LH Kompatscher in Brüssel

Nachhaltige Lebensmittelpolitik: Südtirol als Kompetenzzentrum

Donnerstag, 07. Februar 2019 | 15:55 Uhr

Bozen/Brüssel – Kurze Produktionsketten, nachhaltige Herstellung, hohe Biodiversität sowie Regionalität – das sind einige Schlüsselbegriffe der Initiativstellungnahme zur nachhaltigen Lebensmittelpolitik in Europa, die Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher vor zwei Jahren im Ausschuss der Regionen vorgelegt hatte. Der Ausschuss der Regionen hatte damals das Konzept einstimmig befürwortet. Mittlerweile ist aus der Idee ein Pilotprojekt geworden: Im vergangenen Oktober hat die Landesregierung grünes Licht für das Pilotprojekt “local & fair” gegeben. Um die Nachhaltige Lebensmittelpolitik in Europa ging es heute in Brüssel bei der Konferenz “Towards a sustainable food policy”, an der Landeshauptmann Kompatscher gemeinsam mit dem für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zuständigen EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis als Redner teilnahm.

Südtirol möchte sich auf europäischer Ebene verstärkt als “Green Region” etablieren, als eine beispielgebende grüne Region, wobei der Begriff “Grün” für einen umsichtigen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen steht, Nahrungsmittel eingeschlossen. “In diesem Zusammenhang gilt es verstärkt auf Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit zu achten, bei der Herstellung, durch kurze Produktionsketten, durch die Aufwertung regionaler Erzeugnisse und die Stärkung kleinbäuerlicher Strukturen, durch hohe Biodiversität und entsprechende Tierschutzstandards”, betonte Landeshauptmann Kompatscher. Kompatscher kündigte auch die Einführung eines neuen Qualitätssiegels an, um Südtirols Klein- und Kleinstunternehmen zu unterstützen und zu stärken.

Als Kernthema bezeichnete Kompatscher in diesem Zusammenhang jenes des bedingungslosen freien Wettbewerbs bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen. Diese müsse überwunden werden. Landeshauptmann Kompatscher sprach sich dafür aus, Regionalität und Nachhaltigkeit als Mehrwert bei der Bewertung von Angeboten zu berücksichtigen, beispielsweise um in öffentlichen Mensen lokalen Erzeugnissen den Vorzug geben zu können. “Wir möchten den Handlungsspielraum unserer Autonomie und unser engmaschiges Netz in der Herstellung von Lebensmitteln sowie die Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten des NOI Techparks nutzen, um Südtirol zu einem europäischen Kompetenzzentrum der nachhaltigen Lebensmittelpolitik zu machen”, stellte Landeshauptmann Kompatscher in Aussicht.

Mit EU-Kommissar Andriukaitis verständigte sich Landeshauptmann Kompatscher darauf, die Schaffung eines Rates für Ernährung und Lebensmittel auf europäischer Ebene voranzutreiben, um die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft, der Lebensmittelproduktion und dem Ernährungssektor zu stärken.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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5 Kommentare auf "Nachhaltige Lebensmittelpolitik: Südtirol als Kompetenzzentrum"


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Neuling
11 Tage 16 h

“Green Pestizid Region”…Ihr habt vergessen von den Plantagen zu sprechen die dabei sind ganze Arten von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Solange intensiver integrierter Obstbau betrieben wird ist solches Geschwafel nur Heuchele…#Geldkannmannichtessen

LaLuna
LaLuna
Neuling
11 Tage 2 h

Leider nicht nur beim Obstbau…

bern
bern
Superredner
11 Tage 16 h

Regionalität ist gut, aber wo kriegen wir den ganzen echten Südtiroler
Speck her, den wir essen? Da müssen ja die Hälfte der Kuhbauern auf
Schweine umstellen. Das gibt ein Gestank.

typisch
typisch
Universalgelehrter
11 Tage 9 h

Ernährst du dich nur vom speck? was machen wir dann mit den ganzen schweinen wenn wir dann südtiroler käse brauchen

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
11 Tage 2 h

Green Region?
Echt jetzt? Mit all den Verkehrs- und Pestizidproblemen.

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