ASGB-Forderung

Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit

Mittwoch, 01. Juli 2020 | 12:07 Uhr

Bozen – “Der Freude nach der letztjährigen Veröffentlichung des ASTAT-Berichtes, wonach die Lehrlingskurve wieder im Steigen begriffen war, wird in naher Zukunft, wenn wir keine adäquaten Maßnahmen setzen, Ernüchterung folgen”, meint Tschenett und warnt vor einer “Vogelstrauß-Politik hinsichtlich der Jugendarbeitslosigkeit”.

Stefan Luther, Direktor der Landesabteilung Arbeit, bestätigt, was viele bereits befürchtet haben: “Die Coronakrise wird sich negativ auf die Jugendarbeitslosigkeit auswirken.” “Jegliche andere Prognose ist etwas für Utopisten. Unsere Aufgabe ist es nun, nach Lösungen zu suchen, die dazu dienen, den erwarteten Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit abzufedern“, schreibt Tony Tschenett, Vorsitzender des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB) in einer Stellungnahme.

“Da ein staatliches Gesetz bereits die Möglichkeit vorsehe, auch im öffentlichen Dienst Lehrlinge mittels berufsspezialisierender Lehre oder traditioneller Lehre auszubilden, die notwendige Durchführungsverordnung aber noch nicht erlassen wurde, wäre es sinnvoll, wenn die Südtiroler Parlamentarier in Rom auf eine zeitnahe Behandlung dieser Durchführungsverordnung drängen würden. Damit würde sich für Lehrlingsanwärter ein komplett neues Arbeitsfeld erschließen. Außerdem würde damit der krisenbedingte Rückgang der Ausbildungsbetriebe im Privatsektor einigermaßen kompensiert”, so Tschenett.

Der ASGB-Chef lanciert aber auch einen anderen Vorschlag: „In Konjunkturphasen waren wir immer dagegen, den Lehrbetrieben eine Förderung für die Anstellung von Lehrlingen zu geben. Dies aus dem einfachen Grund, dass dies nicht notwendig war, solange die Ausbildungsbetriebe händeringend nach Lehrlingen gesucht haben. In dieser Rezessionsphase würden wir Einstellungsprämien für Lehrlinge aber begrüßen. In Österreich hat die Regierung ein Maßnahmenpaket geschnürt, welches 2.000 Euro pro Lehrling beinhaltet und das Ziel verfolgt, die Lehrlingszahlen auch in der heiklen wirtschaftlichen Lage aufgrund der Covid-19-Pandemie stabil zu halten. Eine Adaption dieser Maßnahme sollte von den politischen Entscheidungsträgern unbedingt geprüft werden.“

Tschenett gibt zu bedenken, dass auch Berufseinsteiger und kürzlich in Erwerbsleben eingetreten Jugendliche, welche eine klassische schulische oder universitäre Ausbildung genossen haben, unter den Opfern der Coronakrise sein könnten. “Auch für diese Kategorien müsse man einen Modus finden, einen schnellstmöglichen Wiedereintritt ins Erwerbsleben zu fördern. Dies könne etwa über kostenlose Weiterbildungsmaßnahmen, die den aktuellen Anforderungen der Wirtschaftsbedürfnisse Rechnung tragen, geschehen. Auch die verstärkte Förderung von Praktikastellen sollte angedacht werden – diese aktuelle Forderung der Handelskammer würde der ASGB vollinhaltlich teilen”, so Tschenett.

 

Von: bba

Bezirk: Bozen

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