Moser: „Mehrere Faktoren sind jetzt zu berücksichtigen“

hds über „Twenty“-Urteil nicht überrascht

Freitag, 14. Oktober 2022 | 15:36 Uhr

Bozen – Der Wirtschaftsverband hds nimmt Stellung zum aktuellen Fall des Einkaufszentrums „Twenty“ im Gewerbegebiet Bozen Süd.

„Raumordnung und Handelsordnung regeln die Einzelhandelstätigkeit in Südtirol und bestimmen, wo Einzelhandel erlaubt ist und wo nicht. Das zum einen“, erklärt hds-Präsident Philip Moser. Einzelhandel darf grundsätzlich – mit genau festgelegten Ausnahmen – in Wohngebieten stattfinden und nicht außerhalb. „Der Grund dafür liegt auf der Hand: Handel außerhalb der Orte schwächt die wirtschaftliche Tätigkeit in den Ortszentren und somit die Lebendigkeit sowie die Attraktivität derselben.“

Das jetzige Urteil vom Staatsrat überrascht den hds nicht. Es ergebe sich damit keine neue Situation, denn bereits 2019 hat das Verwaltungsgericht die Schließung aufgrund der Erweiterung verfügt.

Präsident Moser kreidet in diesem Zusammenhang aber auch die Rechtssicherheit an. „Unternehmer müssen sich darauf auch verlassen können, dass Genehmigungen und Lizenzen auch effektiv ihre Gültigkeit haben“, so Moser. Zudem seien fast zehn Jahre für eine definitive Urteilsfindung einfach nicht tragbar für einen Rechtsstaat.

Bedenklich sieht Moser auch die Tatsache, dass durch dieses Urteil am Ende auch der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird. „Egal, wie es ausgeht, werden Schadensersatzforderungen an Gemeinde und Land von der einen oder anderen Seite kommen“, betont der Präsident.

Die Befürchtung liegt jetzt nahe, dass die Politik jetzt als möglichen Ausweg den Klägern Zugeständnisse macht mit neuen Handelsflächen im Gewerbegebiet. „Das hätte wiederum langfristig negative Auswirkungen auf die gesamte Handelslandschaft in Südtirol auf Kosten der Attraktivität unserer lebendigen Orte“, unterstreicht der Präsident des Wirtschaftsverbandes hds.

Allein die Anzahl der Leerstände in Bozen sei eindrucksvoll und besorgniserregend: So hat die Erhebung der Geoanalyse (Stand Frühjahr 2021) 189 gewerbliche Leerstände in Parterrelagen ergeben, die für die Bereiche Handel, Gastronomie und Dienstleistungen nutzbar sind – die meisten davon (91) im Stadtviertel Europa – Neustift – Kaiserau, gefolgt vom Stadtviertel Altstadtzentrum (56). Das sind insgesamt 13.531 Quadratmeter. „Die Zahlen untermauern, dass weitere, neu erschlossene Handelsflächen vollkommen obsolet sind“, so der hds.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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17 Kommentare auf "hds über „Twenty“-Urteil nicht überrascht"


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genau
genau
Kinig
1 Monat 12 Tage

Muss man immer im die freie Martkwirtschaft eingreifen?

Macht nur so weiter!
Zum guten Schluss werden dann noch mehr Leute auf den Online-Handel ausweichen.
Oder wieder vermehrt nach Nordtirol zum einkaufen pilgern.

In die Innenstadt wird man so niemand locken.
Verkehrstechnisch ein Chaos und Parkgebühren die eigentlich an Raub grenzen.
Die Händler unter den Bozner Lauben müssen endlich verstehen dass man sie ihr veraltetes Konzept nicht retten indem sie die Konkurrenz zu sabotieren versuchen!

MartinSchmidt
MartinSchmidt
Tratscher
1 Monat 12 Tage

Eine Marktwirtschaft ist nur frei wenn für alle die gleichen Regeln gelten. Das war hier ja faktisch nicht der Fall.

MartinSchmidt
MartinSchmidt
Tratscher
1 Monat 12 Tage

Du hast ja wirklich nicht viel Ahnung von zukunfts-trächtigen Konzepten. Die meisten Leute leben und arbeiten schon in der Stadt und moderne Konzepte gehen weck von Auto-zentrierten Anlagen.

Summer
Summer
Superredner
1 Monat 12 Tage

Martin
Doch, su hättest einen Geschäft im Twenty aufmachen können und zudem einen Onlineshop einrichten können.
Wo sind also ungleiche Bedingungen für einen echten Wettbewerb.
Der Neid und die Gier sind beides Luder.

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 12 Tage

@MartinSchmidt Warum müssen die ganzen Angestellten und Geschäftsinhaber büßen wenn derjenige welcher die Lizenz vergeben hat einen Blödsinn anstellt? Rückwirkend diese entziehen ist nicht OK

Surfer
Surfer
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

@MartinSchmidt zB hat das Twenty eine Brücke gebaut wo Fußgänger und Radfahrer ohne Probleme vom Stadtzentrum aus ins Twenty kommen können….😉

Allat no
Allat no
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

@MartinSchmidt bei “weck” bin ich ausgestiegen… abgesehen davon wird es immer für beide Konzepte Kunden geben

genau
genau
Kinig
1 Monat 11 Tage

@MartinSchmidt

Wenn jemand keine Ahnung hat dann bist wohl du es!🤦
Was du hier beschreibst klingt nach einer grünen Spinnetei die du irgendwo aufgeschnappt hast!

Das gegenwertige Konzept Innenstadt ist sowieso dem Tode geweiht.
Mit diversen “Maßnahmen” (Und mit Maßnahmen meine ich in diesem Fall Gefälligkeiten irgendwelcher Provinzpolitiker) wird der Patient künstlich am Leben gehalten.

Aber ich kann dir einen guten Artikel empfehlen.
Besonders jnteressant dabei ist der Punkt Loyalty und Parken!

https://zukunftdeseinkaufens.de/serie-die-erfolgsfaktoren-fuer-eine-erfolgreichen-handel-in-der-innenstadt/

PuggaNagga
1 Monat 12 Tage

Sollen die Besitzer der Gewerbeflächen in den Stadtkernen die Mieten senken.
Für 100qm in guter Lage werden Preise von 5000€ aufgerufen.
Und warum soll ich als Kunde mich mit schweren Taschen durch die Altstadt drängen? Da parke ich doch lieber in der Tiefgarage und fahr mit dem Aufzug …
Das Modell Altstadt hat ausgesorgt!
20000€ an Miete und Personalkosten für ein läppisches 100qm Lokal ist einfach nicht tragbar mit der Konkurrenz aus dem Internet.
Der hDS hinkt etwas hinterher…

Summer
Summer
Superredner
1 Monat 12 Tage

Der hds hinkt nicht nur hinterher, er ist hilflos überfordert, ist in altem Denken stecken geblieben, nicht auf der Höhe der Zeit und kassiert von seinen Mitgliedern horrende Preise für Dienstleistungen. Und man frage mal die Mitarbeiter, welches Gehalt sie bekommen! Dann weiß man, warum es eine solch hohe Mitarbeiterfluktion im hds gibt.

Wirbelwind
Wirbelwind
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage

Es isch net richtig das sich die groassn und reichn ols erlaubm kennen.

PuggaNagga
1 Monat 12 Tage

Das war schon immer so und wird immer so bleiben.
Früher hat auch der König regiert und nicht der Bauer oder Knecht.
Dass der kleine Mann etwas zu sagen hat wurde uns nur vorgegaukelt. Wer das glaubt ist selbst schuld…

gogogirl
gogogirl
Tratscher
1 Monat 12 Tage

Es gibt aber auch Unternehmer die ganz genau wissen dass nicht alles in Ordnung ist und trotzdem bauen und sich dann überrascht zeigen

Summer
Summer
Superredner
1 Monat 12 Tage

Herr Moser sollte mal schnell im hds seine Hausaufgaben machen, bevor er andere kritisiert und die Preissteigerungen bei der Energie anprangert. Denn um wieviel Prozent wurden letzthin die Leistungen des hds preislich erhöht? Eine einzige Frechheit, denn ich bin mir sicher, dass die Mitarbeiter keinen Inflationsausgleich bisher bekommen haben, aber die Kunden dürfen kräftig mehr zahlen.
Also ein solcher Interessensverein, der nichts anderes zu tun hat, als anderen das Geschäft zu neiden und selber abzukassieren, mag meinetwegen besser heute als morgen zusperren.

Mimispatz
Mimispatz
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage

ein Schelm der Böses dabei denkt ….

Suedtiroler89
Suedtiroler89
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Koaner der va außerhalb va Bozen kimp hot luscht ins Zentrum zu fohren. ungeschickt parken, holb Kilometer bis zu die Geschäfte lafen, hot koaner Lust!!
Is Twenty isch mega perfekt. Wenn des zuatian muas, tianmir is Poli und Interspar/Eurospar usw in der Industriezone a zua!! Glab sel mog die Aspiag donn net.
Is Twenty isch is beste wos Bozen passiert isch! Auf de Altstad Scheichs hot koaner Lust!!

So ist das
1 Monat 11 Tage

…Die Befürchtung liegt jetzt nahe, dass die Politik jetzt als möglichen Ausweg den Klägern Zugeständnisse macht mit neuen Handelsflächen im Gewerbegebiet..

…😂😂😂

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