Von: mk
Bozen – Die Einschätzungen der Südtiroler Großhändler hinsichtlich der Ertragslage und des Umsatzes im Jahr 2025 sind insgesamt sehr gut. Im Einzelhandel zeigt sich ein uneinheitliches Bild, wobei in vielen Branchen eine Stagnation der Umsätze beklagt wird. Dies ergibt sich aus der Frühjahrserhebung des Wirtschaftsbarometers vom WIFO ‒ Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen.
Das Jahr 2025 war für den Südtiroler Großhandel sehr positiv. Die Ertragslage war für fast alle Unternehmen der Branche zumindest befriedigend, in über 40 Prozent der Fälle richtig gut. Die Umsatzdynamik hat sich gegen Ende des Jahres beschleunigt, was auch auf die gestiegenen Verkaufspreise zurückzuführen ist, und der Kostenanstieg fiel geringer aus als in den Vorjahren.
Geschäftsklima im Großhandel – Rückblick bis 2025 und Erwartungen für 2026
Zufriedenheit herrscht vor allem bei den Großhändlern für Baustoffe sowie für Einrichtungs- und Haushaltsartikel, aber auch in der Lebensmittelbranche und im Bereich Maschinen und Geräte ist die Stimmung positiv. Die Erwartungen für 2026 sind ebenfalls von einem gewissen Optimismus geprägt, trotz der steigenden Transportkosten infolge der Energiekrise.
Geschäftsklima im Einzelhandel – Rückblick bis 2025 und Erwartungen für 2026
Im Einzelhandel unterscheidet sich das Geschäftsklima zwischen den einzelnen Branchen stärker. Fast alle Betreiber von Minimärkten, Supermärkten und Kaufhäusern bewerten das Geschäftsjahr 2025 positiv und viele melden ein Wachstum bei Umsatz und Investitionen. Im Fachhandel für Lebensmittel hingegen variieren die Einschätzungen zur Ertragslage zwischen den einzelnen Unternehmen: Ein Drittel der Befragten bewertet sie als schlecht, während ein Viertel sie als gut einstuft. Im Wanderhandel sowie im Kosmetik- und Pharmabereich fallen die Einschätzungen zum Geschäftsjahr 2025 insgesamt verhalten aus, wobei etwa ein Fünftel der Unternehmen eine schlechte Rentabilität beklagt. Die Erwartungen der Kaufleute bezüglich 2026 sind vorsichtig positiv, trotz der Befürchtungen eines Nachfragerückgangs aufgrund der möglicherweise anhaltenden Energiekrise.
Einzelhandel – Ertragslage nach Branchen
Im Bereich des Handels und der Reparatur von Kraftfahrzeugen zeigen sich die Unternehmen hinsichtlich der Ertragslage und des Umsatzes im Jahr 2025 zufriedener als bei der vorherigen Konjunkturumfrage im Herbst: Ganze 92 Prozent der Unternehmen bewerten das Geschäftsergebnis positiv, in 30 Prozent der Fälle wird es sogar als richtig gut bezeichnet. Allerdings zeichnet sich weiterhin ein Rückgang der Investitionen ab. Für 2026 erwarten die Unternehmen keine neuen Umsatzsteigerungen, doch dürfte die Rentabilität fast immer zufriedenstellend bleiben, auch dank der Anpassung der Preise.
Geschäftsklima im KFZ-Handel- und Reparaturgewerbe – Rückblick bis 2025 und Erwartungen für 2026
Der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner, verweist auf die wichtige Rolle der Nahversorgung für die Sicherung der Lebendigkeit der ländlichen Regionen: „Der jüngste Sieg der Gemeinde Schlanders beim europäischen Wettbewerb für den Einzelhandel in der Kategorie der Kleinstädte zeigt, dass Südtirol Tradition und Innovation erfolgreich verbinden kann. Somit werden die Entwicklung ländlicher Gebiete und die lokalen Wertschöpfungsketten gefördert.“
Stellungnahmen der Vertreter der Wirtschaftsverbände
Elena Messina Bonaldi, Präsidentin Confesercenti Südtirol, erklärt: „Die Ergebnisse des Einzelhandels auf öffentlichen Flächen für das Jahr 2025 dienen als Indikator für den Non-Food-Einzelhandel, der immer dann in große Schwierigkeiten gerät, wenn er nicht vom Tourismus profitiert. Dies gilt insbesondere für Stadtviertel oder Vororte großer Ballungszentren. Im Jahr 2026 könnte die weltweite Instabilität einen Nahtourismus begünstigen, der dem Einzelhandel neuen Auftrieb geben könnte.“
„Der Großhandel bestätigt sich immer wieder als stabile und verlässliche Stütze der Südtiroler Wirtschaft. Im Einzelhandel ist das Bild differenzierter: Neben positiven Signalen gibt es in vielen Bereichen spürbare Herausforderungen. Umso wichtiger sind jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, Kaufkraft und Zuversicht, damit sich die vorsichtig positive Erwartung für 2026 festigen kann. Der Tourismus ist wesentlich für den Handel“, betont hingegen Philipp Moser, Präsident vom Wirtschaftsverband hds.




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