Von: APA/dpa
Die Welle der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland rollt auf hohem Niveau weiter. Im April haben 2.276 Unternehmen bei den Amtsgerichten ihre Zahlungsunfähigkeit angezeigt, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Das waren 7,1 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresmonat. Dies sei der höchste Stand seit 14 Jahren und “ein weiterer trauriger Rekord”, erklärte die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK).
Die Forderungen der Gläubiger aus diesen 8.551 Fällen beliefen sich laut Statistik auf rund 13,9 Mrd. Euro – deutlich weniger als ein Jahr zuvor mit 22,5 Mrd. Euro. Dem Statistischen Bundesamt zufolge liegt das daran, dass in den ersten vier Monaten 2025 mehr Großunternehmen Insolvenz beantragt hatten.
Langjähriger Höchststand
Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im laufenden Jahr bis einschließlich April 24,1 Insolvenzen. Am stärksten betroffen waren Verkehr und Logistik (43,9 Fälle) sowie das Gast- und Baugewerbe. Bei den Daten ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen fast drei Monate davor.
Für Personen- und Kapitalgesellschaften hat das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) vom höchsten Insolvenzstand seit mehr als 20 Jahren berichtet. Im ersten Halbjahr habe es bereits 4.996 Insolvenzen gegeben – der höchste Stand seit dem zweiten Quartal 2005. Viele Branchen und Regionen seien gleichzeitig betroffen, teilten die Forscher mit.




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