Aufwand und hohe Kosten wegen Retouren im Onlinehandel

hds: „Logistik-Irrsinn auf Kosten der Umwelt und der Lebensqualität“

Montag, 07. September 2020 | 10:38 Uhr

Bozen – Retouren – also Waren, die online bestellt werden und einfach wieder kostenlos zurückgeschickt werden – sind ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells des Onlinehandels und verursachen für diesen erheblichen Aufwand sowie hohe Kosten. „Diese Problematiken zeigen derzeit eindeutig die Entwicklungen im Geschäft der weltweiten Onlinegiganten auf“, so der hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol.

So verabschieden sich der Reihe nach die bekannten Onlineriesen immer mehr mit ihren Retouren-Zentren von ihren derzeitigen Standorten in Mitteleuropa in Richtung Osteuropa – um Kosten zu sparen. Dort sollen in Zukunft etwa alle Retouren aus Deutschland bearbeitet werden.

„Die Rücksendungen sind ein kostenintensives Geschäft für die Konzerne. Aus Wettbewerbsgründen veröffentlichen die Unternehmen ihre Retourenquoten nicht, sie liegen aber – je nach Warengruppe – teilweise im zweistelligen Bereich. Das interessiert die Kunden wenig. Wichtig ist, dass die Dienstleistung reibungslos läuft. Was aber dieser Logistik-Irrsinn für Verkehrs- und Umweltbelastung und die Lebensqualität in unseren Dörfern und Städten mit sich bringt, ist für die meisten kein Thema“, kommentiert hds-Präsident Philipp Moser.

Die Wirtschaftswissenschaftler der auf Retourenforschung spezialisierte Universität Bamberg fordern bereits seit geraumer Zeit für den Onlinehandel eine Rücksendegebühr für Retouren. „In einer Studie zeigen die Retourenforscher auf, dass laut Onlinehändlern schon eine Rücksendegebühr von rund drei Euro die Zahl der Rücksendungen um 16 Prozent senken würde“, erklärt der hds. In Deutschland etwa entspräche das bei 490 Millionen zurückgeschickten Artikeln im Jahr 2018 etwa 80 Millionen Retouren weniger.

„Diese Erkenntnisse fordern uns zum Handeln auf. Wir können nicht weiter zusehen, was sich täglich innerhalb unserer Orte und Zentren abspielt: Unzählige Lieferwägen beherrschen von früh bis abends den Verkehr und prägen somit das Ortsbild. Sie verstopfen unsere Straßen, sorgen für sinnlosen Verkehr, und Paketboten stöhnen noch dazu wegen schlechter Arbeitsbedingungen“, beschreibt hds-Präsident Philipp Moser die Lage. Ein Umdenken und ein Einwirken im Konsumverhalten seien dringend notwendig.

In diesem Zusammenhang müsse auch Druck aufgebaut werden, damit eine Digitalsteuer eingeführt wird. „Die Zeit ist reif für eine Webtax für digitale Großkonzerne, die bis dato hierzulande dank Steueroptimierungen und -verschiebungen in andere Staaten keine Steuern für ihre erwirtschafteten Umsätze zahlen. Mit einer Digitalsteuer sollen eklatante Steuerlücken und Schlupflöcher geschlossen und damit Onlinekonzerne in die Pflicht genommen werden“, so Moser. Derzeit haben gerade stationäre Betriebe im Handel einen enormen Wettbewerbsnachteil gegenüber den Onlinegiganten.

Nun gilt es mehr Mut, um auch eine länderübergreifende, internationale Lösung zu finden. „Das Thema geht zwar weit über unsere Landeskompetenz hinaus, kann jedoch sehr wohl politisch vorangetrieben werden“, betont abschließend der hds-Präsident.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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37 Kommentare auf "hds: „Logistik-Irrsinn auf Kosten der Umwelt und der Lebensqualität“"


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sophie
sophie
Superredner
16 Tage 4 h

Hier Preise senken, dann wird auch weniger online bestellt, und dadurch auch weniger retour geschickt ?!!!!

primetime
primetime
Superredner
16 Tage 1 h

Leider können erst die Preise gesenkt werden sobald alle Nebenkosten für einen Arbeitgeber auch gesenkt wurden

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
15 Tage 22 h

@primetime richtig, aber die meisten verstehen das nicht, weil sie kaum System kenntnis haben, auch haben wir in Italien eine der höchsten steuersätze weltweit und so weiter…….

piter
piter
Neuling
15 Tage 22 h

ja denk du Mal die Steuern dann wird alles billiger
online Riesen zahlen in Irlandnicht die Steuern die man in italy bezahlt

sophie
sophie
Superredner
16 Tage 4 h

Noch steht uns immer noch frei, wo wir mit unserem Geld einkaufen, und sobald die Urlauber im Winter die Autos vorm Hotel warm laufen lassen und inzwischen frühstücken gehen, da interessiert sich auch niemand dafür ?????

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Superredner
15 Tage 2 h

@Sophie
Und wo ist der Zusammenhang mit online Handel?

Staatsfeind
Staatsfeind
Tratscher
16 Tage 3 h

Durch den Online Handel, müssen sich Käufer nicht bewegen. Dafür legen die Waren einen größeren Weg zurück. Ich wage zu bezweifeln dass durch den Online Handel mehr Ressourcen benötigt werden.

Neumi
Neumi
Kinig
16 Tage 3 h

Stimmt. Tatsächlich müssen die Waren ja auch zuerst mal in die lokalen Geschäfte. Südtirol produziert werder Stereoanlagen noch Rasierer. Und die werden dann auch nicht in so großen Mengen bestellt, dass es verpackungstechnisch einen großen Unterschied macht.

Ich hab schon Waren von Händlern bestelt, die sie dann gar nicht erst neu verpackt haben. Wozu auch? Die Verpackung z.B. eines Scanners ist durchaus für den Versand/Transport geeignet.

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
16 Tage 3 h

Ich bezweifle, dass die Waren einen größeren Weg zurücklegen.
Schließlich vermeidet man durch den Onlinehandel den Umweg über den Importeur zum Zwischenhändler und weiter zum Geschäft… und von dort zum Käufer nachhause.
Das wurde alles bereits wissenschaftlich untersucht und bestätigt!

berthu
berthu
Superredner
14 Tage 4 h

Ein großer Faktor ist die Lagerhaltung: der Staat kassiert auf den Lagerzuwachs die vollen Steuern und Sozialabgaben. Fast bei jedem Kauf sind nur die gängigsen Artikel da lagernd, dann wird auch nur dieser Verkauf bestellt, usw.
Leider fallen daddurch auch die Mengenrabatte beim Verkäufer und Kunden weg.
Die Produktionen laufen deshalb auch nur Just in Time. Diese Unkosten/Lohnnebenkosten treiben diese Spirale immer weiter.

Sumsi
Sumsi
Grünschnabel
16 Tage 2 h

Bestelle nur online! Wäre doch gelacht wenn uns das auch noch verboten werden würde… was hätten wir gemacht hätten uns die online-Riesen in Zeiten des Lockdowns und des Lohnausgleichs nicht günstige Ware vor die Haustüre geliefert? Sogar Garantiebeanstandungen werden im Online-Handel viel schneller und kompetenter gelöst. Nimmt man das schier grenzenlose Angebot noch hinzu gibt es also keine Nachteile für den Endverbraucher, sondern nur Vorteile. Dass sich die Geschäftsleute vor Ort keine goldene Nase mehr verdienen und statt der Lukuskarre einen Kleinwagen fahren müssen, juckt mich nicht! Dafür bleibt in meiner Brieftasche Ende des Monats mehr Geld übrig 🙂

Andreas Hofer
16 Tage 48 Min

@Sumsi …dein Gedankengang ist äußerst kurzsichtig… wenn es alle so handhaben würden, dann würden über kurz oder lang wohl die meisten lokalen Geschäfte schließen müssen… dies hätte einen sensiblen Anstieg der Arbeitslosen zur Folge und damit steigende Sozialausgaben… gleichzeitig würden allerdings die Steuereinnahmen sinken… und nachdem unser Landeshaushalt netto betrachtet zu 100% aus dem lokalen Steueraufkommen gespeist wird, würden die negativen Folgen sich nicht nur auf den Handel beschränken… im Umkehrschluss würden gewisse Online-Riesen ihre Marktposition hin zum Monopol weiter ausbauen… Luxemburg, Irrland, Holland & Co wirds jedenfalls freuen…

Sumsi
Sumsi
Grünschnabel
15 Tage 23 h

@Andreas Hofer Du hast sicher Recht und mein Kommentar war überspitzt! Fakt ist, dass die Geschäftsleute runter kommen müssen vom hohen Ross, ansonsten läuft alles weiter Richtung online- Handel

Sag mal
Sag mal
Kinig
15 Tage 23 h

@Andreas Hofer kurzsichtig?Etwa die Geschäftsleute Denen nur derNeid unter den Nägeln brenn!?Jahrzehntelang mageres bis kein Angebot und jetzt nicht mal gönnen dass man 🙏diese Möglichkeit hatt?!!!!!Am Ende Kontrolle wie in derDDR u.dann Fortschtrittlich Sein wollen.

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 3 h

die Bürger sollen Sich also auch hier Fremdbestimmen lassen.Um die Umwelt gehts Euch bestimmt nicht .Da wäre viel Anderes längst überfällig.

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 3 h

hier gehts Denen auf einmal um die Lebensqualität?Aber sonst dass Hotels aus (A)UND (D) Waren beziehn ?Da ists natürlich Was Anderes.🤨

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
16 Tage 3 h

Als würde sich der Handel und die Kaufleute um die Umwelt künmern, ausser es geht um ihren eigenen Gewinn.
Dieser Einsatz ist eher unglaubwürdig 🤔

nachgedacht
nachgedacht
Tratscher
16 Tage 2 h

und was die wenigsten wissen oder bedenken: die zurückgeschickte ware wird unabhängig ob sie mängel aufweist oder nicht , meist dem müllcontainer zugeführt.

primetime
primetime
Superredner
16 Tage 1 h

Nein. Sieht man am besten bei Amazon dass oft Arrikel ankommen welche offensichtlich verwendet wurden oder extra ein gleichwertiger aber alter Artikel in der Originalverpackung zurückgeschickt wird

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
16 Tage 1 h

Sehr richtig! Aber es interessiert ja keinen. Ist doch bequem massenweise Kleidung bestellen, anprobieren und was nicht passt zurückschicken.

Da gabs doch die amüsante Geschichte wo jemand die Kartons mit Erde gefüllt (dabei auf das richtige Gewicht geachtet hat), zurückgeschickt und dann das Geld zurückverlangt hat. Es dauerte bis Amazon es bemerkt hat 😉😁

nero09
nero09
Grünschnabel
16 Tage 46 Min

dafür kann man alles zurück schicken und bekommt sein geld zurück. im stationären handel ist man bei retouren auf die kulanz des verkäufers angewiesen und man bekommt höchstens einen gutschein.

piter
piter
Neuling
15 Tage 22 h

oder einmal kurz gereinigt und der nächste kriegzs als neue Ware

Sag mal
Sag mal
Kinig
15 Tage 21 h

@piter das wird im Geschäft nicht anders gemacht.Wie Viele haben D.NEUE Ware bereits anprobiert?

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
16 Tage 3 h

Wozu die Aufregung ? Der Amazon Werbespot erzählt ja wie wunderbar und problemlos es ist Sachen wieder zurück zu schicken. Deswegen frohes bestellen !

Neumi
Neumi
Kinig
16 Tage 3 h

Und wann hört Südtirol auf, Waren ins Ausland zu versenden?

Rosenrot
Rosenrot
Tratscher
16 Tage 1 h

Warum stellt sich niemand die Frage, was mit der Retourware passiert, die zu 100% zerschreddert wird und jede Menge Giftstoffe enthält? Deshalb müssen Retoursendungen richtig teuer werden, das einzig Richtige – der Umwelt wegen!

Sag mal
Sag mal
Kinig
15 Tage 22 h

Rosenrot das ist nicht die ganze Wahrheit.😏

primetime
primetime
Superredner
15 Tage 22 h

Blödsinn

sophie
sophie
Superredner
16 Tage 46 Min

Wie werden eigentlich Südtirols Wein, Äpfel, Speck usw. ins Ausland verschickt ???? Südtirols Export an Waren Made in South Tirol wird ja auch immer mehr und nicht weniger. Da gibt es keine Probleme und Bedenken für die Umwelt ????

primetime
primetime
Superredner
15 Tage 22 h

Naja, soviel Made in Südtirol gibts ja nicht mehr. Eher “Verarbeitet in Südtirol”. Soll der HDS für ein falsch vergebenes Logo mal auf die Finger hauen

moeschba
moeschba
Grünschnabel
16 Tage 1 h

und miu isch ba ins in a gschäft innoholb 3 monate 2x possiert dass i an artikl ginumm hon und ba do kassa hobmse mehr girechnt wos ongschriebm wor. hin zwor is geld buadis mo zirugbikemm wosi ziviel gizouhlt hon obo decht ischs a girenne. amo online honi nie eier kob. wor amo a produkt defekt zack geld zirug ohne hin und her eiern

Sag mal
Sag mal
Kinig
15 Tage 22 h

moeschba warum schreibst Du nicht deutsch?😅

moeschba
moeschba
Grünschnabel
15 Tage 21 h

@Sag mal wennis willsch vostieh isch recht und sischt ischmos a wuscht. lg

primetime
primetime
Superredner
16 Tage 1 h

Der gute Herr hat einen großen Denkfehler. Eine/mehrere/alle Retouren werden ja nicht extra in einem LKW geladen. Die sind vermischt mit anderen Päkchen welche regulär erstverschickt wurden.
Das Problem liegt viel eher dass die großen die Steuern nicht im Verkaufsland zahlen sondern dort wo die Geschäftsstelle ist – hauptsächlich Steueroasen

Staatsfeind
Staatsfeind
Tratscher
16 Tage 1 h

Und wenn die Politiker hier noch einmal genau nachforschen würden, würden sie vielleicht feststellen, dass Planwirtschaft noch nie die versprochenen Ergebnisse geliefert hat sondern das eine und andere Mal, nämlich immer, gescheitert ist und das Gegenteil bewirkt hat. Es gibt 1000 Möglichkeiten Preise festzulegen. Auch eine zusätzliche Rücksendegebühr ist ein Eingriff in die Preisgestaltung. Nur dadurch gehen die wichtigsten Informationen, die ein Preis liefert, verloren. Die Folge ist Mißwirtschaft. Und ja liebe Politiker, dieses Experiment ist bereits 7465 mal gescheitert und dieses Mal wird es nicht anders sein.

berthu
berthu
Superredner
14 Tage 4 h

die Politik und vor allem die Wirtschaft muß sich mal dagegn wehren, daß der Staat auf Lagerhaltung die Steuern wegläßt! Jedes Lager kostet ja “nur”- Arbeit, Verlust, überholte Ware, wie dann Steuern drauf???

berthu
berthu
Superredner
14 Tage 4 h

berichtige Steuern wegläßt…

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