Von: luk
Bozen – Das Gemeinschaftsprojekt „Sollievo Miteinander“ des Vereins Alzheimer Südtirol ASAA und der Volksbank Südtirol zeigt erste konkrete Erfolge. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben unterstützt Menschen mit Demenz sowie deren Angehörige – und setzt gezielt dort an, wo das öffentliche System an Grenzen stößt.
Wie Vereinspräsident Ulrich Seitz betont, sind lange Wartezeiten für fachärztliche Untersuchungen oder Pflegeeinstufungen – oft zwischen sechs und zehn Monaten – für Betroffene eine enorme Belastung. Gleichzeitig werde die Organisation der Pflege im eigenen Zuhause zunehmend zur Herausforderung. Genau hier wolle das Projekt niederschwellige und rasche Hilfe bieten.
Breites Angebot, große Nachfrage
Die nun präsentierten Zahlen unterstreichen den Bedarf: Insgesamt 524 Personen haben landesweit kostenlose Leistungen in Anspruch genommen. Dazu zählen unter anderem kognitive Screenings, Ergo- und Logopädie, psychologische Unterstützung, Rechtsberatung sowie Angebote zur Selbsthilfe.
Mehr als 1.300 Menschen wurden zudem durch Informationsveranstaltungen erreicht. Im Detail wurden unter anderem 158 Screenings durchgeführt, 117 ergotherapeutische Leistungen erbracht und 62 psychologische Beratungen in Anspruch genommen.
Auffällig: In rund 65 Prozent der Screenings bestätigte sich der Verdacht auf Alzheimer oder andere Demenzformen. In den übrigen Fällen wurden unter anderem Depressionen, Parkinson oder Hinweise auf Multiple Sklerose festgestellt.
Fokus auf frühe Hilfe und Angehörige
Das Projekt richtet sich vor allem an Menschen über 60 Jahre, bezieht aber bewusst auch jüngere Altersgruppen mit ein, um frühzeitig Unterstützung anzubieten. Besonders hoch ist der Anteil an alleinlebenden Betroffenen – ein Hinweis auf die wachsende Bedeutung von Hilfe im Alltag und Entlastung für pflegende Angehörige.
Neben konkreten Dienstleistungen setzt „Sollievo Miteinander“ auch auf Aufklärung: Insgesamt 30 Informations- und Sensibilisierungsveranstaltungen wurden organisiert oder begleitet.
Wissenschaftliche Begleitung als Besonderheit
Ein zentrales Merkmal des Projekts ist die wissenschaftliche Auswertung durch ein spezialisiertes Forschungszentrum. Laut Volksbank-Generaldirektor Alberto Naef soll so sichergestellt werden, dass die Maßnahmen tatsächlich wirksam sind und gezielt verbessert werden können.
Die Ergebnisse zeigen laut Projektträgern nicht nur eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität für Betroffene und Angehörige, sondern auch einen messbaren gesellschaftlichen Mehrwert – etwa durch frühere Diagnosen, geringeren Stress für Pflegepersonen und effizientere Nutzung von Ressourcen.
Das Projekt wird jährlich mit rund 15.000 Euro unterstützt. Interessierte können die Angebote weiterhin kostenlos in Anspruch nehmen.




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