Unerwünschte Zusatzfunktionen kann man auch abschalten

KI im Browser kann man mit “Just the Browser” verhindern

Montag, 19. Januar 2026 | 15:50 Uhr

Von: APA/dpa

Der Browser soll einfach nur ein Browser sein und einfach nur Webseiten anzeigen? Moderne Browser sind das oft nicht, sondern machen Dinge, die viele User von ihnen gar nicht erwarten, etwa Shoppingangebote, unpassende Vorschläge oder fehlerhafte KI-Suchergebnisse. Das muss nicht sein – hat sich auch der US-Journalist und -Programmierer Corbin Davenport gedacht und das kostenlose Tool “Just the Browser” entwickelt.

Das kleine Tool sammelt für etliche Browser von Chrome oder Firefox bis hin zu Edge sowie für die Betriebssysteme Linux, Windows und macOS Einstellungen in einem kleinen Konfigurationsdokument.

Saubere Sache: Ein Befehl genügt

Nach Eingabe eines entsprechenden Befehls in der Windows-Kommandozeile (Windowstaste + R) oder im Terminal von macOS oder Linux (In den Dienstprogrammen zu finden) entfernt das “Just the Browser”-Skript:

die meisten KI-Features

Shoppingfunktionen wie Preismonitoring oder Coupon Codes

Sponsoreninhalte oder Drittanbieterinhalten

Programmabfragen (zum Beispiel, ob ein Browser der Standardbrowser sein darf)

Willkommensabfragen zum Datenimport

Telemetriedatenerfassung

Ungefragter Autostart des Browsers beim Starten des Computers

Im GitHub-Repository von “Just the Browser” sind außerdem alle weiteren Funktionen gelistet, sowie eine ausführliche Anleitung und Tipps, wie man auch bei Updates informiert wird – das alles aber nur in englischer Sprache.

Alles kann restlos entfernt werden

Und wenn man es sich anders überlegt? Dann können die Einstellungen von “Just the Browser” rückstandslos entfernt und auf Standard zurückgesetzt werden. Auch das wird in den Anleitungen anschaulich erklärt.

Bisher funktioniert die KI-Diät nur für die Webbrowser Google Chrome, Mozilla Firefox und Microsoft Edge unter Windows, macOS und Linux. Support für Mobilplattformen wie Android und iOS gibt es noch nicht. Entwickler Davenport weist auch darauf hin, dass es sich nicht um einen Adblocker handelt.

Browser-Alternativen gehen auch – aber nicht immer

Und warum nicht einfach einen anderen Browser wie Vivaldi, LibreWolf, Waterfox oder Seamonkey wählen? Kann man machen, schreibt Davenport in einem Blog-Eintrag zur Veröffentlichung. Diese kostenlosen Alternativen funktionieren in der Regel genauso gut wie die großen Browser und stammen von etablierten Entwicklergemeinschaften. Sie sind aber nicht immer für alle Plattformen verfügbar oder können nicht von allen installiert werden. Etwa auf Dienstrechnern.

Gelegentlich, so Davenport, hängen die Alternativen bei Sicherheits- und Funktionsupdates auch etwas hinterher. “Just the Browser” soll jedenfalls helfen, Mainstream-Browser von unerwünschten und überflüssigen Features zu befreien – ohne dabei auf ihre existierenden Vorteile zu verzichten.

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