Tag des Handwerks 2021

“Kinder, werdet Handwerker”

Samstag, 09. Oktober 2021 | 12:23 Uhr

Bozen – Die Nachwuchssicherung und Nachwuchsgewinnung im Handwerk stellen zentrale Herausforderungen für die Zukunft dar. Um dieses Thema ging es heute beim Tag des Handwerks 2021, der nach coronabedingter Pause wieder in Präsenz stattfand. Erstmals wurde der „Preis für besondere Dienste im Handwerk“ vergeben.

Mit einer reduzierten Teilnehmerzahl und unter den geltenden Hygienevorschriften konnte nach fast zwei Jahren erstmals wieder eine lvh-Veranstaltung im Haus des Handwerks abgehalten werden. lvh-Chef Martin Haller und seine Stellvertreter Hannes Mussak und Giorgio Bergamo begrüßten die Handwerker, die politischen Vertreter sowie die Gäste aus dem benachbarten Bayern und Tirol alle persönlich. „Es freut mich sehr, dass wir uns im Rahmen dieser Veranstaltung nun wieder persönlich sehen können. Der heutige Tag des Handwerks steht unter dem Motto „Handwerker:in? Und stolz drauf!“ und soll auf eine sehr wichtige Zukunftsherausforderung eingehen. Wir wollen junge Menschen noch stärker auf die vielzähligen und vielversprechenden Zukunftschancen im Handwerk aufmerksam machen“, betonte Haller.

Aufgrund der aktuell positiven Auftragslage werden sowohl Fachkräfte als auch Auszubildende gesucht. Seit dem Lehrlingspakt im Jahr 2015 ist wieder ein leichter Anstieg der Lehrlingskurve zu verzeichnen. Eine Lehre im Handwerk ist seitdem keine Einbahnstraße mehr, sondern ermöglicht viele neue Anschlusswege. „Die akademische und praktische Ausbildung müssen aber noch stärker als gleichwertige Ausbildungsschienen vermittelt werden. Wir benötigen hierzu die Unterstützung der Politik, um Ausbildungsbetriebe zu entlasten und die Ausbildung zu fördern“, ist der lvh-Präsident überzeugt.

Wie bedeutend das Handwerk und damit auch seine Ausbildung für Wirtschaft und Gesellschaft sind, unterstrich Landeshauptmann Arno Kompatscher, der sich mit einer Videobotschaft an die Gäste der lvh-Veranstaltung wandte. Wirtschafts – und Bildungslandesrat Philipp Achammer lobte die Krisenresistenz, Ausbildungsqualität und vor allem die Aufrechterhaltung der Lehrverhältnisse der Südtiroler Handwerksbetriebe insbesondere während der Corona-Krise. „Jeder soll die Möglichkeit zum Aufstieg haben, egal ob über die akademische oder berufliche Ausbildung. Dafür wollen wir uns gemeinsam einsetzen“, betonte Achammer.

Einen klaren Auftrag an Politik, Schulen und die Handwerker selbst erteilte der Gastreferent der Veranstaltung, Sven Schöpker. „Die Attraktivität einer beruflichen Ausbildung erfordert das Zusammenspiel von Betrieben, Bildungsinstitutionen und der Gesellschaft. Nur dann kann es gelingen, junge Mädchen und Burschen für das Handwerk zu begeistern. Handwerk ist cool, zukunftssicher und empfehlenswert – darum: Kinder, traut euch und werdet Handwerker!“

Grußworte an die Gäste der Veranstaltung richteten auch Franz Xaver Peteranderl, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern sowie Franz Jirka, Spartenobmann für das Gewerbe der WKÖ.

Erstmals Preis für besondere Verdienste im Handwerk vergeben

Für einen Höhepunkt sorgte abschließend eine Preisübergabe. Der Verein zur Förderung des deutschen Handwerks e.V. in München, mit welchem der Tag des Handwerks bereits seit mehreren Jahren gemeinsam organisiert wird, hat den sogenannten „Preis für besondere Verdienste im Handwerk“ ins Leben gerufen.

Für den ersten Preis nominiert wurde Markus Wasmeier, ehemaliger Ski-Star und Olympiasieger sowie gelernter und engagierter Handwerker. „Seit Jahrzehnten setzt er sich dafür ein, alte Gebäude zu schützen und zu konservieren – und dies unter Bewahrung wertvoller handwerklicher Fähigkeiten. Um diese Gebäude erhalten zu können, werden bewährte Techniken mit neuesten Methoden im Handwerk kombiniert, so dass sie optimale Effekte für den Erhalt entfalten. Zu sehen sind diese Ergebnisse in seinem Museumsdorf in Bayern in der Nähe des Schliersees. Diese Mammutaufgabe kann von Herrn Wasmeier nur geleistet werden, weil die ganze Familie diese Passion teilt. Bei der Umsetzung seiner Vision kommen ihm auch sein Durchhaltevermögen und Ehrgeiz als Spitzensportler zugute. Zudem beruht seine Leidenschaft in diesem Bereich auch stark auf seiner Heimatverbundenheit. Markus Wasmeier wirbt mit seinem Museumsdorf dafür, Heimat, nachhaltige Wirtschaft und handwerkliches Können wertzuschätzen“, erläuterte der Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Handwerks e. V. und Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl.

Der Preis soll zukünftig jedes Jahr an Personen oder Institutionen aus Bayern, Tirol oder Südtirol vergeben werden, die sich um die Entwicklung des Handwerks in verschiedenster Weise verdient machen oder gemacht haben.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "“Kinder, werdet Handwerker”"


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Unioner
Unioner
Grünschnabel
8 Tage 10 h

Für mich gibt es beruflich nichts Schöneres als etwas mit seinen eigenen Händen zu schaffen was man sehen, fühlen und auch noch gebrauchen kann.

Hupsstupspups
Hupsstupspups
Tratscher
8 Tage 6 h

Als Handwerker hast du die schweren Arbeiten während die anderen im feinen Büro sitzen!!

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
7 Tage 22 h

Kinder werdet ja keine Landesangestellten!

Andreas
Andreas
Universalgelehrter
7 Tage 20 h

@Hupsstupspups zem wersch epper recht hoben! ober liaber stell i a haus auf! als irgendwou a mappe mit sinnlouse zettl zu füllen.
es brauch ober a beim hausbau guate techniker, bleid usch kei wenn dergaling mear techniker sein wia hondwerker, zem werd der hondwerker holt tuier bis er de gonzen zettlleit derzohlt…..

Zugspitze947
7 Tage 18 h

Hubstsups: aber du kannst etwas GESTALTEN was noch in Jahrzehnten zu sehen ist ! DAS hat mich immer fasziniert ! Allerdings muss der Fach_-Handwerker der sich laufend weiterbilden muss auch mindestens das 2,5 FACHE des Mindestlohnes der Ungebildeten die nie etwas Vernünftiges gelernt haben bekommen ! Und da Fehlt es leider GEWALTIG .Hätte ich mich nicht Selbständig gemacht hätte ich trotz meiner guten Handwerklichen Kenntnisse niemals meinen heutigen Lebensstandard erreichten können 🙁

thomas
thomas
Universalgelehrter
8 Tage 15 h

dann bin ich lieber Kopf-& Fusswerker

Andreas
Andreas
Universalgelehrter
7 Tage 20 h

zum glück konn sich des jeder selber aussuachen

berthu
berthu
Universalgelehrter
7 Tage 18 h

Das hat der Handwerker auch: es braucht beides!
Kopflose gibt es mehr bei den bloßen “Kopfwerkern”!
Mit dem Unterschied, daß Kopflosigkeit dem Handwerker das Leben kosten kann. Das Sicherheitsprotokoll allein schützt nicht.

Alter Hase
Alter Hase
Grünschnabel
7 Tage 9 h

Handwerker?
Ja, gut, mag sein.
Aber bei einer Akademikerquote von lediglich 10,6% liegt unser Land sehr weit hinten.
Zum Vergleich: Italien 15%, Deutschland 27%, Österreich 30%.

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