Vollversammlung der Südtiroler Tierzuchtverbände

“Mehr Wölfe und Bären, weniger Schafe und Ziegen”

Dienstag, 17. April 2018 | 16:11 Uhr

Bozen – Regionalität, kleine Kreisläufe, Normalität: Was sich die Konsumenten verstärkt wünschen, wollen (und können) Südtirols Tierzüchter bieten. Das war die Botschaft von Obmann Siegfried Gatterer bei der Vollversammlung „seiner“ Vereinigung der Südtiroler Tierzuchtverbände am heutigen Dienstag. Südtirols Berglandwirtschaft werde nicht in Richtung Hochleistung steuern, sondern noch stärker auf Qualität und Nachhaltigkeit setzen – und auf eine weiter verstärkte Zusammenarbeit. Denn: „Nur wer sich verändert, bleibt sich treu“, so Gatterer.

Mit einer breiten Palette an Serviceleistungen steht die Vereinigung der Südtiroler Tierzuchtverbände den viehhaltenden Bauern zur Seite. Ein wichtiges Standbein bildet dabei die Milchleistungskontrolle, der im Vorjahr fast 60.000 Milchkühe – das sind rund 80 Prozent des Bestandes – unterzogen wurden. Die über 380.000 Kontrollen jährlich liefern Aufschlüsse über Fütterung und Tiergesundheit, Fruchtbarkeit und Milchqualität und damit grundlegend wichtige Daten für Zucht und Züchter.

Milchleistung: leichte Steigerung

Schon am Namen der Milchleistungskontrollen lässt sich ablesen, dass eine der zentralen Aufgaben der Kontrolltätigkeit ein Einblick in die Entwicklung der Milchleistung ist. Die nahezu flächendeckend und regelmäßig gezogenen Proben zeigen, dass die Milchleistung in den letzten Jahren in Südtirol stetig, in den letzten Jahren aber nur noch leicht angestiegen ist. „Das ist einerseits Zuchtarbeit und Herdenmanagement zu verdanken, andererseits aber vor allem dem qualitativ hochwertigen Grundfutter“, erklärte Obmann Gatterer.

Er betonte heute allerdings auch, dass man die Milchleistung nicht immer nach oben treiben könne. „Weitere Steigerungen sind kaum noch zielführend.“ Als Grund dafür nannte Gatterer die Sensibilität des Marktes: „Auf Hochleistung getrimmte Kühe werden von den Konsumenten argwöhnisch betrachtet“, so der Obmann, der auf diese Erkenntnis aufbauend heute auch gleich die neue Richtung für die Zucht vorgegeben hat: „Langlebige, fruchtbare und gesunde Tiere müssen das Ziel sein.“

sennereiverband

Nachhaltigkeit, Tierwohl und Zusammenarbeit als Gebote der Stunde

Gatterer machte diese neue Zielrichtung daran fest, dass künftig andere Parameter immer wichtiger würden: die Nachhaltigkeit und das Tierwohl etwa. „Diese beiden Faktoren waren der Berglandwirtschaft immer schon ein Anliegen, sie werden es in Zukunft aber noch verstärkt sein“, so der Obmann, „sofern gewährleistet ist, dass sich die Züchter Nachhaltigkeit und gesteigertes Tierwohl auch leisten können, die Einkünfte aus Zucht und Milchproduktion also stabil gehalten werden“.

Aufgabe der Vereinigung der Tierzuchtverbände sei, die Züchter dabei bestmöglich zu unterstützen. Neben den Leistungskontrollen umfasse das Serviceangebot daher auch die künstliche Besamung, die Tierkennzeichnung, eine fachgerechte Tierkörperverwertung und natürlich eine umfassende Beratung. „Um diese breite Palette an Dienstleistungen optimal und kosteneffizient anbieten zu können, ist eine immer engere Zusammenarbeit das Gebot der Stunde – auch unter den Tierzuchtverbänden“, so Gatterer.

Als gelungenes Beispiel nannte der Obmann heute das im vergangenen Juli gegründete Unternehmensnetzwerk Haus der Tierzucht, über das die Verbände noch enger zusammenrücken, Abläufe straffen und Synergien nutzen könnten. So würden Vermarktungsaktivitäten und Messeauftritte gemeinsam geplant sowie ein umfassendes Gesundheits-Monitorings aufgebaut. Darüber hinaus stünden weitere Fusionen von Zuchtverbänden im Raum: „Das sind Schritte in die richtige Richtung, sofern die Diskussion offen und transparent geführt wird und alle das gemeinsame Ziel vor Augen haben“, so der Obmann, der heute von den Verbänden mutige Schritte einforderte.

Mehr Wölfe und Bären, weniger Schafe und Ziegen

Interessant war bei der Vollversammlung der Vereinigung der Tierzuchtverbände schließlich auch der Blick auf die Zahlen der Tierkennzeichnung, die einen quantitativen Überblick über die Entwicklung der Viehzucht möglich machen. So wurden im Vorjahr nicht weniger als 106.117 Tiere gekennzeichnet, davon fast zwei Drittel Rinder. Einmal mehr erwies sich das Pustertal mit fast 30.000 gekennzeichneten Tieren als Zuchthochburg, gefolgt von Burggrafenamt (19.667 Tiere), Vinschgau (17.324) und dem Bezirk Salten/Schlern (16.917). Bei den Rassen hatte 2017 das Fleckvieh mit 15.066 gekennzeichneten Tieren die Nase vorn, auf den Plätzen zwei bis vier folgten Braunvieh (10.989), Grauvieh (7069) und Holstein (7040).

Deutlich rückläufig ist die Anzahl der gekennzeichneten Schafe und Ziegen in Südtirol. Im vergangenen Jahr, so die offiziellen Daten der Vereinigung, wurden im Land 25.216 Schafe sowie 14.495 Ziegen gekennzeichnet, das sind knapp 4000 Schafe und Ziegen weniger als noch im Jahr zuvor. „Diese Entwicklung bestätigt die Tendenz, dass die Bauern durch das vermehrte Aufkommen von Wolf und Bär immer weniger Tiere halten“, so Gatterer, der auf die negativen Folgen für Umwelt und Almen verweist. Die abschließende Forderung des Obmanns: „Hier muss mit Augenmaß gehandelt und eine für alle befriedigende Lösung gefunden werden.“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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51 Kommentare auf "“Mehr Wölfe und Bären, weniger Schafe und Ziegen”"


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MIT HIRN
MIT HIRN
Neuling
1 Tag 21 h

muant es di bauern reign sich zar hezz auf…wenn es in juni 10 schof af dr olm tiat…wou sa s eigntlich fein hobm sollatn…und in september kemmen vlt. 2 widr zrugg

Mamme
Mamme
Superredner
1 Tag 21 h

Mit HIRN! Denkst du das verstehen die Göldfischstreichler in den Städten? Die sind nur gewoent gross bla bla,wenn man auch vom tuten und blasen keine ahnung hat

Johnarch
Johnarch
Neuling
1 Tag 18 h

und schon wieder eine die alle als Stadtler bezeichnet, die nicht derselben kranken, engstirnigen Meinung sind. Ihr nervt langsam…

honigkuchenpferd
1 Tag 8 h

@MIT HIRN genau. Hobm inzre Großeltern schun Recht kopp und hobmse dazumal schun ausgrottat. Dia homs holt selm schun verstondn

Johnarch
Johnarch
Neuling
1 Tag 7 h

@honigkuchenpferd Dann lebt gefälligst auch wieder wie eure ach so gscheiten Großeltern..früher war ja alles besser, hat man auch noch an kirchliche Märchen geglaubt..

Staenkerer
1 Tag 6 h

wenn de bauern sich um tieren sorgen mochn oder nachtrauern würden de ihnen als tier und lebewesen load tien, verstand i des gejammer jo no, ober de plärrn jo lei in de kg. fleisch noch de se nimmer verkafn kennen!
denn in de meisten ställe stehen in ihren augen fleischlieferanten und milch- und eierproduktonsmaschinen, de genau als des behondelt wern! ober je noch dem wo sie punktn welln seins plötzlich “orme” leidende tiere!

Johnarch
Johnarch
Neuling
1 Tag 21 h

Super, weniger dieser Viecher auf den Almen und die Natur kann sich wieder etwas erholen. Die übermäßige und überflüssige Milchproduktion muss auch eingeschränkt werden. Weniger Kühe die das ganze Land zuscheissen und die europäische Milchproduktion ist dafür verantwortlich, dass z.b. die afrikanischen Bauern zu Grunde gehen und genau diese Leute regen sich dann auf dass sie in Scharen zu uns kommen.

ghost
ghost
Neuling
1 Tag 18 h

wos hot des mit afrikanische bauern ze tien? woesch niamor wos sogn dass du a sette bleidsinn redsch?

urban
urban
Tratscher
1 Tag 10 h

bitte sei still.
des isch woll do bledsinn des monats

honigkuchenpferd
1 Tag 8 h

@jonarch. Sollmr inzre Milch iatz von Afrika houln? Oder besser lei mea Wosser trinken?

Johnarch
Johnarch
Neuling
1 Tag 7 h

@honigkuchenpferd, urban,ghost
Ihr versteht einen Scheiss, durch die europäische Überproduktion wird Milchpulver saubillig nach Afrika verschickt, wo die dortigen Bauern auf ihrer Milch sitzenbleiben, das müsste doch in noch so abgelegene Höfe vorgedrungen sein…anscheinend nicht..einige leben wohl doch noch hinterm Mond gleich links oder wie??

Marta
Marta
Universalgelehrter
1 Tag 23 h

jetzt kommt die natürliche Auslese durch Bär und Wolf !!!

faif
faif
Neuling
1 Tag 21 h

setta bleedsinn….iatz gibbs noo wianiger guats einheimisches fleisch und es wärd magari va no weiter zuagekaafts hergekarrt….ober bitte wenn sell gscheider isch….

Johnarch
Johnarch
Neuling
1 Tag 18 h

Wer isst denn Schaf oder Ziege?? Alles andere kommt doch schon von außen..

Willi
Willi
Tratscher
1 Tag 8 h

@faif
lei zur errinnerung!: es reicht wenn es tier in südtirol gschlochtet werd um als einheimisches fleisch verkaft zu werden!

Es lebe der wolf und der bär, die natur holt sich zrjgg wos ihr g jmmen worden isch!

honigkuchenpferd
1 Tag 8 h

@Johnarch mir Bauern

Johnarch
Johnarch
Neuling
1 Tag 7 h

@honigkuchenpferd Dann Mahlzeit!

mandela
mandela
Superredner
1 Tag 20 h

langsam aber sicher werden die bauern verstanden und mit ein bisschen nachhelfen mit nacht und nebel Aktionen bekommen die bauern dann doch wieder das was sie wollen! weil immer mehr kapieren dass ohne bauern nichts mehr weiter geht.

tom
tom
Superredner
1 Tag 19 h

dann sollen die bauern auch wohnen wie vor 150 jahren

mandela
mandela
Superredner
1 Tag 19 h

@tom würden wir ja, den wolf einfach eliminieren!! wie vor 150 jahren!

Johnarch
Johnarch
Neuling
1 Tag 18 h

So ein Blödsinn…

Aurelius
Aurelius
Tratscher
1 Tag 18 h

@mandela
ihr würdet gerne dürft aber nicht. Das ist der Punkt

madoia
madoia
Tratscher
1 Tag 17 h

@Aurelius sel sog lei es Gesetzt ober illegal geat haufn

mandela
mandela
Superredner
1 Tag 8 h

@madoia ganz genau so ist es👍

ando
ando
Universalgelehrter
1 Tag 23 h

….und es geht in die nächste runde!!

enkedu
enkedu
Kinig
1 Tag 21 h

…nur ein toter Wolf ist ein guter Wolf

Johnarch
Johnarch
Neuling
1 Tag 18 h

…nur ein totes Schaf ist ein gutes Schaf!

Aurelius
Aurelius
Tratscher
1 Tag 18 h

@Johnarch
du darfst enkedu nicht so ernst nehmen, der redet immer so einen schwachsinn…

Terlinger
Terlinger
Grünschnabel
1 Tag 23 h

Also weniger Schepsenes und dafür mehr Bärenfleisch

Staenkerer
1 Tag 18 h

i honn heit an bericht gsechn (kabel 1 doku) wo tierschützer in der heimatder riesenschildkröten den einheimischen klar zu mochn bersuchten die schildkröten zu verschonen! a gewieftes altes bäuerlein meinte lächelnd, erst habe er seinen gemüse und obstgarten mit zäunem vor den schildkröten geschützt,mit mäsigem erfolg, heute kassiert er pro besucher di kommen um die tiere zu sehen 3€, und mocht gutes geld damit …. do sein mir insre bauern ingfolln 😉 wolf und bär hintern olmzaun und fürs “schaugn dürfn” kassiern ..(letzteres iron…) … obwohl, do brach dee olm im winter a no eppas ein ….

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
1 Tag 20 h

in Südtirol gibt es zu viele Bären, Wölfe, Hunde und auch Schweine.

raunzer
raunzer
Tratscher
1 Tag 19 h

Letzteres stimmt auf jeden Fall.

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
1 Tag 23 h

für mich kein Problem.

Supergscheider
Supergscheider
Grünschnabel
1 Tag 18 h

In Zukunft werden wir statt Scheppsnbroten Wolfssteaks und frisch geriebene Bärenkrollen kredenzd kriegen und unsere lieben Tierliebhaber stricken wir dann noch einen Bio Wolfspulover .Um ehrlich zu sein bin ich immer mehr der Überzeugung das ein beachtlichen Anteil der lieben Mitbürger nicht mehr alle auf die Reihe kriegen

mmhm_sel_schu
mmhm_sel_schu
Grünschnabel
1 Tag 17 h

Kein Problem, den Milchpreis im Laden auf 3€/L anheben und den import von Billigmilch verbieten. Dann können die Bauern die Tiere auch reduzieren und leben nicht so gerade dass es reicht.
Dann werden die “Städter” usw auch wieder aufschreien, einfach keinen Hausverstand….

Willi
Willi
Tratscher
1 Tag 8 h

kein problem, bei ca 1 liter milch die woche wo i brauch kennen sie a 5 verlongen, des geld solln se ober hernemmen um die olmen und ihmene grjndstücke einzuzäunen, und net an 3. oder 4. fend zu kafen!

Mamme
Mamme
Superredner
1 Tag 7 h

@Willi Es wird über die Obstbauern geschumpfen,weil sie überall Hagelnetze haben und damit die Umwelt verschandeln,jetzt sollen aber die Bergbauern ihre Höfe und Almen mit 2m hohen Zäunen gegen die Grossraubtiere  verschönern,verstehe das wer kann

Mamme
Mamme
Superredner
1 Tag 7 h

willi Nenne mir die Bergbauern,Die mehrere Fend in der Garage stehen haben!!

Johnarch
Johnarch
Neuling
1 Tag 3 h

Was habt ihr denn alle mit den Städtern..glaubt ihr echt die Landbevölkerung teilt ausnahmslos eure bescheuerte Meinung?? Ich z.B. nicht und es gibt genügend andere auch..

MIT HIRN
MIT HIRN
Neuling
1 Tag 19 h

ando und co…mich würden eure erfahrungen mit der berglandwirtschaft interessieren…eure beiträge sind nämlich nicht sehr seriös

Regenbogenfisch
1 Tag 18 h

Also i finds guat dass men dei viecher a chance gib. Dei hobm a a recht af a guats lebm

Aurelius
Aurelius
Tratscher
1 Tag 18 h

Deutlicher Rückgang ist wohl ein wenig übertrieben. Lange Zeit sind die Zahlen immer stetig gestiegen. Dass die Zahlen wieder Rückläufig sind und dies auf den Wolf und Bär zu schieben ist nur eine Augenauwischerei. Die Wahrheit ist doch, dass mit den Schafen immer weniger zu verdienen ist. Aber immer schön jammern….

barbastella
barbastella
Tratscher
1 Tag 20 h

…und die Welt dreht such trotzdem weiter!

MIT HIRN
MIT HIRN
Neuling
1 Tag 17 h

bol a ber der schu 2 mol an mensch ougegriffn hot drschossn wert drbormt er in olle…ober dass de ficher ua schof noch n ondern drreissn isch in olle gleich…traurig!

Orschgeige
Orschgeige
Tratscher
1 Tag 18 h

Jetzt ist alles klar: Im letzten Jahr wurden 4000 Schafe und Ziegen von den Wölfen gefressen!

Staenkerer
1 Tag 6 h

😀😁😂😃nit schlecht ban apetit de viecher, 4000 schof auf 6 wölfe mocht 666 schof pro wolf, und des in an olmsummer, also von unfong juni bis ende oktober … also in 152 tog noch mocht des
4 schafe pro wolf am tag!
theoretisch sein de räuber also geplotzt, ober de worn im herbst so kugelrund das se a senior mit rolator zufuaß locker derwuschn hat ..

Schneewittchen
Schneewittchen
Tratscher
1 Tag 18 h

Descisch decht a Witz…soffl long gibs de Problematik wenns überhaupt oane isch etamol. Die Bauern und die Tätigkeit wo es et a Haufen Geld gib isch woll länger rückläufig

Schneewittchen
Schneewittchen
Tratscher
1 Tag 18 h

@Hirn obba schun übertreibn und wegn sem gibs a soviel Wölfe obwohl lei 6 bewiesen sein

jet
jet
Grünschnabel
1 Tag 17 h

Diskussion ist ein Austausch von Intelligenz,Streit ein Austausch von Dummheit….

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
1 Tag 10 h

es müssen wieder Zeiten von Not kommen ..damit dieses Gewinsle vom aufgestockten grossen Batzen aufhört.Mir tut jeder Wolf u.Bär leid der Sich hierher verirrt.Aber auch die N u t z tiere die zum Dank grob behandelt werden Sind zu bedauern.

MIT HIRN
MIT HIRN
Neuling
1 Tag 6 h

der uanzige wizz isch dass tierschützer in bergbauern welln di luft o druckn…weil wenns di sem niamer gib wert holt frisch olls fa massentierholtungen produziert…und zem bin i ba enk…dass sel uafoch lai grausom isch… zem war tierschutz ougebrocht!

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