Sozialbewegungen und Gewerkschaften fordern am 7. Oktober Recht auf menschenwürdige Arbeit ein

KVW: Arbeit muss existenzsichernd sein

Donnerstag, 06. Oktober 2016 | 13:18 Uhr

Bozen – Der Katholische Verband der Werktätigen (KVW) erinnert daran, dass am 7. Oktober der Welttag für menschenwürdige Arbeit begangen wird. Aspekte für Arbeit unter menschenwürdigen Bedingungen sind vielfältig: es darf keine Kinderarbeit geben, keine Benachteiligung von Frauen, es braucht hinreichende Arbeitssicherheit, den Schutz der Umwelt sowie angemessene Löhne und soziale Sicherung. Bei uns – auch in Südtirol – haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter der Zunahme der prekären und atypischen Beschäftigungen zu leiden. „Eine Arbeit muss existenzsichernd sein, Armut trotz Erwerbsarbeit ist nicht menschenwürdig“, findet KVW Landesvorsitzender Werner Steiner. Der Mensch – auch der junge Erwachsene – brauche Sicherheit und Stabilität, um sein Leben planen zu können. Praktika und befristete Arbeitsverhältnisse bieten das nicht, gibt Steiner zu bedenken.

Menschwürdige Arbeit ist aber nicht nur eine Forderung für die westlichen Industrieländer. „Es kann uns nicht egal sein, wie und unter welchen Bedingungen in den Billig- und Entwicklungsländern Waren für uns hergestellt werden“, sagt KVW Landesvorsitzender Steiner. Er fordert Betriebe, die in anderen Ländern produzieren lassen, dazu auf, die Einhaltung der Menschenrechte, sichere Arbeitsbedingungen, gerechte Löhne, Arbeitssicherheit, Schutz der Umwelt zu beachten. „Menschenwürdige Arbeitsbedingungen sind weltweit einzuhalten, die Verlagerung der Produktion darf nicht ein Ausweichen von den hier geltenden Bestimmungen sein“, fordert Werner Steiner.

Renzler: Arbeitswelt für ältere Generation menschenwürdig gestalten

Der Landtagsabgeordnete und Vorsitzender der Arbeitnehmer in der SVP, Helmuth Renzler, nützt die Gelegenheit des Welttags für menschenwürdige Arbeit und fordert gerechtere Entlohnung und altersentsprechende Arbeitsbedingungen für ältere Mitarbeiter.

Passende Stellenangebote für ältere Generationen seien äußerst begrenzt. „Viele Betriebe bevorzugen junge und billige Arbeitskräfte, anstatt auf langjährige Erfahrung und Flexibilität zu setzen. Deshalb gestaltet sich die Arbeitssuche für ältere Menschen teilweise sehr mühsam und entwürdigend. Arbeitssuchende über 50 fühlen sich oft menschenunwürdig behandelt“, erklärt Renzler.

Viele ältere Menschen hätten aber glücklicherweise eine Arbeit. „Doch auch ihnen wird teilweise aufgrund ihres Alters Einiges zugemutet. Aus Angst ihre Position zu verlieren, nehmen sie anstrengende Schichtarbeiten oder Arbeiten auf Abruf in Kauf. Ältere Mitarbeiter wollen und müssen zum Teil auch mit den Jungen mithalten. Körperlich und geistig sind die verschiedenen Generationen jedoch auf einem anderen Stand. Der Druck der Arbeitswelt lastet schwer auf der älteren Generation“, fährt Renzler fort.

„Arbeitgeber müssen die Vorteile von älteren Mitarbeitern erkennen und den Druck senken. Junge und ältere Mitarbeiter stellen gezielt eingesetzt einen großen Mehrwert für einen Betrieb oder ein Unternehmen dar. Unter „menschenwürdiger Arbeit“ verstehe ich, dass ein Mensch gerecht und angemessen entlohnt wird und seinen Möglichkeiten entsprechend in der Arbeitswelt Anerkennung und Sicherheit findet“, mahnt der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Arbeitnehmer in der SVP Helmuth Renzler.

Von: mk

Bezirk: Bozen