

Vier Kinder musst du schon als Preisträger mitbringen. Und das dort oben neben der harten Arbeit.

Ich reihe mich gern in die Reihe der Gratulanten für die sympathische  
Familie ein, gönne ihnen die Finanzspritze von Herzen gern

Grüsse nach Südtirol

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