„Schädlinge verursachen in der Landwirtschaft erhebliche Schäden“

Invasive Arten: Südtirol setzt auf Prävention, Forschung und gezielte Maßnahmen

Montag, 30. März 2026 | 16:11 Uhr

Von: luk

Bozen – Invasive Arten stellen für die Landwirtschaft ein relevantes Risiko dar. Bezugnehmend auf eine Landtagsanfrage der Liste JWA stellt Landwirtschaftslandesrat Luis Walcher klar, dass Südtirol in diesem Bereich seit Jahren auf Präventivmaßnahmen, Forschung und ein gezieltes Monitoring setzt. „Wir nehmen die Risiken, die mit der Ausbreitung invasiver Arten einhergehen, sehr ernst. Entscheidend ist, dass wir potenzielle Gefahren früh erkennen und rechtzeitig handeln, bevor sich daraus ein konkretes Problem für die Landwirtschaft entwickelt“, erklärt Walcher.

Neben dem Pflanzenschutzdienst und der landwirtschaftlichen Beratung ist vor allem das Versuchszentrum Laimburg an der Überwachung invasiver Organismen beteiligt. Im Rahmen regelmäßiger Erhebungen beobachtet es das Auftreten gebietsfremder und invasiver Insektenarten und meldet eventuelle Funde. Mögliche Risiken werden differenziert bewertet: Für prioritäre Quarantäne-Arten wird von Fall zu Fall geprüft, welches Schadpotenzial unter den spezifischen Bedingungen in Südtirol zu erwarten ist. Diese Einschätzung der tatsächlichen Gefahr für das Territorium bei Einschleppung und Ausbreitung stützt sich auf Erfahrungen aus bestehenden Befallsgebieten und der Kenntnis lokaler Bedingungen.

„Schädlinge verursachen in der Landwirtschaft erhebliche Schäden“, unterstreicht der Direktor des Versuchszentrums Laimburg, Michael Oberhuber. „Beispiele wie die Marmorierte Baumwanze, die Kirschessigfliege oder der neu auftretende Japankäfer zeigen, wie wichtig ein gut abgestimmtes Management ist. Am Versuchszentrum Laimburg arbeiten wir deshalb auf mehreren Ebenen gleichzeitig: Wir überwachen die Populationen, erforschen die Biologie der Schädlinge und entwickeln sowohl klassische als auch biologische Pflanzenschutzmethoden – von natürlichen Gegenspielern über Verwirrungstechniken bis hin zu entomopathogenen Pilzen und natürlichen Wirkstoffen. Nur durch die Kombination dieser Ansätze können wir Erträge und Qualität langfristig sichern“, so Oberhuber.

Nach einer aktuellen Einschätzung gibt es derzeit invasive Insektenarten, die für die Südtiroler Landwirtschaft von Bedeutung sind. Dazu zählen der Japankäfer und der Asiatische Bockkäfer, die aber lediglich sporadisch – etwa in Fallen – präsent sind und sich noch nicht angesiedelt haben. Allerdings sind sie in Teilen des Staatsgebiets bereits präsent.

Durch ein vorausschauendes, wissenschaftlich fundiertes Vorgehen will Südtirol potenzielle Risiken durch invasive Arten wirksam begrenzen. Ziel ist es, deren Ausbreitung frühzeitig zu verhindern und damit auch die landwirtschaftliche Produktion im Land nachhaltig abzusichern.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen