hds fordert: "Entlastung für Betriebe"

“Geopolitische Krisen verschärfen den Druck auf Südtirols Betriebe”

Freitag, 03. April 2026 | 15:47 Uhr

Von: luk

Bozen – Die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten und die damit verbundenen Turbulenzen auf den internationalen Energiemärkten verschärfen den Druck auf die Südtiroler Betriebe massiv. Besonders betroffen sind auch Unternehmen im Handel, in der Gastronomie und in den Dienstleistungen, die schon seit Monaten mit hohen Fixkosten, zurückhaltendem Konsum und wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit zu kämpfen haben, so der Wirtschaftsverband hds.

„Wenn internationale Konflikte die Energiepreise nach oben treiben, dann spüren das unsere Betriebe unmittelbar – auf jeder Stromrechnung, auf jeder Gasrechnung und letztlich in ihrer gesamten Kostenstruktur“, betont hds-Präsident Philipp Moser.

Die Zahlen vom gesamtstaatlichen Dachverband Confcommercio zeigten die Dimension der Belastung: “Im Basisszenario würde die Stromrechnung der Unternehmen des Tertiärsektors im März 2026 gegenüber dem Durchschnitt der Monate Jänner und Februar um 8,5 Prozent steigen; im ungünstigeren Szenario sogar um 13,9 Prozent. Das entspricht einer zusätzlichen Belastung von insgesamt 2.853 Euro bei Strom für die Branche. Beim Gas wird im Basisszenario ein Anstieg um 30 Prozent, im ungünstigeren Szenario um 43,5 Prozent erwartet – mit einer zusätzlichen Belastung von bis zu 3.408 Euro.”

Besonders deutlich würden die Auswirkungen im Detail auf die einzelnen Branchen. “Bei den Restaurants beträgt der zusätzliche monatliche Aufwand im Basisszenario rund 87 Euro bei Strom und 146 Euro bei Gas; im ungünstigeren Szenario steigt die Mehrbelastung beim Gas auf rund 508 Euro. Für Bars liegt der zusätzliche monatliche Aufwand bei rund 50 Euro bei Strom und 134 Euro bei Gas; im Negativszenario steigt dieser auf rund 87 Euro bei Strom und 200 Euro bei Gas. Auch der Einzelhandel ist erheblich betroffen: Nicht-Lebensmittelgeschäfte verzeichnen laut Analyse etwa 44 Euro zusätzliche Stromkosten und 116 Euro zusätzliche Gaskosten pro Monat; im ungünstigeren Szenario steigen diese Werte auf rund 74 Euro beziehungsweise 170 Euro. Lebensmittelgeschäfte müssen mit rund 177 Euro mehr bei Strom und 123 Euro mehr bei Gas rechnen; im Negativszenario erhöht sich die monatliche Mehrbelastung auf rund 287 Euro bei Strom und 183 Euro bei Gas. Noch stärker fällt die Belastung bei energieintensiveren Betriebsformen und bei großen Verkaufsflächen aus.”

„Diese Zahlen zeigen sehr klar, dass es um ganz konkrete Mehrkosten für die Betriebe. Gerade kleine und mittlere Unternehmen im Handel, in der Gastronomie und in den Dienstleistungen haben nur begrenzte Möglichkeiten, solche zusätzlichen Belastungen aufzufangen“, so Moser.

Besonders kritisch sei dabei die fehlende Planbarkeit. “Viele Unternehmen wissen nicht, wie sich die Energiepreise in den kommenden Monaten entwickeln werden. Investitionen werden verschoben, unternehmerische Entscheidungen schwieriger und die Wettbewerbsfähigkeit leidet.”

„Unsere Betriebe brauchen jetzt rasche und wirksame Entlastungsmaßnahmen. Hohe Energie- und Stromkosten dürfen nicht zur neuen Normalität werden. Es braucht politische Entscheidungen, die die Unternehmen konkret unterstützen, ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern und Investitionen wieder möglich machen“, fordert der hds. Es braucht neben kurzfristigen Hilfen vor allem strukturelle Maßnahmen: mehr Stabilität bei den Energiekosten, bessere Zugänge zu wettbewerbsfähigen Lieferverträgen, weniger Bürokratie und stärkere Anreize für Investitionen in Energieeffizienz. Gerade in einem von Unsicherheit geprägten Umfeld seien verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend. „Wir sind in dieser Sache in engem Austausch mit unserem Dachverband in Rom, um hier bei den zuständigen Stellen einwirken zu können und Entlastungsmaßnamen zu erreichen“, so Moser.

Stromkonvention in Südtirol

Der hds weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine Konvention des hds über den Südtiroler Wirtschaftsring (SWR) mit dem Südtiroler Energieunternehmen Alperia Vorteilspreise für Mitgliedsbetriebe bei der Stromlieferung vorsieht.

Bezirk: Bozen

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