"Es bleibt viel zu tun, schlafen gehört nicht dazu"

Kritik am Trainingsaufenthalt von Inter Mailand in Bruneck

Freitag, 31. März 2017 | 15:46 Uhr

Bruneck – Der Brunecker Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit, Bernhard Hilber, übt Kritik am Trainingsaufenthalt des italienischen Serie A Fußballklubs Inter Mailand in Bruneck.

“Bei der letzten Gemeinderatsitzung von Bruneck stellte der Direktor von Kronplatz Tourismus, Alfred Unterkircher, den Tätigkeitsbericht 2016 und die Vorschau auf 2017 vor. Die Tätigkeitsliste ist lang, vom Holiday-Pass, Eislaufring, Feuerwerk, Skirundfahrten, Sommerabenden bis hin zu normalen Werbetätigkeiten ist viel dabei. Das Pustertal ist stark im Tourismus. Der Tourismussektor in Kronplatzgebiet erbringt mit 1,2 Millionen Nächtigungen einen Umsatz von 145 Millionen Euro”, so Hilber.

“Die Finanzsituation des Tourismusvereins ist auch angenehm, da über die Ortstaxe 1,45 Millionen Euro und über die Nächtigungsbeiträge der Beherbergungsbetriebe nochmal 620.000 Euro zusammenkommen. Der Gesamtumsatz des Tourismusvereins liegt bei 3,4 Millionen Euro. Eine Sondernstellung nimmt dabei das Trainingscamp von Inter ein, es bringt zwar 650.000 Euro ein, kostet aber auf der anderen Seite 800.000 Euro an Ausgaben”, erklärt Hilber.

Gemeinderäte üben Kritik am Trainingsaufenthalt

Von einigen Gemeinderatsmitgliedern wurde die Sonderbehandlung von Inter kritisch gesehen. “Besondern die Nachhaltigkeit dieses Events ist zu hinterfragen. Bis jetzt, Ende März, gibt es immer noch keine Zusage von Inter für den heurigen Sommer. Die Hoteliere erwarten sich hier größere Planungsicherheit. Wenn Inter doch nicht kommt, wegen besserer Angebote von anderen Destinationen, kann man für den Juli nicht mehr schnell genug andere Gäste anwerben, um ein Loch in der Auslastung zu vermeiden. Die Fussballfans von Inter sind auch nicht die finanzkräftigsten Gäste, bringen nur Reischach Umsatz und bereits Stegen oder Gais gehen komplett leer aus. Billigtourismus ist nicht das Ziel von Südtirol”, meint der Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit.

“Besser wäre es den wachsenden Sektor des E-Bike-Tourismus verstärkt aufzugreifen und damit die Betten, besonders auch im Juli, zu füllen. Die Finanzkraft der E-Bike-Touristen ist deutlich höher und kann die hoch gegriffenen elf Millionen Umsatz des Inter-Aufenthaltes sicher wettmachen. Südtirol hat einen unerreicht guten Mix aus Attraktionen. Im Winter Schifahren, Rodeln, Weihnachtsmärkte, im Frühjahr Wandern und Apfelblüte, im Sommer Abkühlung, Wandern und Bergsteigen, im Herbst Wandern und Törggelen. Radfahren kommt noch zu drei Jahreszeiten dazu. Südtirol kann hier punkten, da Radfahren, im Gegensatz zu all unseren Nachbarn, auf Forstwegen generell erlaubt ist. Es bleibt viel zu tun, schlafen gehört nicht dazu”, schließt Hilber.

Von: luk

Bezirk: Pustertal