Regierungsregulierte Plastikmistsackerln der Begierde

Iran-Krieg bringt Mistsackerl-Hamsterkäufe in Südkorea

Montag, 30. März 2026 | 14:56 Uhr

Von: APA/AFP

Nach Hamsterkäufen von Plastikmistsackerln hat der südkoreanische Energieminister am Montag Befürchtungen über einen Engpass zu zerstreuen versucht. “Es besteht kein Grund zur Sorge über die Versorgung mit Standard-Müllsäcken”, erklärte Energieminister Kim Sung Whan in Onlinenetzwerken. Es gebe “reichlich Kapazitäten für die Verwendung von recycelten Rohmaterialien, sodass es für mehr als ein Jahr keine Lieferengpässe geben wird.”

Südkorea importiert viel Erdöl und Nebenprodukte, aus denen Plastik und andere Waren hergestellt werden. Haushaltsmüll kann in dem Land nur in regierungsregulierten, speziellen Beuteln entsorgt werden. Laut der Stadtverwaltung der Hauptstadt Seoul haben sich die täglichen Verkäufe der Müllbeutel in der vergangenen Woche auf 2,7 Millionen nahezu verfünffacht. Große Einzelhandelsunternehmen führten demnach Obergrenzen für die Abgabe pro Kunde ein.

Energieminister Kim erklärte, die Regierung werde im Worst-Case-Szenario erlauben, normale Plastiksäcke zur Müllentsorgung zu nutzen. “Sie werden nie in eine Situation kommen, in der Sie gezwungen sind, Müll zu Hause zu lagern.”

Engpass von Hormuz

Die meisten der südkoreanischen Ölimporte müssen die Straße von Hormuz passieren, die der Iran seit Beginn der US-israelischen Angriffe faktisch blockiert hält. Südkorea reagierte auf die steigenden Energiepreise mit einem Deckel für Kraftstoffpreise. Zudem appellierten die Behörden an die Bevölkerung, durch kürzere Duschen sowie mehr Radfahren und zu Fuß gehen Energie zu sparen.

Auch das südasiatische Bangladesch importiert große Mengen seines Öl- und Gasbedarfs, insgesamt 95 Prozent. Das Land wies nun seine Beamten an, Lampen beim Verlassen der Arbeit stets auszuschalten und die Klimaanlagen im Büro auf 25 Grad oder wärmer zu drehen. Sie sollten stets nur so viele elektrische Geräte anschalten, wie notwendig sei, hieß es in einer am Sonntag erlassenen Anordnung.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen