Verschreibung und Abgabe von medizinischem Cannabis geregelt 

Medizinisches Cannabis für 100 Südtiroler: Kosten übernimmt nun Gesundheitsdienst

Dienstag, 27. März 2018 | 13:40 Uhr

Bozen – Medizinisches Cannabis lindert Schmerzen, steigert den Appetit und entspannt die Muskeln. Multiple Sklerose, Magersucht und das Tourette-Syndrom sind deshalb nur einige Krankheitsbilder, bei denen der öffentliche Gesundheitsdienst in Zukunft die Kosten für diesen Wirkstoff übernimmt. Weitere sind Krebserkrankungen, Glaukom, HIV und die klassische Schmerztherapie. “Bisher wurde rund 100 Personen im Jahr medizinisches Cannabis verschrieben, sie mussten zur Gänze selbst für ihr Medikament aufkommen”, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher heute (27. März) nach der Sitzung der Landesregierung. In Zukunft werde die öffentliche Hand die Kosten für diese Therapie übernehmern, so wie sie es bei anderen Medikamenten auch mache.

Verschreiben können Cannabis in Zukunft alle Hausärzte, jedoch nur dann, wenn Diagnose und Therapieplan aus einem der folgenden Fachzentren in den Krankenhäusern und in den territorialen Einrichtungen des Südtiroler Sanitätsbetriebes kommen: Abteilung für Neurologie, Abteilung für Infektionskrankheiten, Abteilung für Onkologie, Abteilung für Innere Medizin, Abteilung für Augenheilkunde, Dienst für Palliativbetreuung, Ambulatorium für die Schmerztherapie, Dienst für Komplementärmedizin. “Schmerzen zu lindern ist seit jeher ein Anliegen der Medizin und zeichnet jede humane Gesellschaft aus, schließlich haben die Patienten das Recht, nicht unnötig leiden zu müssen, wenn dies vermeidbar ist. Hier sollten wir uns auch für neue Wege in der Schmerztherapie öffnen”, erklärt dazu auch Gesundheitslandesrätin Martha Stocker. Es sei aber wichtig, dass ein Therapieplan auf höchstens sechs Monate ausgelegt werden und dass eine Verschreibung nie mehr als den Monatsbedarf abdecken dürfe. “Immerhin ist und bleibt Cannabis eine Droge”, betont Stocker mit Blick auf einen möglichen Missbrauch.

Mit Ausnahme der Schmerztherapie wird für die Zubereitung von Cannabis eine Kostenbeteiligung von einem Euro pro Rezept vorgesehen. Die Verarbeitung des Wirkstoffs kann nämlich weder standardisiert erfolgen noch auf Vorrat. Die Apotheker müssen das Medikament, das neben der klassischen Pulverform auch als Öl oder in Kapseln verabreicht wird, für jeden Patienten einzeln dosieren. Abgegeben wird der Wirkstoff über die Apotheken, mit Ausnahme der HIV-Patienten und derer, die außerhalb Südtirols wohnen. Sie beziehen ihr Medikament direkt über die Krankenhausapotheken. Der Arzt muss zudem bei jeder Verschreibung die Patientendaten erheben. Neben Alter und Geschlecht werden auch Dosierung, Behandlungsbedarf und etwaige Behandlungsergebnisse anonymisiert an das oberste Gesundheitsinstitut übermittelt. Genauso mitzuteilen sind vermutete Nebenwirkungen.

In Südtirol wird der Bedarf für das Jahr 2018 auf rund zehn Kilogramm geschätzt, ein Kilo davon wird im chemisch-pharmazeutischen Betrieb der Streitkräfte in Florenz hergestellt, der Rest in erster Linie aus Holland und aus Kanada importiert. Die Kosten zu Lasten des Landesgesundheitsdienstes werden auf insgesamt ungefähr 250.000 Euro geschätzt. Grundlage des Beschlusses ist das staatliche Gesetz vom 16. Oktober 2017, das die Kostenübernahme für medizinisches Cannabis vorsieht. Die Kostenübernahme für das Tourette-Syndrom hat die Landesregierung ergänzt.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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15 Kommentare auf "Medizinisches Cannabis für 100 Südtiroler: Kosten übernimmt nun Gesundheitsdienst"


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Kurti
Kurti
Tratscher
24 Tage 5 h

250.000€ ÷10000g=25€ es gramm….

des kanntn di dosigen Bauern billiger unbauen!

urban
urban
Tratscher
23 Tage 15 h

die Pharmaindustrie isch ebn teurer.
i glab sie hot sich viel zu long dagegen gewert.
gott sei donk gibs ioz an natürlichen weg.

Mello
Mello
Grünschnabel
24 Tage 4 h

Komplett legalisieren!!! Nor tatn de 10 kilo net 250.000€ kostn, sondern vlt 500 euro….

Aufwachen!!!!!

Schreibabundzu
Schreibabundzu
Grünschnabel
24 Tage 5 h

Hm bin a ollewal kronk … werd lei numol zumkontaktieren hausorzt gion …

ando
ando
Universalgelehrter
24 Tage 1 h

blöde sprüche reissen…diese haben schmerzen und es ist ihnen zu vergönnen..

wellen
wellen
Superredner
24 Tage 5 h

Zum Glück hängt Südtirol im Gesundheitswesen von staatlichen Bestimmungen ab. Ohne das Staatsdekret hätte Südtirol diese hilfreiche Cannabistherapie nie eingeführt. Genausowenig die Patientenerklärung bei bevorstehendem Tod. Oder die Sicherheitsbestimmungen bei der Geburt usw.usw.Deswegen: Autonomie hat dort ihre Grenzen, wo es engstirnig zugeht.

One
One
Tratscher
24 Tage 2 h

Also diese Logik verstehe ich nicht. Einerseits ist Cannabis verboten. Politiker und Ärzte warnen extremst vor dieser Droge. Aber wenn jemand gesundheitlich Probleme hat, dann darf er es kaufen, da es ja nachweislich hilft. Hier steige ich mental aus, denn unlogischer kann man kaum vorgehen. Da haben unsere Politiker wahrscheinlich zuviel Schnee an der Nase, um diese Idiotie zu kapieren.

WM
WM
Universalgelehrter
24 Tage 3 h

Momentan gibt es italienweit gar nichts in keiner apotheke.Das cannabis aus holland gibts auch nicht mehr nur mehr canada liefert fragt sich nur wann??? Am besten eine gesetzesvorlage einbringen das jeder patient selber 5 pflanzen züchten kann so wie es die grillini schon einmal eingebracht haben

lucky7
lucky7
Neuling
24 Tage 48 Min

I tat vorschlogn geb in Achhammer und Co jeweils etlina kg…vielleicht kimp nua uamol öpas vonünftigis aussa ba den Kasperletheater….

Marta
Marta
Universalgelehrter
23 Tage 23 h

sem isch des zi schwoch !!!!

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
24 Tage 5 h

trifft sich get, konn di Polizei s wochnende di sommlfohrt mochn, in munti inder fria hobm di apoteggn a frische Lieferung 😂

xyz
xyz
Tratscher
23 Tage 23 h

Wieso importiert? Jedes Jahr werden -zig Südtiroler Grasbauern gefunden, dann könnte man doch das nehmen….käme billiger!

Norbi
Norbi
Tratscher
23 Tage 22 h

Also ich versteh das nicht täuscht es mich oder darf nicht jetzt schon eine Person-Firma legal an einem geheimen Ort diese Wunderpflanze züchten und verkaufen. Und dafür gibts auch noch Hilfe Landesbeitrag. ok wir haben es ja warum also nicht.

planB
planB
Grünschnabel
23 Tage 12 h

Die Halb-Legalisierung hilft einzig und allein den Pharmakonzernen. Gesundheitsdienst und damit der Steuerzahler überweisen wiedermal Milliarden. Nachdem die Banken ihre Milliarden erhalten haben ist jetzt die nächste Branche dran.

nikki
nikki
Grünschnabel
22 Tage 9 h

Wor längscht überfällig, ober die Pharmaindustrie wor jo olm dagegen, weil jo nor zu wianig Medikamente verkaft werden.

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