Pensionsreform wird in Rom diskutiert

Gebhard: “Quote 100 benachteiligt die Frauen”

Donnerstag, 11. Oktober 2018 | 19:04 Uhr

Rom – Die Arbeitskommission der Abgeordnetenkammer hat am heutigen Donnerstag den NISF/INPS-Präsidenten Tiziano Boeri zur geplanten Pensionsreform angehört. Die SVP-Fraktionssprecherin in der Kammer und Landesfrauenreferentin Renate Gebhard teilt dabei die Aussagen des Präsidenten, der vor den negativen Folgen der Einführung der Quote 100 für die Frauen warnt. „Es braucht auf jeden Fall Ausgleichsmaßnahmen wie die Ankerkennung der Erziehungszeiten, die wir bereits seit Jahren fordern“, verweist Gebhard auf ihren Gesetzentwurf in der Kammer.

Der NISF/INPS-Präsident Tiziano Boeri hat bei seiner Anhörung am Donnerstag in der Abgeordnetenkammer vor den Folgen einer Pensionsreform „Quote 100“ für die Frauen gewarnt. Dabei hätte man dann Anrecht auf die Rente, wenn das Alter und die Beitragsjahre die Summe von 100 ergeben. Vorgesehen sind ein Mindestalter von 62 Jahren bei 38 Beitragsjahren. „Boeri hat klare Worte gesprochen“, berichtet die SVP-Fraktionssprecherin in der Abgeordnetenkammer Renate Gebhard. „Die Frauen haben die Möglichkeit einer Frühpensionierung durch die sogenannte „opzione donna“, die sich jedoch wesentlich auf die Höhe der Rente auswirkt, da Abzüge vorgesehen sind“, erklärt Gebhard. „Mit der geplanten Reform könnten Männer ihren Renteneintritt beschleunigen – ohne Abschläge.“

„Dies ist eine klare Ungerechtigkeit zwischen Frauen und Männern: Mütter, die zuhause bei ihren Kindern bleiben, haben zum einen kaum die Chance die Quote 100 zu erreichen und müssen im Falle einer Frühpensionierung durch die ‚opzione donna‘ mit Abschlägen rechnen, während Männer ohne Abzüge früher in Rente gehen können“, so Gebhard. „Diese Ungleichheit gilt es auf jeden Fall zu beheben“, so die SVP-Fraktionssprecherin und Landesfrauenreferentin und fordert Ausgleichsmaßnahmen für die Verantwortung und Rolle der Frauen in den Familien, aufgrund der sie oft teilweise bzw. gänzlich auf eine berufliche Erwerbstätigkeit verzichten.

„Bereits seit Jahren fordern wir die Anerkennung der Erziehungs- und Pflegezeiten für die Rente“, verweist Renate Gebhard in diesem Zusammenhang auf ihren Gesetzentwurf, den sie bereits zu Beginn der aktuellen Amtsperiode des Parlaments erneut eingereicht hat. Dieser sieht einen symbolischen Rentenbeitrag von einem Jahr pro Kind bis zu maximal fünf Jahren vor. „Die Abgeordnete Mara Carfagna hat heute ebenfalls zu diesem Thema Stellung genommen und meinen Vorschlag aufgegriffen“, so Gebhard. „Ich hoffe sehr, dass sie meinen Gesetzentwurf mitunterzeichnet und wir überparteilich Maßnahmen zum Wohle der Frauen, der Mütter und der Familien vorantreiben können.“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "Gebhard: “Quote 100 benachteiligt die Frauen”"


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longwolf
longwolf
Grünschnabel
11 Tage 3 h

das stimmt. So wird einen das Kinderkriegen bestraft. Dann auf wir brauchen Zuwanderung trällern. Die Familienpolitik wurde schon 30 Jahren von den Politikern vergeigt.

gapra
gapra
Universalgelehrter
10 Tage 17 h

Vergeigt wurde auch die Gelegenheit, zu lernen, wie man sich verständlich ausdrückt.

Josele
Josele
Neuling
10 Tage 19 h

Diese Ungerechtigkeit gab es bisher auch schon.
Aber die 100er Regelung kommt unter dem Strich auch den Frauen zu gute. oder? Warum haben Sie dann dagegen gestimmt?
Parteischafe müssen alle gleich blöken nicht wahr?

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
9 Tage 16 h

Josele – Frauen haben  5 Jahre mehr Lebenserwartung wie Männer. Dann müssten sie gerechterweise auch 5 Jahre mehr Beiträge zahlen

Grünschnabel
10 Tage 20 h

Ja, ja die Gebhard.👼👼👼

Gibt auch wieder Ihren Senf dazu.

Wäre es umgekehrt, würde man nichts hören und Sie würde noch applaudieren .👎👎👎

Paul
Paul
Universalgelehrter
10 Tage 16 h

SVP und soziale Anliegen . vergesst es , Spott und Hohn für alle Mindestrentner und Zivilinvalieden ,?

Tabernakel
10 Tage 16 h

Beispiele?

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
9 Tage 16 h

Die Frauen jammern wie die Bauern. Einmal nachdenken ob man mit Eigenleistung nicht auch vorwärts kommt.

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